Die Hochschule Bochum hat mit einer Kick-Off-Veranstaltung Ende Juli 2026 offiziell den Startschuss für ihr neues Projekt „Hochschulisches Gesundheitsmanagement" (HGM) gegeben. Erstmals führt die Hochschule Bochum ihr bisheriges betriebliches und studentisches Gesundheitsmanagement unter einem gemeinsamen strategischen Dach zusammen. Projektpartner ist die Techniker Krankenkasse, die das Vorhaben konzeptionell und finanziell unterstützt. Die Laufzeit erstreckt sich über vier Jahre und endet Anfang 2030.
Hintergrund ist der Zusammenschluss der Hochschule Bochum und der Hochschule für Gesundheit im Januar 2025: Statt zweier separater Strukturen für Studierende und Beschäftigte soll nun ein integriertes, hochschulweites Gesundheitsmanagement entstehen, das die Erfahrungen und Stärken beider Häuser zusammenführt. Hochschulpräsident Prof. Dr. Andreas Wytzisk-Arens ordnete das Projekt in seinem Grußwort zur Auftaktveranstaltung ein: „Nach der intensiven Phase des Zusammenschlusses ist jetzt der richtige Zeitpunkt, den Blick nach vorn zu richten und Gesundheit als gemeinsames Zukunftsthema der neuen Hochschule aktiv zu gestalten.“
Gesundheit als gemeinsame Aufgabe von Studium und Beruf
Im Mittelpunkt des HGM steht die Förderung des subjektiven Wohlbefindens und der mentalen Gesundheit von Studierenden und Beschäftigten: gesundheitsbezogene Ressourcen wie Bewegung, Ernährung, Entspannung und soziale Unterstützung sollen gestärkt, gesunde Führung gefördert und die Führungskultur weiterentwickelt werden. Auch die Vereinbarkeit von Studium beziehungsweise Beruf und Familie soll verbessert und gezielte Zugänge für besonders belastete oder schwer erreichbare Gruppen entwickelt werden.
„Das Studium ist eine besonders vulnerable Lebensphase – doch auch die Beschäftigten sind in ähnlichem Maße gefährdet: Stress und ein hohes Maß von Bildschirmarbeit belasten beide Gruppen", beschreibt Joachim Schröer, Berater Betriebliches Gesundheitsmanagement der Techniker Krankenkasse, die Ausgangslage.
Nächste Schritte: Bestehende Angebote zusammenführen und Strukturen nachhaltig entwickeln
Auf struktureller Ebene soll eine zentrale Koordinationsstelle HGM an der Hochschule verankert werden. Bestehende Strukturen und Maßnahmen aus dem betrieblichen und dem studentischen Gesundheitsmanagement – etwa zur mentalen Gesundheit oder Bewegungsförderung – sollen zukünftig enger miteinander verzahnt und bedarfsgerecht weiterentwickelt werden. Welche konkreten Maßnahmen und Schwerpunkte künftig im Mittelpunkt stehen, soll sich auch aus den Perspektiven und Bedarfen der Hochschulangehörigen entwickeln.
Das Projektteam möchte die weiteren Beteiligungsprozesse daher bewusst offen gestalten und gemeinsam herausfinden, welche Wünsche und Erwartungen bestehen, welche Ressourcen und Angebote bereits vorhanden sind und wo diese sinnvoll zusammengeführt werden können. Ob daraus beispielsweise neue Bewegungsangebote, Angebote zur mentalen Gesundheit oder Maßnahmen zur Entwicklung einer gesundheitsfördernden Führungskultur entstehen, soll sich im weiteren Projektverlauf zeigen. Dabei geht es nicht allein um zusätzliche Angebote – Gesundheit soll vielmehr als Querschnittsthema in die Hochschule hineinwirken und fest in den relevanten Verwaltungs- und Kommunikationsprozessen verankert werden. Ziel ist eine gesundheitsfördernde Hochschulkultur, in der Gesundheit als gemeinschaftliche Aufgabe verstanden wird.
Ein wichtiger Grundstein dafür wurde bereits mit der Auftaktveranstaltung gelegt. Neben der Hochschulleitung und Vertreter*innen der Techniker Krankenkasse waren Interessenvertretungen aus Verwaltung, Wissenschaft und Studierendenschaft eingeladen. In zwei interaktiven Workshops wurden zunächst bestehende Angebote und Strukturen betrachtet und anschließend Möglichkeiten der Beteiligung im weiteren HGM-Prozess diskutiert. Die Teilnehmenden brachten ihre Erfahrungen, Perspektiven und Erwartungen ein und zeigten auf, welche bestehenden Angebote und Strukturen bereits gut funktionieren und wo Entwicklungsbedarf gesehen wird.
Die Ergebnisse und Impulse aus der Auftaktveranstaltung fließen in die nächsten Schritte des Projekts ein. Das HGM soll über die vierjährige Projektlaufzeit hinweg gemeinsam mit den Hochschulangehörigen entwickelt werden und Studierende wie Beschäftigte gleichermaßen in den Blick nehmen. So soll Gesundheit dauerhaft als Bestandteil einer zukunftsfähigen Hochschule verankert werden.
