Viele Persönlichkeiten. Zwei Standorte. Eine BO.

Solarcar-Rennen wird zur Wasserschlacht

Sonnenwagen aus Bochum fahren auf die vorderen Ränge bei der European Solar Challenge 2018

iESC 2018: Die Gewinner der Cruiser-Klasse

Die Gewinner in der Cruiser-Klasse: Polen auf Platz 1 und Bochum auf Platz 2 und 3 (v.l.n.r).

Vize-Europameister und dritter Platz in der Cruiser-Klasse, 4. Platz in der Challenger-Klasse – so lautet die Bilanz für die Hochschule Bochum bei der Europameisterschaft der Sonnenwagen. Am Wochenende trafen sich 22 Top-Teams aus aller Welt auf der ehemaligen Formel-1-Rennstrecke in Zolder/Belgien. Hauptevent war das 24-Stunden-Rennen, ein weltweit einzigartiger Wettbewerb für Solarfahrzeuge.

Pünktlich zum Start am Samstag um 13 Uhr fängt es an zu regnen und hört auch bis zum folgenden Tag bis auf kurze Unterbrechungen nicht mehr auf. Die Strecke wird zur Schlinderbahn für die Solarcars mit den dünnen, energieeffizienten Reifen. Schnellen Kurvenfahrten werden mit einem Ausflug in das Kiesbett bezahlt. Die Rutschpartie bleibt aber nicht die einzige Herausforderung. Sonnenwagen haben üblicherweise weder Heizung noch Klimaanlage eingebaut. Beschlagene Scheiben sind die Folge und das Antibeschlagtuch wird zum wichtigsten Hilfsmittel, um freie Sicht zu gewährleisten. Zudem sind viele der Prototypen nicht wirklich wasserdicht. Die Feuchtigkeit dringt in die empfindliche Elektronik und der Abschleppwagen bleibt die einzige Rettung, wenn man auf dem 4 Kilometer langen Kurs liegen bleibt.

Elektronikdefekte durch eindringenden Regen bleiben dem Bochumer Team, das mit vier seiner Solarcars mitfährt, erspart. Neben dem aktuellen thyssenkrupp blue.cruiser und dem Vorgänger SunRiser gehen auch die Oldtimer SolarWorld GT, Baujahr 2011, und SolarWorld No.1, Baujahr 2007, an den Start. Zunächst führt der blue.cruiser die Rundenstatistik an, fällt aber mitten in der Nacht mit einem schweren Fahrwerksschaden für mehrere Stunden aus. Der SunRiser setzt sich an die Spitze und hat am Ende 197 Runden auf dem Parcours gefahren. Das reicht aber nicht für den Sieg. Denn die Gesamtwertung setzt sich aus diversen Teilwettbewerben zusammen, unter anderem auch aus der Anzahl der Personen, die pro Runde mitgenommen werden. Hier punktet das Team aus Lodz/Polen, das oft 4 Personen an Bord hat. Der SunRiser kann hier als Sportcoupé mit zwei Sitzen nicht mithalten. Der Titel Europameister in der Cruiser-Klasse für alltagstaugliche und regensichere Solarcars geht also in diesem Jahr nach Polen. In der Challenger-Klasse schafft es der 11 Jahre alte SolarWorld No.1 auf einen beachtlichen vierten Platz, zusammen mit den aktuellen Sonnenrennwagen aus Belgien und Aachen. Hier fährt das Team aus Twente zum Sieg.