Mit dem Projekt „BeeBO – Frühe informatische Bildung durch spielerisches Programmieren“ bringt die Hochschule Bochum Informatik in den Kindergarten. Initiiert von Prof. Dr. Anja Tenberge (Data Science) wird dabei erprobt, wie sich Kinder bereits vor der Schule altersgerecht an informatische Konzepte heranführen lassen.
Wie das konkret aussehen kann, zeigte ein erster Workshop mit Vorschulkindern. Der Einstieg erfolgte ganz ohne Technik: In Bewegungsspielen erarbeiteten die Kinder, wie wichtig klare Absprachen und feste Reihenfolgen sind, um ein Ziel zu erreichen. Darauf aufbauend kamen BeeBots zum Einsatz: kleine, bienenförmige Roboter, die über einfache Tasten gesteuert werden. Die Kinder programmierten Bewegungsabläufe, beobachteten die Ergebnisse und korrigierten gemeinsam, wenn etwas nicht wie geplant funktionierte. So wurden grundlegende Prinzipien wie Abfolge, Planung und Fehlersuche spielerisch erfahrbar. Gleichzeitig förderte der Workshop Teamarbeit, Kommunikation und räumliches Denken.
Die im Projekt gesammelten Erfahrungen sollen in die Entwicklung pädagogischer Konzepte einfließen und perspektivisch auch in Fortbildungsangebote für Fachkräfte im Elementar- und Primarbereich.
Solche frühen Zugänge sind auch mit Blick auf Chancengleichheit wichtig. Denn Interessen für bestimmte Themen entstehen oft schon früh. Gleichzeitig erleben viele Kinder im Alltag noch immer unterschiedliche Erwartungen und Zuschreibungen – auch in Bezug auf Technik und Informatik. Gerade Mädchen werden hier nicht immer gleichermaßen ermutigt, sich auszuprobieren.
Projekte wie BeeBO können dazu beitragen, diese Unterschiede von Anfang an mitzudenken. Wenn alle Kinder selbstverständlich mit Informatik in Kontakt kommen, entstehen neue Möglichkeiten, Interessen zu entwickeln, unabhängig von Geschlechterrollen oder bisherigen Erfahrungen. Entscheidend ist, dass solche Angebote sensibel gestaltet werden und unterschiedliche Zugänge eröffnen.
Es zeigt sich einmal mehr, wie wichtig die frühe Bildungsphase ist.Wer hier ansetzt, kann langfristig dazu beitragen, dass mehr Vielfalt in technischen und informatischen Bereichen selbstverständlich wird.
