Viele Persönlichkeiten. Zwei Standorte. Eine BO.
Prof. Dipl. Ing. Katharina Feldhusen

Grundlagen des Entwerfens & Entwerfen

BDA Masters Gewinner

Herzlichen Glückwunsch an unsere Studierenden Johanna Köck & Adina Sturm zum Gewinn des BDA Masters.
Hier geht es zu den Sieger Projekten.

Lehre

Grundlagen des Entwerfens

Übung 1 . my favourite instrument

Wählen Sie ein Musikinstrument aus. Legen Sie eine Sequenz von Schnitten durch dieses Instrument.

Die Schnittzeichnungen bilden zunächst die Grenzen des Instrumentes ab. Gleichzeitig wird die Sezierung des Instrumentes über dessen äußere Anmutung hinausweisen und die Strukturen und Eigenarten des Instrumentes erkennen lassen (Fügung, Hohlräume, Materialität, Dichte, Funktion).

Gleichzeitig eignet sich die Sequenz zur Interpretation einer räumlichen Konstellation, die wir in der Folge einzelner Blätter lesen und dort wie in einer Bewegung durchschreiten können.


Übung 2 . pocket concert

Gegenstand des Entwurfes ist ein Minimal-Konzertraum. 

Wir geben Ihnen Musikstücke vor, aus denen Sie sich eines auswählen. Dieses Musikstück soll im Rahmen eines kleinen Konzertes aufgeführt werden. Die Performance erfolgt für 6 Zuhörer – nicht mehr. Den Raum, in dem dieses pocket-concert stattfindet, sollen Sie entwerfen.

Übung 3 . miners bar

Der Ort, der räumliche Kontext einer Entwurfsaufgabe
ist eine wesentliche Referenzebene des Entwurfs.
Die Einzigartigkeit einer konkreten Aufgabe
ist auch durch die Einmaligkeit eines Ortes begründet
- an einem Ort können nicht zwei Architekturen
zum gleichen Zeitpunkt stehen. Der Umgang mit
einem spezifischen Ort spielt in unserer Arbeit als
Architekten also eine zentrale Rolle. Ein Entwurfskonzept
leitet sich immer auch aus dem räumlichen
Kontext ab.

Folgende Aspekte können von Ihnen untersucht werden:

  • Topographie
  • Bebauung
  • Textur
  • Vernetzung
  • Grenzen
  • Geschichte

Die Zeche Zollverein ist seit langem ein kultureller
Ort. Gleichzeitig hat der Park einen Freizeitwert. An
diesem Ort soll eine Cafébar mit einem separaten
Raum für kleiner Veranstaltungen (Pocket-Concert,
Poetry-Slam, Dinner für eine geschlossene Gesellschaft,
etc.) entstehen. Aufgabe ist es, diese Cafébar
zu konzeptionieren und zu entwerfen.
Grundlage sind die Erkenntnisse aus der Analyse.
Entscheiden Sie sich für einen Standort innerhalb
des Parkes und entwickeln Sie für diesen Standort
einen Entwurf.


Entwerfen

Erstentwurf . Die Kunst des Kochens

Essen ist gleichermaßen existentielle Notwendigkeit wie Genuss, das Zubereiten und Kochen von Speisen ist eine Kulturtechnik. Als solche hat das Kochen in den vergangenen Jahren eine erstaunliche Entwicklung vollzogen: Begleitet von einer Flut medialer Formate wie Features über Köche und ihre Restaurants, Fernseh-Kochshows, Blogs, Kochbüchern sowie Büchern über das Kochen etc. wurde der Diskurs über das Kochen auf unterschiedlichen inhaltlichen Ebenen befördert – Kochhandwerk und Kunstfertigkeit, Gesundheit, Regionalität, Kunst und Philosophie. Dabei steht nicht das Essen, sondern die Zubereitung des Essens im Mittelpunkt. Folgerichtig verändert sich der Charakter der Gastronomie: Köche als Restaurantinhaber definieren und vermarkten sich zunehmend über die spezifische Auswahl der Rohstoffe und die artifizielle Zubereitung der Speisen. In dieser Entwicklung verändern sich nicht nur die Speisen, ihre Namen und die Oberfläche der Ausstattung, sondern auch die räumliche Struktur von Restaurants: Die Bedeutung der Küchenräume wächst, mithin die Anforderung an deren Qualität und die Definition der Beziehung zwischen dem Gastbereich und dem Küchenbereich.

