Am 24. März brachte Prof. Dr. Anja Tenberge (Data Science) vom Fachbereich Elektrotechnik und Informatik der Hochschule Bochum Programmieren dorthin, wo man es kaum erwartet: in einen Kindergarten. In einem einstündigen Workshop erhielten Vorschulkinder einen ersten Zugang zu grundlegenden Konzepten der Informatik– ohne Bildschirm und mit viel Bewegung. Im ersten Teil erfuhren die Kinder durch Bewegungsspiele, wie wichtig klare Absprachen und feste Reihenfolgen sind, um Bewegungsabläufe im Raum zielgerichtet umzusetzen. Im zweiten Teil des Workshops kamen BeeBots zum Einsatz: kleine Lernroboter in Bienenform, die über Tasten gesteuert werden. Durch das Programmieren einfacher Befehlsfolgen lenkten die Kinder die Roboter über ein Spielfeld. Die direkte Rückmeldung durch die sichtbare Bewegung half ihnen, Erfolge zu erkennen und Fehler gemeinsam zu korrigieren.
Der Workshops stärkt gezielt die Fähigkeit von fünf- bis sechsjährigen Kindern, logische Abläufe zu verstehen, zu planen und zu reflektieren. Gleichzeitig werden Problemlösekompetenz, Teamarbeit, Kommunikation und räumliches Denken gefördert.
Die Veranstaltung ist Teil des gerade begonnenen Projekts „BeeBO – Frühe informatische Bildung durch spielerisches Programmieren“. Die dabei gewonnenen Erfahrungen fließen in die Entwicklung pädagogischer Konzepte zur praxisnahen Förderung von Programmierkompetenzen im Elementar- und Primarbereich ein. Nach weiteren Praxiserprobungen mit Kindern im Alter von fünf bis acht Jahren sollen darauf aufbauend Fortbildungsangebote für Erzieher:innen und Grundschullehrkräfte entstehen.
„Als Hochschule behalten wir die gesamte Bildungsbiografie vom Kindergarten bis zum Berufseinstieg im Blick. Unser Ziel ist es, Interessen früh zu fördern und Perspektiven im technischen und informatischen Bereich zu eröffnen“, sagt Anja Tenberge. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Chancengleichheit: „Allen Kinder sollten frühzeitig positive Zugänge zur Informatik eröffnet werden, unabhängig von ihrem familiären Hintergrund und gesellschaftlich geprägten Rollenbildern. Derzeit erhalten viele Kinder während ihrer Schulzeit keinen systematischen Zugang zum Programmieren oder sie beginnen vergleichsweise spät damit. Das erschwert den Einstieg in ein Informatik-Studium und andere MINT-Studiengänge.“
Mit dem Projekt engagiert sich der Fachbereich Elektrotechnik und Informatik der Hochschule Bochum dafür, frühe informatische Bildung stärker in der pädagogischen Praxis zu verankern und die Bildungswege in technischen Disziplinen langfristig breiter und inklusiver zu gestalten.


