Viele Persönlichkeiten. Zwei Standorte. Eine BO.

Smart Factory Konzept der Hochschule Bochum ausgezeichnet

Mechatronik und Maschinenbau (FB M)

Transdisziplinäres Projekt mit 20.000 Euro beim „Besten Maschinenhaus 2019“ des VDMA gewürdigt

Präsentierten stolz ihre Auszeichnung (von rechts): Maschinenbau-Dekan Prof. Dr. Joachim Fulst, der Roboter „Pepper“, der die „BO Smart Factory“ in Berlin noch einmal kurz erklärt hatte, Prof. Dr. Stefan Müller-Schneiders vom Fachbereich Elektrotechnik und Informatik und der studentische Pepper-Trainer Henning Knauer. Foto: Konstantin Gastmann, goenzcom berlin

usgezeichnet ist die Hochschule Bochum bei ihren Plänen zur Lehre auf dem Zukunftsgebiet „Industrie 4.0“ aufgestellt. Beim diesjährigen Hochschulpreis des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau VDMA erreichte die Hochschule einen der zweiten Plätze. Das „Beste Maschinenhaus 2019“ dürfte der am höchsten dotierte Preis seiner Art sein: Insgesamt 125.000 Euro vergibt der Verband in diesem Jahr; allein 20.000 Euro davon gehen an die Hochschule Bochum.

Im diesjährigen Wettbewerb waren geplante oder im Aufbau befindliche Konzepte gefragt, die innovativ mit den Anforderungen von Industrie 4.0 umgehen und Studieninhalte, Lehr- und Lernformate neu orientieren und weiterentwickeln. Bei einer Rekordzahl von 38 eingegangenen Bewerbungen für den VDMA-Hochschulpreis 2019 hatten sich in einer ersten Runde 7 Bewerber durchgesetzt; die Hochschule Bochum gehörte schließlich zu den vier Finalisten, die Ende Oktober in Berlin feierlich gekürt wurden. Den Hauptpreis in Höhe von 65.000 Euro erhielt übrigens die Fakultät Maschinenbau der Hochschule Würzburg-Schweinfurt.

Die Ruhrgebiets-Hochschule war mit dem Konzept der Lernfabrik „BO Smart Factory“ angetreten, das die Studierenden dazu befähigen soll, den aktuellen Herausforderungen der Industrieunternehmen direkt im Anschluss an ihr Studium adäquat begegnen zu können. Gerade beim Thema "Industrie 4.0" wachsen die Teilbereiche Maschinenbau, Elektrotechnik und, Informatik immer enger zusammen, so dass eine interdisziplinäre Ausbildung und Zusammenarbeit unabdingbar ist. Es soll ein neuer Ort des Forschen und Lernens entstehen, der für die Studierenden der gleichnamigen Bachelor- und Masterstudiengänge zur Verfügung steht, und auch die Studentinnen und Studenten der Nachhaltigen Entwicklung (ingenieurmäßige Ausrichtung) sowie des Wirtschaftsingenieurwesen einbezieht.

„Gerade diese Transdisziplinarität der BO Smart Factory war es wohl, die die Jury des VDMA überzeugt hat“, freut sich der Dekan des Fachbereichs Mechatronik und Maschinenbau, Prof. Dr. Joachim Fulst. Er war persönlich, zusammen mit seinem Kollegen aus der Informatik, Prof. Dr. Stefan Müller-Schneiders nach Berlin gereist, um die Auszeichnung entgegenzunehmen. Wichtigster Ansatz des Konzeptes sind die hervorragenden Erfahrungen, die die Hochschule in den letzten Jahren mit projektbezogenem Lernen (Problem-Based Learning – PBL) gemacht hat. Es ist die Grundlage des Erfolgs etwa des SolarCar- oder beispielsweise des „Cargo-Pedelec“-Projektes, bei dem die beteiligten Studierenden selbständig ihr Zielprodukt planen, organisieren, umsetzen und nutzen. „Die Erfahrung zeigt“, so Prof. Fulst, „dass die Motivation der Studierenden durch die praxisnahe Ausbildung am realen Objekt im interdisziplinären Umfeld in erheblichem Maße gesteigert werden kann.“

Hinzu kommt nun der Aufbau eines intelligenten Fertigungsprozesses in Form der smarten Fabrik. „Genau diese Intelligenz, also KI, ist es, die zusammen mit einem hohen Maß an Internet-Technologie das neue Wesen der Industrie 4.0 ausmacht“, betont Prof. Müller-Schneiders. Dies sind wesentliche Aspekte, die er, sowie die Kollegen und Studierenden aus dem Fachbereich Elektrotechnik und Informatik in das Projekt einbringen werden.

Für die Beschaffung der Sachmittel hat das Präsidium bis Ende 2020 250.000 Euro zur Verfügung gestellt; Ort der BO Smart Factory sollen die Räume des SolarCar-Projektes werden, das dafür umziehen wird. „Die 20.000 Euro Preisgeld, die wir vom VDMA bekommen, fügen wir diesem Etat natürlich hinzu“, schmunzelt Prof. Fulst. „Da gehören sie schließlich hin!“