Workshop 23: Mentale Gesundheit in der Physiotherapie. (K)ein Tabuthema?
Inhalt des Workshops:
Psychische Belastungen wie Depressionen, Angststörungen oder chronischer Stress sind keine seltenen Zusatzerkrankungen, sondern beeinflussen als wesentliche biopsychosoziale Faktoren maßgeblich den Rehabilitationsverlauf in allen Fachbereichen der Physiotherapie. Dennoch herrscht in der Praxis oft Unsicherheit: Wie spreche ich diese Themen an? Wo genau verläuft die Grenze zwischen physiotherapeutischem Handeln und psychotherapeutischer Intervention?
In diesem Workshop erarbeiten wir gemeinsam Strategien, um psychische Komponenten sicher in den Therapiealltag zu integrieren. Der Fokus liegt dabei ausdrücklich auf der praktischen Anwendung und dem Austausch von Erfahrungen.
- Rollenverständnis & Abgrenzung: Wir diskutieren die Schnittstelle zwischen Physiotherapie und Psychologie. Wo endet unser „Scope of Practice“ und wie definieren wir unsere Rolle als wichtige Akteure Management mentaler Gesundheit?
- Screening & Assessment: Vorstellung und Erprobung praxisnaher Tools. Wir üben nicht nur die Anwendung, sondern auch die wertschätzende Kommunikation der Ergebnisse.
3. Intervention & Verhaltensänderung: Einführung in die Verknüpfung von Motivational Interviewing (MI) und der WOOP-Methode (Wish, Outcome, Obstacle, Plan).
Lernziele:
Die Teilnehmer*innen...
- erhalten Sicherheit im Umgang mit psychischen Belastungen ihrer Patient*innen.
- können valide Screening-Tools zielgerichtet einsetzen und die Ergebnisse kommunizieren.
- beherrschen die Grundlagen der WOOP-Methode zur Förderung der Therapieadhärenz.
- können die Grenzen ihres eigenen Handelns definieren und kennen Verweiswege.
Zielgruppe:
Interessierte Physiotherapeut*innen, Praktiker*innen, Student*innen sowie Noviz*innen aus allen Fachbereichen, die ihre biopsychosoziale Handlungskompetenz erweitern möchten.

Informationen zu den Referent*innen:
Ich bin Physiotherapeutin und habe mich im Rahmen meines Masterstudiums auf den Bereich der psychiatrischen und mentalen Gesundheitsversorgung spezialisiert. Mich fasziniert das Zusammenspiel zwischen Körper und Geist und die Frage, wie wir als Therapeut*innen das wachsende Wissen in diesem Bereich in unsere Arbeit integrieren können. Aktuell arbeite ich an der Hochschule Bochum und promoviere über die KU Leuven zum Einsatz von Entspannungstechniken im Rahmen der neurologischen Rehabilitation.