Lesung und Talk mit Mia Gatow
"Rausch und Klarheit"

Alkohol ist tief in unserer Gesellschaft verankert. Er begleitet viele unserer Lebensgeschichten und ist häufig Teil sozialer Prägungen. Er gilt als Kulturgut, als Mittel zur Entspannung, als soziales Schmiermittel – oft romantisiert und kultiviert, selten hinterfragt. Und doch hat kaum eine Substanz so weitreichende Folgen: Alkohol verursacht mehr Todesfälle als Verkehrsunfälle, fördert Gewalt und kann familiäre Beziehungen zerstören. Trotz dieser Realität wird wohl keine andere Droge gesellschaftlich so konsequent geschützt und normalisiert.
Anlässlich des Internationalen Frauentags richten wir den Blick auf eine Perspektive, die häufig übersehen wird: Welche Rolle spielt Alkohol im Leben von Frauen? In einer Lesung aus ihrem Buch „Rausch und Klarheit“ erzählt Mia Gatow von feministischen Narrativen, historischen Unterschieden zwischen Männern und Frauen im Konsumverhalten und den gesellschaftlichen Herausforderungen, die mit dem Thema Alkohol verbunden sind.
Die Veranstaltung ist nicht darauf ausgerichtet, belehrend oder moralisierend zu wirken – im Gegenteil: Wir laden herzlich zu einem offenen Austausch ein und lauschen Mias Erzählungen aus ihrem Buch. In entspannter Atmosphäre schaffen wir Raum, sich dem Thema zu nähern und persönliche Perspektiven zu teilen.
Von der Schönheit des nüchternen Lebens
Mia liebt den Rausch. Drama, Drinks und Exzess sind fester Bestandteil ihrer Identität. So schlimm wie bei ihrer Oma und ihrem Vater, die der Alkohol umgebracht hat, ist es bei ihr aber noch lange nicht, denkt sie. Doch als die Nächte ihren Glanz verlieren, die Kater schlimmer werden, und sich eine diffuse Hoffnungslosigkeit in ihr ausbreitet, ahnt Mia, dass sie ihr Leben ändern muss.
Mit sprachlicher Wucht seziert Mia Gatow, wie sich die Sucht in ihre Familie und dann in ihr eigenes Leben schlich. Sie erzählt von den romantischen Mythen, die wir einander erzählen, um den Drink nicht loslassen zu müssen – und von der ungeahnten Schönheit, die sich eröffnet, wenn wir es doch tun.
»Ich möchte dieses Buch allen Leuten schenken, die ich kenne. Man liest es förmlich mit angehaltenem Atem. Es ist wie eine grandiose Ballade – über Abhängigkeit, Sehnsucht und Liebe und über das Leben, das so viel echter sein kann als gedacht.« – Daniel Schreiber
Infos zur Veranstaltung:
📅 Datum: Mo, 09.03.26
🕒 Uhrzeit: 17–19 Uhr
📍 Ort: H0–01, Zentralcampus der Hochschule Bochum, Am Hochschulcampus 1, 44801 Bochum