Viele Persönlichkeiten. Zwei Standorte. Eine BO.

„Ein Glücksfall für alle“

Campus Velbert/Heiligenhaus feiert 10-jähriges Bestehen

Sie haben den Erfolg des Campus Velbert/Heiligenhaus mit möglich gemacht und gefördert (von links): Alt-Hochschulpräsident Prof. Martin Sternberg, Ulrich Hülsbeck und Torsten Enge vom Schlüsselregion e.V., Hochschulpräsident Prof. Jürgen Bock, Landeswirtschaftsminister Andreas Pinkwart, Landrat Thomas Hendele, die Bürgermeister von Heiligenhaus und Velbert, Michael Beck und Dirk Lukrafka sowie Standortsprecher Prof. Christian Weidauer.

Zeigte Zukunftpersektiven für das Land auf, an denen auch der Campus Velbert/Heiligenhaus mitwirken kann: NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart. Fotos: Heinz-Werner Rieck

Am 24. September 2009 startete der Campus Velbert/Heiligenhaus (CVH) mit 28 Nachwuchsingenieur*innen und zwei Professoren seinen Studienbetrieb. 10 Jahre später freuen sich 90 Erstis und alle 36 Mitarbeiter*innen des CVH auf den Start des neuen Wintersemesters. Der Campus Velbert/Heiligenhaus ist inzwischen zu einer festen Bildungsinstitution in der Region geworden. Es gibt vier eigene Studiengänge, ein modernes Campusgebäude, eine Studierendenwohnanlage, das Schülerlabor und zahlreiche Kooperationen mit Unternehmen und Schulen im gesamten Kreisgebiet. Diese Erfolge wurden am 30. Oktober im Rahmen einer Jubiläumsfeier am Campus gefeiert.

„Ich bin sehr stolz darauf, wie gut sich der Campus Velbert/Heiligenhaus in nur 10 Jahren entwickelt hat“, so Hochschulpräsident Prof. Jürgen Bock „Wir haben es geschafft mit einem praxisnahen Studienmodell und individueller Betreuung dauerhaft junge Menschen für ein Ingenieurstudium in Heiligenhaus zu begeistern und damit Fachkräftenachwuchs für die Schlüsselregion zu sichern.“ Seit Einführung der neuen Bachelor-Studiengänge 2015 starten jedes Jahr rund 100 (Fach-)Abiturient*innen ihr Ingenieurstudium in Heiligenhaus. Über 100 Kooperationsunternehmen bilden die jungen Menschen im Rahmen des dualen Studiums praxisnah für das Berufsleben aus.

„Die Unternehmen der Region haben von Anfang an in der Campusgründung die Chance gesehen, einen drohenden Fachkräftemangel im Ingenieurbereich abzuwenden. Deshalb hatten wir uns auch so um den Außenstandort der Hochschule Bochum in der Schlüsselregion bemüht“, erklärt Dr. Thorsten Enge, Geschäftsführer der Schlüsselregion e.V. Der Verein hatte 2008 den offiziellen Antrag zur Campusgründung gemeinsam mit der Hochschule geschrieben und beim Land NRW eingereicht. Der damalige Wissenschaftsminister Prof. Andreas Pinkwart hatte eine landesweite Initiative zur Stärkung von MINT-Studiengängen an Fachhochschulen gestartet.

Insgesamt stellte das Land NRW 1,3 Milliarden Euro zur Neugründung und Ausbau von Fachhochschulen zur Verfügung. „Das Konzept der Hochschule Bochum für den Campus Velbert/Heiligenhaus hatte sofort überzeugt: Im Rahmen des dualen Ingenieurstudiums können die Studenten schon früh wichtige Berufserfahrungen sammeln. Gleichzeitig bekommen die Unternehmen durch den Austausch Zugang zu Hochschul-Know-how und können dies für eigene Forschungs- und Entwicklungsprojekte nutzen. Davon profitieren alle Beteiligten“, so Minister Pinkwart. Als jetziger Wirtschaftsminister des Landes freut er sich insbesondere über die enge Zusammenarbeit mit den mittelständischen Betrieben in der Region.

