Prof. Dr. Daniel Czerwonka-Schröder von der Hochschule Bochum und seine internationalen Kolleginnen und Kollegen haben in den vergangenen Wochen auf dem Hochgebirgsplateau Cancha de Carreras nahe Santiago de Chile unterhalb des Cerro El Plomo eine anspruchsvolle Feldkampagne durchgeführt. Beteiligt waren Forschende der Pontificia Universidad Católica de Chile sowie der Universidad de Chile.
Im Mittelpunkt der interdisziplinären Forschung steht die Frage, ob Permafrost ein bislang unterschätztes und potenziell bedeutendes Wasserreservoir in semiariden Gebirgsregionen darstellt.
Zur Untersuchung kombinierten die Forschenden geomorphologische Beobachtungen, geophysikalische Messungen, Bodenuntersuchungen sowie hochauflösendes terrestrisches Laserscanning, um die Rolle gefrorener Böden im hydrologischen System der Anden besser zu verstehen.
Aus geodätischer Sicht erstellte das Team mithilfe eines terrestrischen Laserscanners von RIEGL Laser Measurement Systems eine hochauflösende 3D-Basislinie des Untersuchungsgebiets. Diese dient als präzise räumliche Referenz für die Zusammenführung und Auswertung der unterschiedlichen Datensätze.
Trotz herausfordernder Bedingungen mit Schnee, starken Winden und dem niedrigen Sauerstoffgehalt in rund 4200 Metern Höhe konnte die Kampagne erfolgreich abgeschlossen werden. Dabei entstand ein umfangreicher Multisensor-Datensatz, der nun detailliert analysiert wird.
Eine zweite Feldkampagne ist bereits in Planung. Dadurch soll der Datensatz auf einen vollständigen Jahreszyklus erweitert werden, um den Übergang von punktuellen Beobachtungen hin zu einer systematischen Langzeitüberwachung zu ermöglichen. Weitere Forschungsschritte befinden sich bereits in Vorbereitung.