Neben den Veränderungen im Restaurantsektor entwickelt sich zudem ein neues Handlungsfeld in der Gastronomie: An der Schnittstelle zwischen professioneller Gastronomie und ambitioniertem Hobby entstehen Kochschulen und Kochwerkstätten, in denen Workshops für Freizeitköche, aber auch Schulungen für Köche im professionellen Bereich angeboten werden. Die ’Kunst des Kochens‘ als Freizeittrend entsteht bevorzugt in den urbanen Szene-Zentren größerer Städte, in den die entsprechenden Milieus breit vertreten sind.


Thesis

Thesis . nah am Wasser

Der Begriff ‚Jugendherberge‘ ist in die Jahre gekommen, klingt verstaubt, erinnert an Hagebuttentee, Küchendienst und Bettruhe. Es gibt sie aber nach wie vor: Orte, an denen Schulklassen, Jugendgruppen, Chöre, etc. eine Weile miteinander verbringen können, gemeinsam Freizeit gestalten, an Projekten arbeiten, diskutieren, kommunizieren, chillen. Neben den klassischen Jugendherbergen, die unter dem Dach des Deutschen Jugendherbergswerks zusammengefasst sind, entstehen immer mehr Jugendgästehäuser, Jugendbildungs- oder Jugendbegegnungsstätten. Häufig, aber nicht immer, haben diese Einrichtungen eine Widmung, stehen Stiftungen oder Institutionen im Hintergrund. Allen gemeinsam ist ein Raumprogramm, in dem Übernachtungsmöglichkeiten und ein Seminar- und Projektbereich integriert sind. Das gemeinsame Verweilen einer Gruppe an einem Ort ist der Fokus dieser Einrichtungen. Es sind Orte, an denen man zusammenkommt, um gemeinsam Zeit verbringen und sich mit etwas zu befassen. Damit ist nicht der Ort das Ziel, sondern vielmehr das Verlassen des gewohnten Kontextes, um sich auf etwas zu fokussieren. Diese Orte sind damit nicht vergleichbar mit innerstädtischen Jugendherbergen, noch weniger mit Hostels, die in der Regel nur Orte des Übernachtens sind.


Profil

Wir leben nicht in homogenen, leeren Räumen. Wir leben in Räumen, die mit Eigenschaften und Bedeutungen aufgeladen sind; Räume, in denen Erinnerungen, Erfahrungen, Träume und Visionen projiziert werden. Gleichermaßen sind die politische und soziale Ordnung einer Gesellschaft und ihr kultureller Status in den Raum eingeschrieben – Stadt und Architektur sind lesbar. Insofern gestalten wir in der Architektur mehr als nur den physischen Raum: es gibt einen klaren Zusammenhang zwischen einem Raum und dem, wofür er steht, und dem, was in ihm passiert: Der Raum und das Handeln im Raum stehen in unmittelbarer Wechselwirkung.  Dieser Zusammenhang bedingt die theoretischen und damit konzeptionellen Grundlagen jedes Projektes, die mit dem Prozess des Gestaltens einhergehen.  

Wenn wir über das Gestalten selbst sprechen, sprechen wir über das Machen – in einem physischen Sinn. In der Entwurfsarbeit entstehen unzählige Skizzen, Modelle, Fotos, Collagen, Diagramme etc. Sie visualisieren Ideen und Konzepte, die bis dahin nur in der Vorstellung existieren. Sie stellen Raum dar, sowie die den Raum strukturierenden Elemente. Es sind gleichermaßen Techniken der Darstellung wie der Annäherung. Sie werden im Entwurfsprozess nicht von fertigen, zu Ende gedachten Räumen gemacht, sondern sie entstehen während des Denkens, oder umgekehrt: sie beeinflussen den Prozess des Denkens während ihrer Entstehung. Der Prozess des Machens ist ein Prozess des Denkens.

