Wie kann der nachhaltige Wandel des Ruhrgebiets erfolgreich fortgesetzt werden? Dieser Frage widmete sich am 29. September 2026 die Konferenz ZUKUNFTSLAB.RUHR. Unter dem Titel „Transformation gemeinsam gestalten“ kamen rund 230 Akteur*innen aus Kommunen, Hochschulen, Unternehmen, Behörden, Verbänden und Stiftungen an der Hochschule Bochum zusammen. Veranstalter der Konferenz waren THALESruhr, das Nachhaltigkeitsprojekt der Hochschule Bochum, und der Regionalverband Ruhr (RVR).
Schirmfrau der Konferenz ist Mona Neubaur, Ministerin für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen. Neubaur betonte: „Hier in Bochum zeigt sich: Das Ruhrgebiet wartet nicht darauf, dass andere seine Zukunft schreiben. Wissenschaftlerinnen, Unternehmer, Verwaltung und engagierte Bürger sitzen an einem Tisch. Sie arbeiten an ganz praktischen Fragen: Wie wird die Straße vor der Haustür grüner und im Sommer kühler? Wo entstehen die Jobs von morgen? So sieht Strukturwandel aus, der bei den Menschen ankommt.“
Prof. Dr. Mi-Yong Becker, Vizepräsidentin der Hochschule Bochum, hebt zufrieden hervor: „Mit dem ZUKUNFTSLAB.RUHR haben wir ein erfolgreiches Format und einen Arbeitsraum geschaffen, bei dem der gemeinsame Austausch und die Entwicklung konkreter Ideen im Mittelpunkt stehen. Ideen konnten dabei auf Praxis treffen. Und gemeinsam haben wir an Lösungen für die Zukunft des Ruhrgebiets gearbeitet.
Zum Auftakt der Konferenz sprach Moderatorin Katja Leistenschneider mit Prof. Dr. Andreas Wytzisk-Arens, Präsident der Hochschule Bochum, und Nina Frense, Beigeordnete für Umwelt und Grüne Infrastruktur beim Regionalverband Ruhr. Andreas Wytzisk-Arens betonte dabei den mentalen Perspektivwechsel, den das Projekt THALESruhr durch seine Transferaktivitäten und die Unterstützung des nachhaltigen Wandels im Ruhrgebiet an der Hochschule Bochum geschaffen und dadurch eine Aufbruchstimmung erzeugt hat.
Nina Frense, RVR-Beigeordnete Umwelt und Grüne Infrastruktur, betonte: „Zukunft entsteht immer dort, wo Menschen zusammenkommen, Wissen und unterschiedliche Perspektiven teilen und so gemeinsam ins Umsetzen kommen. Wir brauchen Wissenschaft, Kommunen, Wirtschaft und Zivilgesellschaft an einem Tisch – und den Mut, aus Wissen konkrete Lösungen zu machen. Genau dafür steht das ZUKUNFTSLAB.RUHR.“
Anschließend setzte Boris Lebedev von Reinventing Society mit seinem Vortrag „Positive Zukunftsvisionen als Antrieb für Veränderung“ einen wesentlichen Impuls.
In der darauffolgenden Gesprächsrunde diskutierten Nina Frense, Prof. Dr. Manfred Fischedick vom Wuppertal Institut, Katja Kamlage von der Wirtschaftsförderungsagentur Ennepe-Ruhr und Boris Lebedev über zentrale Fragen der Transformation.
In sechs Labs gemeinsam Lösungen entwickeln
Am Nachmittag wurde in sechs thematischen Labs an konkreten Zukunftsfragen gearbeitet. Das Participation Lab „Stadt gemeinsam gestalten“ beschäftigte sich mit neuen Formen der Beteiligung und der Frage, wie Bürger*innen wirksam in kommunale Gestaltungsprozesse einbezogen werden können.
In vier Transformation Labs ging es unter anderem um die Fragen, wie Grün zur Resilienz kritischer Infrastrukturen beitragen kann, wie digitale Klimaschutzplanung auf regionaler Ebene funktioniert und wie Straßenräume neu gedacht werden können. Ein weiteres Lab nahm die Zukunftserzählungen des Ruhrgebiets in den Blick und entwickelte gemeinsame positive Narrative für die Ruhrregion.
Im Innovation Lab lag der Fokus auf neuen Wegen für die Entwicklung von Innovationsökosystemen und der Frage, wie Orte, Netzwerke und Akteur*innen besser miteinander verbunden werden können.
Die intensive Arbeit in den Labs machte deutlich: Transformation braucht unterschiedliche Sichtweisen und die Zusammenarbeit von Wissenschaft, Verwaltung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft. Allen voran braucht es Menschen, die sich engagiert einbringen.
Danach wurden die Ergebnisse aus den Labs zusammengeführt und anschließend mit Mona Neubaur, Nina Frense, Beigeordnete für Umwelt und Grüne Infrastruktur des Regionalverbands Ruhr, sowie Prof. Dr. Mi-Yong Becker diskutiert und vertieft.
Science Slam als Abschluss
Mit dem Science Slam Ruhr unter dem Titel „Transforming for Tomorrow“ fand der Tag am Abend einen unterhaltsamen Abschluss. Wissenschaftler*innen präsentierten ihre Forschung in kurzen, verständlichen und kreativen Vorträgen und zeigten, wie vielfältig die Wissenschaft im Ruhrgebiet ist. Die THALESruhr-Wissenschaftlerin Franca Hollmann und Slam-Newcomerin belegte dabei zusammen mit dem Slam-Veteranen Jens Niemann den ersten Platz.
„Das ZUKUNFTSLAB.RUHR hat gezeigt, dass Transformation dort vorankommt, wo Menschen mit unterschiedlichen Erfahrungen und Perspektiven miteinander ins Gespräch kommen und gemeinsam ins Handeln kommen“, resümiert Mi-Yong Becker den Tag und die Konferenz.
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