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„25 Jahre Verbundstudium – ein Erfolgsmodell“

Hochschulangehörige und Gäste feiern die diesjährigen Absolventen und 25 Jahre Jubiläum

Auch Absolventinnen und Absolventen des ersten Jahrgangs haben es sich nicht nehmen lassen, das 25-jährige Jubiläum der Verbundstudiengänge mitzufeiern. Foto: Alexander Althöfer, FH Südwestfalen.

In diesem Jahr gehörten sie zu den besten und wurden für ihre Abschlussarbeiten ausgezeichnet: Nico Moede (links) und Kirjiakos Galanakis (rechts). Ihnen gratulierten Prof. Dr. Gerd Uhe, Güllü Hoyladi, (2.v.l.) und Christoph Halfter vom Verein "Alumni Verbundstudium". Foto: Alexander Althöfer, FH Südwestfalen.

Von Alexa Kuszlik
Die Hochschule Bochum hatte mit etwa 160 Gästen am 23. November 2019 gleich doppelten Grund zur Freude. Neben der diesjährigen Absolventenfeier der Verbundstudiengänge Wirtschaftsingenieurwesen (B.Sc.) und Technische Betriebswirtschaft (MBA) in der Blue Box wurde quasi „Silberne Hochzeit“ der Hochschule Bochum und der Fachhochschule Südwestfalen gefeiert: 1994 starteten nämlich die deutschlandweit ersten kooperativen Verbundstudiengänge nach dem Verbundstudienmodell. Das Angebot traf einen Nerv – mittlerweile gibt es 42 Verbundstudiengänge an 15 Hochschulen in Nordrhein-Westfalen.

„25 Jahre Verbundstudium - ein Erfolgsmodell“, bilanzierte daher Hochschul-Präsident Dr. Jürgen Bock und bedankte sich an diesem Samstagabend insbesondere bei Professor Dr. Michael Teusner, ehemaliger Rektor der Fachhochschule Südwestfalen, und bei der ehemaligen NRW-Wissenschaftsministerin Anke Brunn. Beide hatten die Einrichtung des ersten Verbundstudiengangs in den 90ern maßgeblich vorangetrieben. „Sie haben dafür Sorge getragen, dass alles, was politisch gewollt war, auch umgesetzt werden konnte“, lobte Dr. Bock. Für die Realisierung seien vor allem starke Partner wichtig gewesen, entgegnete die Ministerin a.D. Und: „Mit solch einem Erfolg haben wir nicht gerechnet.“

Um das Jubiläum zu feiern, stellten die beiden Verbundstudiengänge ein buntes Programm auf. Iryna Bilenka, die amtierende Weltmeisterin der Sandmalerei, begeisterte die Anwesenden mit auf den Anlass abgestimmter Performances, anschließend fand eine Podiumsdiskussion statt. In der erläuterte Dr. Michael Teusner, dass es früher keine Möglichkeit gegeben habe, berufsbegleitend oder mit Familie zu studieren – abgesehen von einem Fernstudium. „Ein anwendungsbezogenes Studium wie Wirtschaftsingenieurwesen benötigt aber Präsenzzeit, deshalb musste ein neues Studienmodell konzipiert werden.“ Teut Noeske, Absolvent dieses ersten Verbundstudiengangs, erzählte von seiner Karriere als Wirtschaftsingenieur bei der Commerzbank. Er teilte außerdem die Anekdote, dass er seinen Berufsschullehrer im Verbundstudiengang traf, denn auch der wollte sich weiterbilden. „Diese Freundschaft hält bis heute, wir waren erst neulich gemeinsam wandern.“

Auch Ute Berens wagte damals den Schritt in den Verbundstudiengang. Durch ihren Abschluss sei ihr der ersehnte Branchenwechsel gelungen. „Heute bin ich als Ingenieurin bei Airbus Helicopters beruflich glücklich.“ Praxisnähe par excellence: Ihre Diplomarbeit wurde bei ihrem ehemaligen Arbeitgeber zum Firmen-Handbuch, „besser geht's nicht“, so die 54-Jährige begeistert.

Auch die jüngste Absolventenbefragung verspricht den Neu-Absolventen glänzende Aussichten: „Demnach schaffte etwa jeder Zweite innerhalb eines Jahres einen beruflichen Aufstieg, sechzig Prozent erhielten im selben Zeitraum eine überproportionale Gehaltserhöhung“, zählte Studiengangleiter Professor Dr. Henner Klönne auf. Absolvent Nico Moede, der am Samstagabend für seine diesjährige Abschlussarbeit im MBA-Studiengang Technische Betriebswirtschaft mit dem 2. Platz des Alumni-Awards geehrt wurde, hat eine andere Priorität: „Ich möchte auf lange Sicht meinen Arbeitsplatz sichern.“ Die Hochschule verlasse er nun mit einem weinenden und einem lachenden Auge. Der Zusammenhalt in seiner Lerngruppe werde ihm fehlen, aber: „Ich freue mich auch sehr darüber, das Studium gemeistert zu haben.“ In der Mensa ließ die Gesellschaft den Abend mit Wein, Hirschragout, Kartoffelgratin und mehr genussvoll ausklingen.