 

Das Gestalten bringt Zwischenergebnisse hervor, die notwendigerweise unvollkommen, rätselhaft, manchmal grob und ungestalt sind - solange die Suche andauert. Vielleicht wird dann aber auch etwas Innovatives oder etwas Schönes entstehen.

 

Es gibt keine Schönheit ohne Gefahr.


Prüfungsinformationen

Prüfungsvorleistungen:

  • Abgabe, Bewertung und Anerkennung aller Übungen GdE
  • Übungen, die mit n.a. (entspricht Note 5,0) bewertet wurden oder ganz fehlen,
    sind zwingend in überarbeiteter Form vorzulegen, spätestens zwei Wochen vor dem Prüfungstermin
  • die Anerkennung der überarbeiteten Übungen ist Voraussetzung für die Prüfung
     

Prüfungsablauf:

Die Prüfung wird als Saalstegreif durchgeführt:
Für eine vorgegeben Aufgabenstellung ist ein
Stegreifentwurf zu machen, der in ein Modell umzusetzen ist.
 

Sie benötigen:

Weiße Pappe 1 mm (70X100cm)
Weißes Papier A4, A3
Skizzenrolle
Bleistifte, Filzstifte, etc.
Zeichenwerkzeuge: Lineal, Schablonen, etc.
Modellbauutensilien: Cutter, Schere, Schneidelineal, Klebstoff, etc.
Schneideunterlage
Modellbaumaterialien nach eigenem Ermessen


Persönliches

Prof. Dipl. Ing. Katharina Feldhusen

1983-86         Informatikstudium an der Akademie für Datenverarbeitung | Böblingen
1986-93         Architekturstudium | TH Darmstadt
1993-96         Mitarbeit in Büros | Darmstadt . Dortmund . Berlin
seit 1996        ff-architekten |  Feldhusen und Fleckenstein | Berlin |   www.ff-architekten.de
2003             Berufung in den BDA | Berlin
1998-2005     Assistenz am Fachgebiet Entwerfen und Baukonstruktion | TU Berlin
seit  2010       Professur für Entwerfen | Hochschule Bochum
 


Team

M. A. (Arch.) Gudrun Warnking

Wissenschaftliche Mitarbeiterin / Ansprechpartnerin Alumni

seit 2013        Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrgebiet Entwerfen, HS Bochum
2010–2013     Lehrbeauftragte am Lehrgebiet Entwerfen, HS Bochum
2010–2011      Wissenschaftliche Mitarbeit Lehrgebiet Entwerfen, TU Dortmund
seit 2009       selbständige Arbeit & freie Mitarbeit u.a. bei gernot schulz : architektur, Köln
2006–2008    Mitarbeit 2b architectes, Lausanne, Schweiz
1999–2005     Architekturstudium B.A.(arch) & M.A.(arch.), FH Münster
1997–1999      Ausbildung zur Bauzeichnerin pbr Rohling AG, Osnabrück

 

Dipl. Ing. David Hasselberg

Lehrauftrag im Fach Grundlagen des Entwerfens

 

Dipl. Ing. Heiko Sasse

Lehrauftrag im Fach Grundlagen des Entwerfens

 

Cand. Arch. Florian Ling

studentischer Mitarbeiter


Grundlagen Entwerfen

Vorlesung 11 - Das Prinzip des ungewissen Ausgangs
DO  20.12.18   9:00h
Hörsaal H2

Ü3 Korrekturen
Mi, 19.12.18 
Korrekturen KF & GW
13.00-15.00h G.11 / G.12
15.00-17.00h G.7 / G.8
17.00-19.00h G.9 / G.10

Do, 20.12.18
Korrekturen DH & HS
11.00-13.00h G.5 / G.6
14.00-16.00h G.1 / G.2
16.00-18.00h G.3 / G.4

Entwerfen

Erstentwurf Mid Term
Do, 20.12.18 ab 11:00h
BlueBox OG

Zugriffsgeschützte Downloads

   meineBO

Prof. Dipl.-Ing. Katharina Feldhusen
Raum: A 5-03,02
Tel.: +49 234 32 10126

Sprechstunde:
Nach Vereinbarung, mittwochs um 11 Uhr