Auf 27 erfüllte und ereignisreiche Jahre an der Hochschule Bochum hat am 28. Januar 2026 Prof. Dr. Friedbert Pautzke zum Abschied mit vielen seiner Wegbegleitenden zurückschauen können. So mischten sich bei diesem geselligen Beisammensein in den Räumen des Instituts für Elektromobilität an der Konrad-Zuse-Straße Freude über Erinnerungen an zahllose schöne, manchmal großartige gemeinsame Erinnerungen mit der dem Wissen um das Ende dieser Zeit.
Hochschulpräsident Prof. Dr. Andreas Wytzisk-Arens würdigte das Wirken von Friedbert Pautzke in prägenden Zeiten der Hochschulgeschichte.
Mit dem SolarCar-Projekt hat er die Lehr- und Lernmethode Problem-Based Learning eingeführt, die heute in vielen Studiengängen an der HS-Bochum fester Bestandteil der Lehrpläne ist. Und auch wenn der Erfolg des Projekts, das in und von Bochum aus 20 Jahre lang betrieben wurde, zahllosen Studierenden und Lehrenden zu verdanken ist, steht sein Name wie kein anderer für dieses elektromobile Pionierprojekt mit dem Bau von acht Bochumer Solarfahrzeugen und zehn Teilnahmen an der World Solar Challenge in Australien, die Hochschule noch vor ihrem zweiten Leuchtturm Geothermie weltweit erst sichtbar werden ließ.
Deutlich geprägt hat der erste deutsche Professor für Elektromobilität auch Verständnis und Umgang der Hochschule mit dem Thema Nachhaltigkeit. So hat er in einer schwierigen Phase 2012 die Aufgabe zur Einführung fachbereichsübergreifender Studiengänge für Nachhaltige Entwicklung übernommen und konnte sie mit dem Start des Bachelor-Studiengangs 2013 und der Masterstudiengänge im Jahr 2016 auf einen guten Weg bringen. „Friedbert Pautzke ist ein Visionär und Umgestalter, der die Hochschule verändert und geprägt hat“, fasste der Präsident zusammen.
Sehr persönlich und bewegend war die Schilderung von Friedbert Pautzkes Leben durch seinen Kollegen und Freund Prof. Dr. Michael Schugt. Der Partner im langjährigen vierköpfigen Leitungsteam des Instituts für Elektromobilität beleuchtete prägende Startmomente mit Blick auf die folgenden Aktivitäten Pautzkes an der Hochschule. In der Zeit zwischen dem Abschluss seiner Ausbildung zum Nachrichtengerätemechaniker und Informationselektroniker und dem Beginn seines Elektrotechnik-Studiums in Wuppertal bereiste er Dänemark, Mittelamerika und die USA. Fotos zeigten ihn dabei unter anderem in San Franzisko. Michael Schugt resümiert: „Du hast den Geist von Silicon Valley mit nach Deutschland gebracht.“ Und das passte zu seiner Absichtserklärung zu Beginn der Tätigkeit des jungen Professors Pautzke im Jahr 1999, die im FHBO-Journal Nr. 35 nachzulesen war: Er wolle sich „über die Lehre hinaus in der angewandten Forschung engagieren“ und „Neben der Zusammenarbeit mit der Industrie liegt ihm die fachliche Förderung und technische Unterstützung potenzieller Unternehmensgründer besonders am Herzen.“
Prof. Schugt, selbst Unternehmer, beischrieb seinen Freund als Menschen und Umgestalter, der das SolarCar-Projekt initiiert und Entscheidendes beigetragen hat. Er hat allein in diesem Projekt über 500 Studierende motiviert und geprägt und, befand der frühere Vizepräsident für Forschung und Entrepreneurship Schugt,“zu besseren Menschen gemacht“. Es benötigte „Millionen von Drittmitteln und zwar Geld, Material und Logistik. Aber das reichte nicht! (…) Es benötigte Motivation und einen Motivator und einen Möglichmacher. Einen, der Engagement einfordert und Vertrauen gibt.“
Und auch einige Zahlen und Fakten, die Dr. Schugt aufführte, geben einen Eindruck vom Wirken des HAW-Professors Pautzke: 163 wissenschaftliche Veröffentlichungen, allein zwischen 2016 und 2026 Betreuung von 189 Abschlussarbeiten und 237 Projektarbeiten. Nach dem Verlassen von Nokia Bochum hat das Land NRW 2008 „Nachhaltige Mobilität“ als Handlungsfeld und Focusthema definiert: die Geburtsstunde des Innovations-Ökosystems „Ruhrvalley“, mit dem mittlerweile dutzende Unternehmen aus den HAW in Bochum, Dortmund und Gelsenkirchen ausgegründet und eine vierstellige Zahl an Arbeitsplätzen geschaffen werden konnte.




