Die psychische Gesundheit von Studierenden und Promovierenden rückt zunehmend in den Fokus von Wissenschaft, Politik und Hochschulpraxis. Psychische Belastungen zählen inzwischen zu den häufigsten Gründen für studienbezogene Einschränkungen. Vor diesem Hintergrund ist im Dezember 2025 das vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) im Förderschwerpunkt „Wissenschafts- und Hochschulforschung (WiHo)“ geförderte Verbundprojekt MUTSPRUNG – Mehrdimensionale Untersuchung & Transfermaßnahmen mit Studierenden und Promovierenden für Resilienz und nachhaltige Gesundheit gestartet.
„Wir freuen uns, MUTSPRUNG gemeinsam mit weiteren Hochschulen in NRW und dem Promotionskolleg NRW (PK NRW) umzusetzen und damit die psychische Gesundheit in Studium und Promotion nachhaltig zu stärken“, so Janna Leimann, wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Hochschule Bochum und Projektkoordinatorin.
Mehrdimensionale Forschung und praxisnaher Transfer
Im Zentrum des Projekts steht eine mehrdimensionale Untersuchung individueller und struktureller Risiko- und Schutzfaktoren psychischer Gesundheit. MUTSPRUNG verbindet empirische Forschung mit praxisnahen Transferformaten und leitet daraus konkrete Handlungsempfehlungen für gesundheitsförderliche Hochschulstrukturen ab.
Vier Teilprojekte – ein Ziel
Das Projekt gliedert sich in vier inhaltlich vernetzte Teilprojekte, die von der Hochschule Bochum unter Leitung von Prof.in Dr.in Eike Quilling koordiniert werden.
Teilprojekt 1 (Hochschule Bochum | Leitung Prof.in Dr.in Eike Quilling): Analyse gesundheitsförderlicher Studien- und Promotionsbedingungen sowie Entwicklung struktureller Empfehlungen
Teilprojekt 2 (FH Münster | Leitung Prof.in Dr.in Jennifer Schmidt): Untersuchung individueller psychischer Belastungen, Risiko- und Resilienzfaktoren, u. a. Einsamkeit und Mental Health Literacy
Teilprojekt 3 (Ruhr-Universität Bochum | Leitung Prof.in Dr.in Sandra Aßmann): Analyse besonders vulnerabler Phasen im Student Life Cycle, z. B. Studienbeginn, Übergänge und Abschlussphasen
Teilprojekt 4 (katho NRW | Leitung Prof.in Dr.in Swantje Notzon): Erforschung psychischer Barrieren und Teilhabemöglichkeiten im Studium
Begleitet werden die Teilprojekte von Promotionsvorhaben im Rahmen einer interdisziplinären Forschungsgruppe am Promotionskolleg NRW.
Breite Datengrundlage und große Reichweite
Durch den Verbund der beteiligten Hochschulen und weiterer Partner*innen* können rund 130.000 Studierende und über 5.000 Promovierende aus unterschiedlichen Fachrichtungen und in unterschiedlichen Studienphasen erreicht werden. Von technischen und naturwissenschaftlichen über soziale, medizinische und wirtschaftliche bis hin zu künstlerisch-kreativen Studiengängen. Diese Vielfalt ermöglicht eine differenzierte Analyse verschiedener Lebensrealitäten und Belastungskonstellationen im Hochschulkontext.
Nachhaltige Wirkung für Studierende und Promovierende
„MUTSPRUNG leistet einen wichtigen Beitrag zur evidenzbasierten Weiterentwicklung gesundheitsförderlicher Hochschulstrukturen. Ziel ist es, nicht nur individuelle Ressourcen zu stärken, sondern auch Rahmenbedingungen so zu gestalten, dass ein gesundes Studium und eine gesunde Promotion möglich werden“, so die Konsortialführung Eike Quilling. Durch die enge Zusammenarbeit mit Praxispartner*innen sollen die Projektergebnisse bundesweit transferiert, hochschulpolitisch wirksam gemacht und langfristig in Hochschulen verankert werden.
Partner*innen in MUTSPRUNG
MUTSPRUNG wird gemeinsam mit folgenden Partner*innen umgesetzt:
FH Dortmund, FH Südwestfalen, TH Georg Agricola Bochum, HS Bonn Rhein Sieg, Techniker Krankenkasse, AKAFÖ, Studierendenwerk Münster, Netzwerk Gesunde Hochschulen Nord, Netzwerk Gesunde Hochschulen NRW, Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen Bremen e. V., Promotionszentrum soziale Arbeit Hessen, HS Rhein Main, HS Darmstadt.
Wissenschaftlicher Kontakt:
Janna Leimann
Projektkoordination MUTSPRUNG
