In einem sehr gut besuchten Vortrag im Rahmen des EnWI-Talks berichtete Herr Max Dünzer am 16. April 2026 über das Thema "Geplante Umstellung der Mittelspannungsinfrastruktur in Bochum von 10 kV auf 20 kV“
Aufgrund der Wärme- und Mobilitätswende ist in den nächsten Jahren ein deutlicher Anstieg der elektrischen Verbraucherleistungen im Bochumer Verteilnetz zu erwarten. Wärmepumpen sowie private und öffentliche Ladepunkte für die Elektromobilität sind hier die Treiber. Um auch zukünftig weiterhin eine sichere und zuverlässige Stromversorgung zu gewährleisten hat sich die Stadtwerke Bochum Netz GmbH entschieden, die Spannungsebene des Mittelspannungsnetzes von derzeit 10 kV auf zukünftig 20 kV zu erhöhen. Das Mittelspannungsnetz dient der Verteilung der elektrischen Energie innerhalb des Stadtgebietes, bevor die Energie über das unterlagerte Niederspannungsnetz zu den Verbrauchern gelangt. Große Verbraucher, wie beispielsweise die Hochschule Bochum, sind auch direkt an das Mittelspannungsnetz angeschlossen. Die Erhöhung der Spannung des Mittelspannungsnetzes ermöglicht es, größere Energiemengen zu transportieren. Das Netz wird somit für die Herausforderungen der Zukunft ertüchtigt.
In seinem Vortrag stellte Herr Dünzer Probleme und Lösungen zum Umgang mit den wachsenden Anforderungen an das Verteilnetz vor und gab spannende Einblicke in die technischen Herausforderungen der Netzanpassung bei der Stadtwerke Bochum Netz GmbH am Beispiel der Umstellung der Mittelspannungsinfrastruktur. Die Umstellung muss im laufenden Betrieb des Netzes erfolgen, kein Verbraucher kann über einen längeren Zeitraum unversorgt bleiben. Von der Umstellung betroffen sind eine große Zahl von Netzkomponenten, viele Kilometer Kabel sowie etliche Kundenanschlüsse im Mittelspannungsnetz. Das Umstellungsprojekt ist daher eine große organisatorische und wirtschaftliche Herausforderung - vielleicht kein Jahrhundertprojekt, aber sicher ein Projekt mit einem Zeithorizont von mehreren Jahrzehnten.
Herr Dünzer ist Absolvent des Fachbereichs Elektrotechnik und Informatik der Hochschule Bochum. Vor seinem Studium absovierte er eine Berufsausbildung bei der Stadtwerke Bochum Netz GmbH und war in der Instandhaltung des elektrischen Verteilnetzes in Bochum beschäftigt. Parallel zu seinem Studium arbeitete Herr Dünzer als Werkstudent in der Netzplanung der Stadtwerke Bochum Netz GmbH. Dort entstand auch seine Bachelorarbeit, die sich mit Teilaspekten der geplanten Umstellung der Mittelspannungsinfrastruktur in Bochum von 10 kV auf 20 kV beschäftigte. Die Arbeit wurde hochschulseitig von Prof. Dr.-Ing. Götz Lipphardt betreut.
Das Energiewende-Institut (EnWI) an der Hochschule Bochum vereint die Expertise von Mitgliedern aus vielen Fachbereichen der Hochschule Bochum - Architektur, Bau- und Umweltingenieurwesen, Elektrotechnik und Informatik, Geodäsie, Mechatronik und Maschinenbau sowie Wirtschaft - um interdisziplinäre Forschung und Lehre im Bereich der regenerativen Energiesysteme und für eine nachhaltige Gestaltung der Energiewende zu fördern. Der EnWI-Talk ist ein regelmäßig stattfindendes Vortragsformat, in dem Experten über aktuelle Themen der Energiewende berichten.
