MoDeCa - Mobility Decarbonization Campus
MoDeCa - Mobility Decarbonization Campus
Projektüberblick
Mit dem Zusammenschluss der Hochschule Bochum (HSBO) und der Hochschule für Gesundheit zum 01.01.2025 ist eine Hochschule mit rund 9.300 Studierenden und knapp 1.000 Beschäftigten an drei Standorten entstanden: Zentralcampus, Gesundheitscampus sowie Campus Velbert-Heiligenhaus. Insbesondere zwischen dem Zentral- und dem Gesundheitscampus (ca. 3 km Entfernung) ergeben sich neue Pendelbedarfe für Studierende und Beschäftigte.
Das Projekt adressiert diese neuen Mobilitätsanforderungen und verfolgt das Ziel, Pendel-, Dienst- und Reisewege an der HSBO nachhaltiger zu gestalten. Im Fokus stehen mikromobile, geteilte Verkehrslösungen auf Basis von Light Electric Vehicles (LEVs), ergänzt durch nachhaltige Ladeinfrastruktur und digitale Buchungs- und Mitfahrplattformen.
Die Durchführung des Projekts erfolgt gemeinsam mit Prof. Dr. Iris Mühlenbruch aus dem hochschuleigenen Institut für Mobilität und Verkehrssysteme und ihren Mitarbeitenden.
Wissenschaftlicher Hintergrund
Der Verkehrssektor ist einer der größten Verursacher von CO₂-Emissionen in Deutschland. Insbesondere kurze Wege im urbanen Raum werden weiterhin häufig mit dem Pkw zurückgelegt, obwohl sie ein hohes Substitutionspotenzial durch umweltfreundliche Alternativen aufweisen. Hochschulstandorte mit mehreren Campus stellen dabei einen relevanten Anwendungsfall dar, da regelmäßige Pendel-, Dienst- und Studienwege anfallen.
Vorarbeiten zum Mobilitätsmanagement sowie das Klimaschutzkonzept der Hochschule Bochum zeigen ein erhebliches Potenzial zur Reduktion von CO₂-Emissionen. Gleichzeitig ist die bestehende ÖPNV-Anbindung – trotz U35-Anschluss beider Campus – durch Fußwege von etwa zehn Minuten und eine hohe Auslastung in den Stoßzeiten begrenzt attraktiv. In Randzeiten hingegen ist das Angebot unterausgelastet, was die Nutzung des motorisierten Individualverkehrs begünstigt.
Aktuelle Forschungsarbeiten zeigen, dass Light Electric Vehicles in Kombination mit Sharing-Konzepten, geeigneter Infrastruktur und digitalen Plattformen einen wichtigen Beitrag zur Verkehrswende leisten können. Das Projekt knüpft an diese Erkenntnisse an und untersucht systematisch, in welchem Umfang mikromobile Angebote PKW-Fahrten substituieren und CO₂-Emissionen reduzieren können.
Projektinhalte
Das Projekt umfasst folgende inhaltliche Bausteine:
- Light Electric Vehicles und Ladeinfrastruktur: Anschaffung und Bereitstellung von LEVs sowie Entwicklung einer nachhaltigen Ladeinfrastruktur in einem Reallabor unter Einbeziehung der Nutzenden.
- Routenentwicklung: Planung und bauliche Umsetzung einer geeigneten Route zwischen Zentral- und Gesundheitscampus zur sicheren und attraktiven Nutzung mikromobiler Fahrzeuge.
- Digitale Plattform: Entwicklung einer Buchungsplattform für Mikromobilitätsfahrzeuge sowie einer Mitfahrbörse zur Förderung von Fahrgemeinschaften.
Wissenschaftliche Begleitforschung: Datenerhebung zu Pendel-, Dienst- und Reisewegen, Verkehrsaufkommensabschätzung sowie CO₂-Bilanzierung und Wirkungsabschätzung.
Ziel des Projekts
Ziel des Projekts ist es, ein integriertes, nachhaltiges Mobilitätskonzept für die Hochschule Bochum zu entwickeln, praktisch umzusetzen und wissenschaftlich zu evaluieren. Die zentralen Ziele sind:
- Reduktion von CO₂-Emissionen durch die Substitution von PKW-Fahrten im Pendel-, Dienst- und Studienverkehr
- Integration von Light Electric Vehicles in ein geteiltes, campusübergreifendes Mobilitätsangebot
- Aufbau und Erprobung einer nachhaltigen, möglichst energieautarken Ladeinfrastruktur
- Entwicklung einer digitalen Plattform zur Fahrzeugbuchung und Bildung von Fahrgemeinschaften
- Quantitative Abschätzung des Verkehrsaufkommens sowie des CO₂-Minderungspotenzials
Stärkung der Akzeptanz nachhaltiger Mobilitätsformen bei Studierenden und Beschäftigten
Förderung
Die Förderung erfolgt durch das Bundesministerium für Verkehr (BMV ) im Rahmen der Förderrichtlinie Betriebliches Mobilitätsmanagement – Innovationsförderung.
Projektleitung

Projektlaufzeit: 01.01.2026 – 30.06.2027
Fördermittelgeber: Bundesministerium für Verkehr (BMV)
Projektträger: Bundesamt für Logistik und Mobilität (BALM)
Förderprogramm: Betriebliches Mobilitätsmanagement – Innovationsförderung
Projektnummer: VBBMM2609
Fördersumme: 474.829,99€
