SETAC Europe 27th LCA Symposium:
Beiträge des Labors für Nachhaltigkeit in der Technik
Mit drei Posterbeiträgen war das Labor für Nachhaltigkeit in der Technik auf dem 27th SETAC Europe LCA Symposium vertreten. Das Symposium fand vom 19. bis 21. Oktober 2026 in Brügge, Belgien, statt und brachte Fachleute aus Wissenschaft, Industrie und Politik zusammen. Unter dem Motto „Designing Tomorrow: Advancing Life Cycle Approaches for European Sustainability Initiatives“ stand die Frage im Mittelpunkt, wie Life Cycle Assessments und verwandte Methoden die Transformation hin zu einer nachhaltigeren Wirtschaft unterstützen und fundierte Entscheidungen in Politik und Industrie ermöglichen können.
Inhaltliche Schwerpunkte waren die methodische Weiterentwicklung von Life Cycle Assessments, die Digitalisierung und der Einsatz künstlicher Intelligenz sowie die Integration von Lebenszyklusansätzen in europäische Nachhaltigkeitsstrategien und regulatorische Initiativen. Weitere zentrale Themen waren Kreislaufwirtschaft, Ressourceneffizienz und kritische Rohstoffe sowie die Bewertung von Biodiversitätswirkungen. Ergänzend wurden soziale und ökonomische Aspekte der Nachhaltigkeitsbewertung, darunter Social Life Cycle Assessment und Life Cycle Costing, sowie deren Anwendung in Wertschöpfungsketten diskutiert. Das Symposium bot damit eine Plattform für den Austausch zwischen Wissenschaft, Industrie, Behörden und weiteren Akteuren über methodische Innovationen und deren praktische Anwendung zur Beschleunigung nachhaltiger Transformationsprozesse.
Für das Labor nahmen Santiago Eduardo, Lisa Trautmann und Dr. Erik Alexander Recklies am Symposium teil. Neben dem fachlichen Austausch, der Vernetzung und der Pflege bestehender Kooperationen präsentierten sie aktuelle Forschungsergebnisse im Rahmen der Postersessions des Symposiums.
Santiago Eduardo präsentierte das Poster „Circular Product Design: Mapping Regulations and Product Characteristics to Life Cycle Impacts“. Die Arbeit untersucht, wie EU-Regulierungen und Produktmerkmale systematisch mit Lebenszyklusphasen und Kreislaufwirtschaftsmetriken verknüpft werden können. Ziel ist es, regulatorische Anforderungen mit lebenszyklusorientierten Bewertungsmethoden zu verbinden. Die Ergebnisse bilden eine Grundlage für ein digitales Entscheidungsunterstützungssystem, das Nachhaltigkeits- und Zirkularitätsaspekte in die Produktentwicklung integriert. Die konzeptionelle Arbeit entstand im Rahmen des Projekts CIRCLE.
Das von Lisa Trautmann vorgestellte Poster „Enhancing End-of-Life Decisions for E-Cargo Bikes through LCA and Field Failure Data Integration“ widmete sich der Frage, wie Entscheidungen zum Lebensende von E-Lastenrädern durch die Kombination von Lebenszyklusanalysen und Daten zu den Ausfallwahrscheinlichkeiten einzelner Komponenten verbessert werden können. Die Forschung entstand im Rahmen des Projekts KREISRAD.
Dr. Erik Alexander Recklies präsentierte das Poster „Evaluating Circularity: An LCA-based indicator to measure the environmental effectiveness of R-strategies“. Darin stellte er einen innovativen, LCA-basierten Indikator zur Bewertung der Effektivität von End-of-Life-Szenarien vor. Dieser berücksichtigt sowohl deren ökologische Effektivität als auch die Hierarchie der angewendeten R-Strategien. Die methodischen Überlegungen entstanden im Rahmen des Projekts CIRCLE.



