Viele Persönlichkeiten. Zwei Standorte. Eine BO.

Nicht nur im Studium ehrgeizig und engagiert

PRESSEMITTEILUNG

Studentin der Hochschule Bochum erhält bereits die zweite Auszeichnung in diesem Jahr.

Zonta-Präsidentin Dr. Karoline Friemann (links im Bild) freute sich gemeinsam mit Preisträgerin Michelle Ganster (Mitte), Wirtschaftsdekanin Prof. Dr. Martina Meyer-Schwickerath (rechts) und den Zonta-Vorstandsmitgliedern Dr. Doris Kohlmann-Viand und Dr. Silvia Berke über die Verleihung des Jane M. Klausman Awards 2021.

Von Rüdiger Kurtz
Nachdem Michelle Ganster im Februar 2021 ein Stipendium der Studienstiftung des deutschen Volkes erhalten hatte, verlieh ihr nun der Bochumer Zonta Club den nach der New Yorker Unternehmerin, Politikerin und Frauenrechtlerin Jane M. Klausman benannten Award. Neben hervorragenden Leistungen im Studium würdigen beide Auszeichnungen auch das soziale Engagement der Preisträgerin.

"Wir freuen uns sehr, dass wir mit Frau Ganster eine hochqualifizierte und äußerst engagierte Studentin auswählen konnten", gratulierte Dr. Karoline Friemann, Präsidentin von Zonta-Bochum, der jungen Preisträgerin. Die Urkunde wurde jetzt im Beisein von Wirtschaftsdekanin Prof. Dr. Martina Meyer-Schwickerath an der Hochschule Bochum übergeben.

Michelle Ganster ist gebürtige Bochumerin, erwarb 2014 die Allgemeinen Hochschulreife am Märkisches Gymnasium in Bochum-Wattenscheid, bevor sie dann das Studium der Sozialwissenschaften an der Ruhr-Universität aufnahm. "Das Fach und die Inhalte haben mir grundsätzlich gut gefallen, ich habe aber schnell festgestellt, dass mir eine konkrete Perspektive fehlte", so die heute 26-jährige: "Ich habe mich dann entschieden, erst einmal praktisch zu arbeiten, da ich auch finanziell unabhängig sein wollte."

Es folgten zweieinhalb Jahre Ausbildung als Kauffrau für Büromanagement sowie eine Ausbildung als Fremdsprachenkorrespondentin bei RWE/ innogy SE. Seit Anfang 2018 ist Michelle Ganster Angestellte im HR Controlling, zunächst bei innogy SE, die später als Westenergie AG Teil des E.ON-Konzerns wurde. "Personalwesen und Controlling haben mich sehr interessiert und in der täglichen Arbeit wurde mir bald klar, dass der richtige Zeitpunkt für ein Studium gekommen war." Im Oktober 2018 schrieb sich Michelle Ganster für Betriebswirtschaftslehre an der Hochschule Bochum ein.

Auf ihre Arbeitstätigkeit wollte sie allerdings nicht verzichten. "Ich habe meine Stelle auf 60% reduzieren können, das entspricht 22 Stunden pro Woche", erläutert Ganster: "Das ist in Kombination mit einem Vollzeitstudium nicht einfach, aber mit Ehrgeizig durchaus machbar. Zudem kann ich durch ein Gleitzeitkonto im Semester auch etwas weniger arbeiten und dafür während der Semesterferien mehr.“ Für Prüfungen nimmt sie sich seither Urlaub, lernt in den Abendstunden und meist auch am Wochenende. „Zum Glück ist mein Freund ebenfalls ein Perfektionist“, lacht die sympathische Studentin: „Wir sind im gleichen Semester des gleichen Studiengangs, arbeiten aktuell im gleichen Konzern und spornen uns gegenseitig an."

Engagement zeigt Michelle Ganster auch abseits von Job und Studium. „Ich habe in der 8. und 9. Klasse sehr unschöne Mobbingerfahrungen gemacht, die für meinen heutigen Charakter sicherlich prägend waren“, so Ganster. Sie beschloss, aktiv gegen Diskriminierung vorzugehen und sich für andere Menschen einzusetzen. So engagierte sie sich beispielsweise schon während ihrer Ausbildung bei dem Projekt „Sternschnuppe“ für sozial benachteiligte Kinder in Essen und engagierte sich bei einem weiteren Projekt zur Flüchtlingshilfe.

Aufgrund ihrer hervorragenden Noten im Studium wurde Michelle Ganster Mitte 2020 von der Hochschule Bochum für ein Stipendium der Studienstiftung des deutschen Volkes vorgeschlagen. Nach einem aufwendigen Auswahlverfahren und mehreren Runden, in denen sie sich mit zahlreichen Mitbewerberinnen und Mitbewerbern einer Kommission stellen durfte, erhielt sie schließlich im Februar 2021 den positiven Bescheid. "Das war natürlich ein tolles Gefühl", erinnert sich die junge Preisträgerin. Die Studienstiftung des deutschen Volkes ist das älteste und größte deutsche Begabtenförderungswerk. Das Stipendium besteht in einer dauerhaften finanziellen Unterstützung für das Bachelorstudium und gegebenenfalls auch für ein anschließendes Masterstudium.

Der Klausmann-Award des Bochumer Zonta-Clubs ist ebenfalls mit einem Preisgeld verbunden. "Beide Förderungen beschränken sich aber nicht auf den finanziellen Aspekt", so Ganster: "Das gefällt mir sehr gut." Die Studienstiftung unterstützt auch ideell, das heißt im Rahmen sogenannter Sommerakademien oder auch durch ein Auslandssemester. Daneben werden viele weitere Veranstaltungen angeboten und ein weltweites Netzwerk an Studierenden und Ehemaligen steht mit Rat und Tat zur Verfügung. "Über die Kontakte, die mir durch die Studienstiftung und Zonta ermöglicht werden, komme ich mit vielen spannenden Menschen in Verbindung, von deren Wissen und Erfahrung ich in meiner persönlichen und beruflichen Entwicklung sicherlich profitieren kann."

Für ihre nähere Zukunft hat die zielstrebige Bochumerin bereits klare Pläne. "Ich werde das Bachelorstudium abschließen und wahrscheinlich auch danach meiner Heimatstadt treu bleiben." Der Masterstudiengang Finance, Accounting, Auditing, Controlling & Taxation an der Ruhr-Universität gefällt ihr inhaltlich sehr gut. "Es gibt noch viele spannende Dinge zu lernen", blickt die doppelte Preisträgerin optimistisch in die Zukunft: "Und ich freue mich darauf."

Michelle Ganster mit der Urkunde der Studienstiftung des deutschen Volkes.