Mit dieser Qualifikation reagieren sie auf eine wachsende Versorgungsherausforderung: In Deutschland sind derzeit mehr als 2,5 Millionen Menschen – insbesondere ältere Menschen – von komplexen, häufig chronischen Wunden betroffen. Die Behandlung ist oft langwierig, kostenintensiv und für die Betroffenen mit erheblichen Einschränkungen verbunden. Ein strukturiertes, individuelles und qualitätsgesichertes Wundmanagement gewinnt daher zunehmend an Bedeutung.
Die Weiterbildung erfolgt nach den Richtlinien der Initiative Chronische Wunden e. V. (ICW), einer interdisziplinären Fachgesellschaft, die bundesweit anerkannte Standards für die Versorgung von Menschen mit chronischen Wunden entwickelt. Ziel ist es, Fachpersonal gezielt für eine evidenzbasierte, interprofessionelle Wundversorgung zu qualifizieren.
“Die Weiterbildung zum/zur Wundexpert*in befähigt Fachkräfte, Menschen mit chronischen Wunden kompetent zu versorgen und dadurch nachhaltig ihre Lebensqualität zu verbessern”, erläutert Annette Hipler, fachliche Kursleitung der Weiterbildung und Lehrkraft für besondere Aufgaben im Fachbereich Pflege-, Hebammen- und Therapiewissenschaften der Hochschule Bochum. “Insbesondere in der Versorgung chronischer Wunden basiert die Motivation zur Qualifizierung vielfach auf intrinsischen Beweggründen, da die komplexen Versorgungsanforderungen eine vertiefte fachliche Expertise erfordern und eine hohe Verantwortung gegenüber den Betroffenen besteht. Des Weiteren eröffnet die Weiterbildung neue berufliche Perspektiven.”
Bis Ende März absolvieren die Teilnehmer*innen die Theoriephase in zwei Präsenzblöcken sowie zwei Online-Terminen. Praktische Übungen finden teilweise in den modern ausgestatteten SkillsLabs am Gesundheitscampus der Hochschule Bochum statt, sodass Theorie und Praxis eng miteinander verzahnt werden. Ergänzend dazu absolvieren sie eine 16-stündige Hospitation in spezialisierten Einrichtungen. Der Kurs schließt mit einer zweiteiligen schriftlichen Prüfung ab – bestehend aus einer Klausur und einer Hausarbeit. Nach erfolgreichem Abschluss erhalten die Absolvent*innen dann im Sommer das Zertifikat „Wundexperte ICW®/TÜV PersCert“, das fünf Jahre gültig ist. Voraussetzung für die Rezertifizierung ist der Nachweis regelmäßig erworbener Fortbildungspunkte. So wird die kontinuierliche fachliche Aktualisierung sichergestellt.
Jetzt schon für den nächsten Start in 2027 vormerken lassen
Auch für das nächste Jahr ist ein erneuter Durchgang geplant. Interessent*innen können sich bereits vormerken lassen und werden dann direkt informiert, sobald die neuen Termine feststehen. Zur Interessensbekundung Wundexperte 2027.
Über das gesamte Weiterbildungsprogramm der Hochschule Bochum können Sie sich über die Webseite der Abteilung Weiterbildung informieren.
