Projekt Kreisrad zu Gast bei M&R Recycling Solutions in Bergkamen


Vergangene Woche fand das zweite Treffen des Forschungsprojekts Kreisrad mit dem Projektbeirat bei M&R Recycling Solutions in Bergkamen statt. Als Mitglied des Projektbeirats hatte M&R die Projektpartner muli cycles, elorec, den Lehrstuhl für Zuverlässigkeitstechnik und Risikoanalytik (LZR) der Bergischen Universität Wuppertal und das Labor für Nachhaltigkeit in der Technik (LNT) der Hochschule Bochum eingeladen. Mit dabei waren außerdem die Projektbeiratsmitglieder Dinges GmbH und DHM Prüfsysteme. Das Projekt wird von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt gefördert (Projektseite).
Worum geht es bei Kreisrad?
Das Forschungsprojekt Kreisrad untersucht, wie sich die Kreislauffähigkeit von Light Electric Vehicles (LEVs) am Beispiel von E-Lastenrädern verbessern lässt. Im Mittelpunkt stehen dabei verschiedene End-of-Life-Strategien wie Wiederverwendung, Reparatur und Recycling sowie Maßnahmen zur Verlängerung der Lebensdauer von Bauteilen. Ziel ist es, ökologische, ökonomische und soziale Aspekte zu bewerten und daraus fundierte Entscheidungen für eine kreislaufgerechte Produktgestaltung abzuleiten. Die gewonnenen Erkenntnisse fließen in die Entwicklung eines kreislaufwirtschaftlich optimierten E-Lastenrad-Prototyps und eines Handlungsleitfadens für Hersteller ein. Auch eine digitale Produktakte, in der relevante Informationen über den Lebenszyklus eines Produkts gebündelt werden, ist Teil des Projekts.
Einblicke in die Praxis
Zum Auftakt des Treffens erhielten die Teilnehmenden bei einer Führung über das Werksgelände von M&R spannende Einblicke in die praktischen Abläufe und Herausforderungen im Recycling. Die Einblicke stießen auf großes Interesse und wir bedanken uns herzlich bei M&R Recycling für die Ausrichtung des Treffens und die informative Führung.
Anschließend wurden aktuelle Arbeiten und Zwischenergebnisse des Projekts vorgestellt. Hier präsentierte elorec die im Rahmen der Demontage erhobenen Daten zu verschiedenen möglichen End-of-Life-Strategien für die Bauteile des E-Lastenrads. Die Ergebnisse bilden eine Grundlage für die Nachhaltigkeitsbewertung (durchgeführt und vorgestellt vom LNT), in die auch die Ergebnisse des LZR einfließen. Das LZR berichtete von der Datenauswertung, um Ausfallwahrscheinlichkeiten von Bauteilen und deren mögliche Lebensdauern abzuschätzen.
Die verschiedenen Erkenntnisse werden im weiteren Projektverlauf zusammengeführt und für die Konzeption eines E-Lastenrad-Prototyps genutzt, der gezielt nach Kriterien der Kreislaufwirtschaft optimiert werden soll.
Praxiswissen bringt neue Perspektiven
Der Austausch mit dem Projektbeirat lieferte dabei wichtige Impulse. Diskutiert wurden unter anderem mögliche Normungen im Reparaturprozess sowie aktuelle Hindernisse bei Reparatur und Wiederverwendung. Die Perspektiven aus der Praxis helfen dabei, technische Fragestellungen mit den tatsächlichen Anforderungen und Rahmenbedingungen der Branche abzugleichen.
Das Forschungsprojekt Kreisrad läuft noch bis März 2027. Neben dem kreislaufoptimierten E-Lastenrad-Prototypen soll zum Projektabschluss auch ein Handlungsleitfaden entstehen. Dieser soll die gewonnenen Erkenntnisse für andere Hersteller und Akteure der Branche nutzbar machen und konkrete Ansätze für eine stärkere Umsetzung von Kreislaufwirtschaft im Bereich E-Lastenräder aufzeigen.