Viele Persönlichkeiten. Zwei Standorte. Eine BO.

Gipfeltreffen bei Oberbürgermeister Thomas Eiskirch

Gruppenbild vor dem Stadtwappen im Rathaus: Oberbürgermeister Eiskirch (5.v.l.) nahm sich einen Nachmittag Zeit, den Berichten von Martina Schaminet-Gierse (Projektkoordinatorin BO), Mira Stepec (Talentscout RUB), Luisa Klopp-Schweinsberg (Talentscout BO), Jelena Jojevic (Talentscout RUB), den Talenten Günes Öngün, Yaa Boatemaa und Ramathulaschi Simurugan, Julia Zielberg (Projektkoordinatorin RUB), Norina Fichtner (Talent) sowie Judith Quester (Talentscout BO) zuzuhören. [Foto: Lutz Leitmann, Stadt Bochum]

Auf ihren Besuch waren sie gut vorbereitet, denn die Bochumer Talentscouts waren am 21. August 2017 bereits zum zweiten Mal zu Gast im Rathaus bei Oberbürgermeister Thomas Eiskirch. Jeweils drei der Scouts von Hochschule und Ruhr-Universität berichteten dem Stadtoberhaupt über ihre Arbeit an den Bochumer Gymnasien, Gesamtschulen und Berufskollegs.

Die Talentscouts haben die Aufgabe, Oberstufenschülerinnen und -schüler auf ihren Weg ins Studium oder in eine berufliche Ausbildung zu unterstützen. Dabei geht es vor allem um Beratungsangebote für Talente aus Nicht-Akademikerfamilien und um die Klärung von Fragen wie "Bin ich überhaupt für ein Studium geeignet?", "Was ist das richtige Studienfach für mich?" oder "Wer kann mich auf diesem Weg und bei der Entscheidungsfindung unterstützen?".

Der Oberbürgermeister interessierte sich einerseits für den Stand der Dinge in Bochum, doch besonders interessiert war er an den „Geschichten“ der begleiteten Schülerinnen und Schüler. Darum hatten die Bochumer Scouts einige statistische Zahlen mitgebracht und auch gleich vier Talente, die mit eigenen Worten erzählen konnten, wie es ihnen ergangen ist.
Die Scouts der RUB und Hochschule Bochum betreuen aktuell über 1.500 Schüler*innen an den Schulen der verschiedenen Regionen, also nicht nur in Bochum. Davon werden allein an den 16 Bochumer „Talentscouting-Schulen“ 735 Talente begleitet.

Die Talente sind sehr unterschiedliche Wege gegangen, doch die positive Unterstützung durch das Talentscouting wird von allen sehr Wert geschätzt.
„Ohne die Unterstützung von Luisa Kopp-Schweinsberg (Hochschule BO) hätte ich vom Schülerstipendienprogramm „RuhrTalente“ nichts gewusst“, berichtet Günes Öngün, Talent der Maria-Merian-Gesamtschule.
Neben vielen spannenden Seminaren und neuen Kontakten durfte sie in der vergangenen Woche über das Stipendienprogramm den Bundestag in Berlin besuchen und hat völlig neue Erfahrungen machen dürfen.
Norina Fichtner, Talent des Heinrich von Kleist Gymnasiums in Bochum traf Judith Quester (Talentscout Hochschule BO) regulär in den Beratungen direkt an ihrer Schule. „Die Listen bei Judith sind immer sehr voll. Doch habe ich mich dann selbst stark dafür eingesetzt einen Termin bei Judith Quester zu erhalten, denn ich wusste nicht welchen Weg ich nach der Schule einschlagen sollte.“ Judith Quester ermöglichte Norina über praktische Erfahrungen (z.B. Kontakt zu Praktiker*innen, Besuch an Hochschulen) in Berufe oder Studienmöglichkeiten hinein „zu schnuppern“. Das hilft. „Heute bin ich mir schon viel klarer, doch möchte ich vor der endgültigen Studienentscheidung noch einiges ausprobieren und anschauen.“

Auch die von der Ruhr-Universität betreuten Talente warfen Schlaglichter auf die Unterstützung, die sie von ihren Scouts erfahren hatten. So hatte etwa Ramathulaschi Simurugan bereits ein Studium in Münster begonnen, mit dem sie nicht zufrieden war. Auch wenn sie gar nicht mehr zur eigentlichen Zielgruppe der Scouts gehörte, half ihr Jelena Jojevic von der RUB bei der Umorientierung. Heute studiert Rama an der RUB Sozialwissenschaften und ist sehr glücklich. Und Talent Yaa Boatemaa erzählt Thomas Eiskirch von ihrem Prozess der Bewerbung für ein Stipendium. „Ich bin Mira Stepec (Talentscout der RUB) unendlich dankbar, denn ein Stipendium würde mir unendlich weiterhelfen. Allein hätte ich weder von den Möglichkeiten eines Stipendiums gewusst, noch hätte ich mich getraut mich dafür zu bewerben“.

Oberbügermeister Eiskirch war sichtlich beeindruckt von den Berichten der Talente:  Er hätte sich seinerzeit ebenso einen Talentscout an seiner Seite gewünscht, betont er. In jedem Fall ist er weiter an der Entwicklung des Programms interessiert und sichert der Talentscouts Unterstützung zu wo diese möglich ist. Und er bittet darum, ihn „auf dem Laufenden“ zu halten und möchte die Talentscouts unbedingt im nächsten Jahr wieder treffen …
Das Projekt Talentscouting, das vom Land NRW zunächst bis 2020 gefördert wird, ist auf alle Bochumer Hochschulen ausgerichtet und setzt auf eine intensive Zusammenarbeit auf Augenhöhe. Derzeit werden in Bochum 16 Schulen betreut.