10. Forschungssymposium Physiotherapie
Wissen. Wirkung. Wandel.
Die Hochschule Bochum lädt gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Physiotherapiewissenschaft e. V. (DGPTW) herzlich zum 10. Forschungssymposium Physiotherapie am 27. und 28. November 2026 an den Gesundheitscampus der Hochschule Bochum ein. Unter dem Motto „Wissen. Wirkung. Wandel.“ möchten wir aktuelle Entwicklungen der physiotherapeutischen Forschung sichtbar machen, wissenschaftlichen Austausch fördern und Perspektiven für die Zukunft der Profession diskutieren.
Das Jubiläumssymposium bringt Wissenschaftler*innen, Therapeut*innen, Studierende sowie Akteur*innen aus Bildung, Versorgung und Gesundheitspolitik zusammen. Ziel ist es, evidenzbasierte Erkenntnisse zu teilen, innovative Ansätze zu diskutieren und den Wandel der physiotherapeutischen Versorgungspraxis gemeinsam weiterzudenken.
Ein abwechslungsreiches Programm mit Keynote Lectures, Vorträgen, Posterpräsentationen und interaktiven Workshops ist geplant. Die konkreten Inhalte werden derzeit finalisiert und laufend ergänzt.
Drei Keynotes
Perspektiven für die Zukunft der Physiotherapie
Drei international renommierte Expert*innen verbinden neurowissenschaftliche Grundlagen, evidenzbasierte Versorgung und professionelle Transformation. In ihrer Gesamtheit repräsentieren die drei Perspektiven die zentralen Ebenen der Professionalisierung der Physiotherapie: 1) die mikrobiologische Ebene des Lernens und der Wissensgenerierung, 2) die Mesoebene der evidenzbasierten Entscheidungsfindung und Outcome-Messung sowie 3) die Makroebene der systemischen Transformation von Versorgung und Berufsrollen. Die Keynotes greifen das Symposiumsmotto gezielt auf und stehen jeweils für einen Schwerpunkt:
Wissen (Knowledge): Prof. Dr. Dr. h.c. Onur Güntürkün | Ruhr-Universität Bochum (D)
Den Ausgangspunkt bildet die Perspektive des Wissens. Prof. Dr. Dr. h.c. Onur Güntürkün, international renommierter Biopsychologe und Neurowissenschaftler sowie Professor für Biopsychologie an der Ruhr-Universität Bochum, widmet sich in seiner Keynote „Extinktionslernen – Neues lernen und das Alte nicht vergessen“ den grundlegenden Mechanismen von Lernen und Wissensbildung. Er studierte Psychologie an der Ruhr-Universität Bochum und promovierte dort im Jahr 1984. Seit 1997 ist er Professor an der Ruhr-Universität Bochum und seit 2017 Sprecher des Sonderforschungsbereichs 1280 „Extinktionslernen“.
Seine Forschung konzentriert sich auf die biologischen Grundlagen von Kognition und Verhalten, insbesondere auf die neuronalen Mechanismen von Lernen, Gedächtnis und Emotion. Internationale Anerkennung erlangte er vor allem durch seine Arbeiten zur funktionellen Hirnasymmetrie sowie zur neuronalen Plastizität und zu kognitiven Prozessen, mit denen er das Verständnis von Lernvorgängen maßgeblich geprägt hat. Für seine wissenschaftlichen Leistungen wurde er vielfach ausgezeichnet, erhielt mehrere Ehrendoktorwürden und ist Mitglied der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina sowie weiterer internationaler Akademien.
Mit seiner ausgewiesenen Expertise zu Lern- und Gedächtnisprozessen leistet er zentrale Beiträge zum Verständnis des Extinktionslernens. Im Symposium richtet er den Fokus auf die Frage, wie nachhaltige Lernprozesse im Gehirn entstehen, welche Bedingungen langfristige Wissensverankerung und Transfer fördern und welche Konsequenzen sich daraus für Ausbildung, Lehre und klinische Praxis ergeben. Damit schafft er eine fundamentale Grundlage für jede Form von Professionalisierung.