Mit dem Umzug 2017 in das eigene Campusgebäude an der Kettwiger Straße in Heiligenhaus haben sich die Rahmenbedingungen für Lehre und Forschung noch einmal verbessert: „Unsere Labore wurden technisch erweitert und mit dem Multitechnikum haben wir weitere Möglichkeiten erhalten angewandt zu forschen und lehren“, erläutert Standortsprecher Prof. Christian Weidauer. Neben einem Industrieroboter und einer dynamischen Universal-Prüfmaschine befindet sich dort auch ein hochmoderner Lenkungs-Prüfstand. „Die Kollegen und die Studierenden wissen es sehr zu schätzen, dass sie dort die Möglichkeit haben, an diesen modernen Maschinen zu arbeiten, die teilweise mehrere hunderttausend Euro kosten“, so Prof. Weidauer. Damit sind weitere komplexe Entwicklungsprojekte zusammen bzw. für die Industrie am CVH umsetzbar. Insgesamt erhielt der Campus seit seiner Gründung bereits rund 1,8 Millionen Euro für Forschungs- und Entwicklungsprojekte (Drittmittelprojekte).

„Für die Unternehmen in der Schlüsselregion ist der Campus inzwischen ein fester und wichtiger Partner für Ausbildung- und Forschungsarbeiten“, betont auch der Heiligenhauser Bürgermeister Michael Beck. Darüber hinaus besteht am Campus eine Kooperation mit der IHK Düsseldorf, der Handwerkskammer Düsseldorf sowie der Kreishandwerkerschaft Kreis Mettmann.  „Die Kooperationen führen zu verstärkter Nachfrage an Studienplätzen auch außerhalb von Velbert und Heiligenhaus und sichern natürlich mittelfristig ein hohes Niveau an Studienanfängern am CVH“, so Prof. Bock. Die Studieninteressierten schätzen dabei die neuen Angebote, die seit 2017 rund um den Campus entstanden sind und Heiligenhaus als Studienort attraktiv machen: „Mit der neuen Studierendenwohnanlage direkt am Campus können die Studierenden innenstadtnah zu sehr günstigen Preisen wohnen, das Thormählen-Bildungshaus mit dem TEC Lab CVH lockt mit zahlreichen Freizeitangeboten für Technik-Fans. Diese Angebote beleben unsere Stadt und machen sie für die Jugend attraktiv“, so Michael Beck.

Zukünftig sollen solche Campusaktivitäten auch vermehrt in Velbert stattfinden: Es sind Schülerlabor-Kurse in der Stadtbibliothek geplant und mit dem Geschwister-Scholl-Gymnasium wurde Anfang des Monats der erste Schulkooperationsvertrag mit einer Velberter Schule unterschrieben. „Damit wird der Campus für unsere Schülerinnen und Schüler in ihrer Stadt erlebbar, wodurch wiederum das Interesse an seinen Studienangeboten gefördert wird“, erklärt der Velberter Bürgermeister Dirk Lukrafka. „Der Campus Velbert/Heiligenhaus beweist uns, dass Hochschulen und Kommunen erfolgreich kooperieren. Auch unsere Kommunen Velbert und Heiligenhaus profitieren von ihrer Hochschule, unsere Städte werden bunter, jünger und stärker. Ein Glücksfall für uns alle.“ Hochschulpräsident Prof. Bock freut sich über die jüngsten Entwicklungen. „Dies zeigt, dass der Campus nie still steht und sein Wirkungsfeld immer vergrößert. Dies ist vor allem den engagierten Mitarbeiter/-innen zu verdanken, die so vielfältig aktiv sind und die Campusentwicklung vorantreiben. Für die Zukunft sind das hervorragende Aussichten!“