Workshop 21: Schmerzedukation über die gesamte Lebensspanne. Wie kann Schmerz-Rekonzeptualisierung in jedem Alter gelingen?

Inhalt des Workshops:
In der physiotherapeutischen Versorgung von Patient*innen mit (chronischen) Schmerzen ist Schmerzedukation (Pain Science Education) ein wichtiger Bestandteil. Eine Kern-Komponente der Schmerzedukation ist das individuelle Schmerzkonzept.

Welche Schmerzkonzepte sind häufig in der deutschen Bevölkerung? Warum sollten wir zu Beginn einer Edukation das individuelle Schmerzkonzept überhaupt erfassen? Und wie kann eine Rekonzeptualisierung speziell in unterschiedlichen Altersgruppen, etwa bei Teenagern oder Menschen im mittleren sowie hohen Lebensalter gelingen? Und wie kann eine Veränderung im Denken über Schmerzen wiederum messbar gemacht werden?

Lernziele:
Teilnehmende dieses Workshops lernen - anhand von aktuellen evidenzbasierten Beispielen aus Praxis und Forschung - Methoden zur Erfassung des aktuellen Schmerzkonzeptes der Personen aus den unterschiedlichen Altersgruppen kennen. Die Teilnehmenden erarbeiten sich gemeinsam Tools, um Veränderung im Denken und in den Überzeugungen über Schmerzen anzustoßen und erlangen Einblicke in Methoden, diese Veränderungen des Schmerzkonzeptes zu erfassen. Besondere Berücksichtigung bekommen dabei wichtige Aspekte, die in verschiedenen Abschnitten einer Lebensspanne eine Rolle spielen. Neben einem Impulsvortrag fördert dieser Workshop den direkten Austausch von Wissen, Erfahrungen und Ideen zwischen den Anwesenden.

Teilnehmende bekommen Anregungen, was bei Schmerzedukation bei Jugendlichen sowie Menschen im mittleren und hohen Lebensalter zu berücksichtigen ist und können im anschließenden Diskussionsformat in Anlehnung an ein World Café in entspannter Atmosphäre über spezifische Methoden und reale Fallbeispiele diskutieren und selbst Erfahrungen mit den vorgestellten Methoden sammeln. 

Zielgruppe:
Angesprochen werden Praktizierende und Forschende, insbesondere Praktizierende mit Interesse an der Behandlung mit Schmerzedukation.

Prof. Dr. Katja Ehrenbrusthoff
Mathias Etteldorf, PhD cand., M.Sc. PT, OMT
Deborah Jost, PhD cand, PT M.Sc.
Dr. (rer. hum. biol.) Ruth Meise, M.Sc. PT, OMPT

Informationen zu den Referent*innen:

Prof. Dr. Katja Ehrenbrusthoff, PhD, M.Sc., ACP-OMPT. Katja ist Professorin für Physiotherapie an der Hochschule Bochum und verfügt über mehr als 20 Jahre klinische Erfahrung in der konservativen muskuloskelettalen physiotherapeutischen Versorgung. Ihre Forschung konzentriert sich auf muskuloskelettale Gesundheit, insbesondere chronische Schmerzen, sensomotorische Funktionen, evidenzbasierte Praxis und Pain Science Education. Sie verbindet klinische Expertise mit anwendungsorientierter Forschung zur Verbesserung der Versorgung von Menschen mit muskuloskelettalen Erkrankungen. Katja publiziert international, ist regelmäßig als Gutachterin für internationale Fachzeitschriften tätig, Mitglied des Editorial Boards von „Musculoskeletal Science and Practice“ und assoziiertes Mitglied im Promotionskolleg NRW.

Mathias Etteldorf, PhD cand., M.Sc. PT, OMT. Mathias arbeitet als Physiotherapeut in einer ambulanten Praxis in der Nähe von Mainz. Außerdem promoviert er aktuell an der Universität Duisburg-Essen. Ziel seiner Promotion ist die Entwicklung eines Schmerzedukationsprogramms für ältere Menschen mit chronischen muskuloskelettalen Schmerzen. Seine Ausbildung zum Physiotherapeuten absolvierte er an der Universitätsmedizin Mainz und seinen Bachelor an der KH Mainz. 2023 schloss er sein Master-Studium an der Donau-Universität Krems ab. Schwerpunkt seiner praktischen Tätigkeit als Physiotherapeut ist die Therapie von Menschen mit chronischen muskuloskelettalen Schmerzen. 

Deborah Jost, PhD cand, PT M.Sc. Deborah arbeitet als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Hochschule Bochum. Die Ausbildung zur Physiotherapeutin schloss sie 2017 in Siegen ab und sammelte seitdem Erfahrung in der physiotherapeutischen ambulanten Versorgung. Folgend auf den Bachelor Physiotherapie an der Hochschule Osnabrück 2019 und den Master Versorgungswissenschaft an der Universität zu Köln arbeitet sie aktuell an ihrer Promotion zum Thema Pain Science Education und Fehlannahmen über Rückenschmerzen bei Menschen in Deutschland. 

Dr. (rer. hum. biol.) Ruth Meise, M.Sc. PT, OMPT. Ruth arbeitet als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Hochschule Bochum. Ihre staatliche Prüfung zur Physiotherapeutin legte sie 2005 in Hamburg ab. Es folgten bis 2023 immer begleitend zur Arbeit als Physiotherapeutin in verschiedenen Praxen der Bachelor PT in Utrecht in den Niederlanden, der Master mit Schwerpunkt OMPT an der HAWK in Hildesheim und die Promotion zum Thema Pain Science Education bei Migräne an der Universität zu Lübeck. Schwerpunkte ihrer Arbeit in Forschung und Praxis sind das Schmerzmanagement und die Verknüpfung von Praxis und Wissenschaft.