Viele Persönlichkeiten. Zwei Standorte. Eine BO.

Lehrpreisträger Christian Müller ist jetzt auch "Doktor"

Erste erfolgreiche kooperative Promotion im Fachbereich Geodäsie der Hochschule Bochum

Sie alle freuten sich gemeinsam über die Promotion von Dr. Christian Müller (Mitte). Von links nach rechts: Prof. Dr. Wolfgang Friederich, Dekan der Fakultät für Geowissenschaften der Ruhr Universität Bochum, Prof. Dr. Ulrike Klein, Erstgutachterin und Professorin am Fachbereich Geodäsie der Hochschule Bochum, PD Dr. Angela Hof, Zweitgutachterin, Ruhr Universität Bochum/Universität Salzburg, und Prof. Dr. Harald Zepp, Drittgutachter, Ruhr Universität Bochum.

Christian Müller, wissenschaftlicher Mitarbeiter und Lehrpreisträger 2018 aus dem Fachbereich Geodäsie der Hochschule Bochum, hat erfolgreich das Promotionsverfahren zum Dr. rer. nat. absolviert. In Kooperation mit der Ruhr Universität Bochum und betreut durch Prof. Dr. rer. nat. Ulrike Klein (Fachbereich Geodäsie) und Assoz.-Prof. Dr. Angela Hof (Universität Salzburg) forschte er zum Thema "System-oriented Spatial Simulations for Sustainable Urban Planning".

Dabei entwickelte er eine Simulationsplattform, die von Städteplanern und Entscheidungsträgern auf sehr einfache Weise genutzt werden kann, um abzuschätzen, welche möglichen Folgen unterschiedliche Planungsvorhaben haben können. Das Ganze geschieht in einer Spieleumgebung, in der sehr intuitiv systemische Rückkopplungsmechanismen erfahrbar werden. Bspw. simuliert der Nutzer einen neuen Supermarkt an einem bestimmten Standort in der Stadt und hat dabei die Möglichkeit, abschätzen zu lassen, welche Auswirkungen dies auf den Bodenrichtwert oder die Raumattraktivität haben könnte.

Im Hintergrund kommen Methoden und Techniken aus den Bereichen Data Science und Geoinformatik zum Einsatz. Dabei werden Daten aus einer Vielzahl heterogener Quellen automatisiert in ein einheitliches Datenmodell integriert. Diese breite Datengrundlage wurde zusätzlich mit Hilfe von gemischten quantitativen und qualitativen Methoden zur Messung der Raumattraktivität ergänzt. Es wurde eine Briefumfrage, App-gestützte Umfragen, Bürger-Interviews, sogenannte Emotionen-Kartierungen und eine Analyse von Twitter-Daten durchgeführt. Schließlich werden diese Daten in der entwickelten Plattform durch geostatistische Machine Learning Methoden analysiert und in Regeln für verschiedene Simulationsansätze überführt.

Abgeschlossen wurde die Promotion durch die Disputation zum Thema "Neue Zugänge zur Stadt – Urban Analytics als Bindeglied zwischen geographischer Stadtforschung, Data Science und Geoinformatik". Hierbei wurde u.A. dargelegt, dass eine erhöhte Datenverfügbarkeit, genauso wie verbesserte Analysealgorithmen, die Erforschung des städtischen Raumes revolutionieren.