Wirkung (Impact): Dr. Alessandro Chiarotto | Erasmus University Rotterdam (NL)
Auf dieser Basis richtet Dr. Alessandro Chiarotto, Wissenschaftler an der Erasmus University Rotterdam und am Erasmus MC den Blick auf die Wirkung physiotherapeutischen Handelns. In seiner Keynote „Measuring Impact: Evidence-Based Decisions for Better Care“ geht er der Frage nach, welche Interventionen tatsächlich messbare Effekte erzielen und wie relevante Outcomes valide erfasst werden können. Nach seinem Physiotherapiestudium an der Universität Padua und einem Master in klinischer Epidemiologie (cum laude) an der VU University Amsterdam promovierte er 2018 zur Entwicklung eines Core Outcome Measurement Sets für Rückenschmerz. Bereits früh koordinierte er internationale Forschungsgruppen, die Wissenschaft, klinische Praxis und Patient*innenperspektiven zusammenführten. Heute zählt er zu den zentralen Akteuren in der Entwicklung und Harmonisierung von Core Outcome Sets, publiziert regelmäßig in führenden Fachzeitschriften wie BMJ und Pain und ist als Associate Editor unter anderem für BMC Musculoskeletal Disorders tätig. Seine Forschung konzentriert sich auf muskuloskelettale Erkrankungen der Wirbelsäule sowie auf patientenberichtete Outcomes. Im Symposium zeigt er praxisnah, wie evidenzbasierte Entscheidungen getroffen werden können und wie diese zur Verbesserung von Versorgungsqualität, Transparenz und Nachhaltigkeit beitragen. Damit übersetzt er Wissen in überprüfbare und patientenrelevante Wirkung. Fokus auf Wirksamkeit, Outcomes und evidenzbasierte Entscheidungen in der physiotherapeutischen Versorgung.
Wandel (Transformation): Laura Finucane, Honorary Associate Professor | Health Sciences University (UK).

- Die dritte Perspektive erweitert den Blick hin zur Transformation von Praxis, Rollen und Systemen. Laura Finucane, Honorary Associate Professor an der Health Sciences University (UK), verbindet klinische Expertise, Forschung und internationale Führung in besonderer Weise. In ihrer Keynote „Driving Change: From Evidence to Transformation in Physiotherapy Practice“ zeigt sie, wie Veränderungsprozesse gelingen können und welche Rolle Physiotherapeut*innen dabei einnehmen. Nach ihrem Studium an der Brunel University London (First-Class Honours) entwickelte sie eine klinische Karriere bis zur Consultant Physiotherapist, ergänzte diese durch einen Master an der University of Brighton. Als Präsidentin der International Federation of Orthopaedic Manipulative Physical Therapists (IFOMPT) von 2020 bis 2024 prägte sie die strategische Weiterentwicklung der muskuloskelettalen Physiotherapie weltweit maßgeblich. In leitenden Funktionen, unter anderem als Clinical Director der Sussex MSK Partnership, entwickelte sie innovative, interdisziplinäre Versorgungsmodelle mit starkem Fokus auf patientenzentrierte und vernetzte Versorgung. Ein besonderer Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt auf der frühzeitigen Erkennung schwerwiegender Pathologien, der Implementierung evidenzbasierter Leitlinien sowie der Weiterentwicklung biopsychosozialer Ansätze. Sie steht für einen Perspektivwechsel in der Versorgung – weg von der reinen Problemorientierung hin zur Frage: „What matters to you?“ Im Symposium macht sie deutlich, wie aus Wissen und Evidenz tatsächlicher Wandel entsteht und wie die Profession ihre Zukunft aktiv gestalten kann.
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Alle Updates zum Programm, zu Keynotes und organisatorischen Details werden fortlaufend auf dieser Seite, über die Presse und über Social Media wie Instagram @fspt2026 veröffentlicht.
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