Mit dem BDA Stipendium Ruhr würdigt und unterstützt der BDA Bochum besonders begabte Architekturstudierende der Hochschule Bochum. Am 7. Mai fand die Preisverleihung an der Hochschule Bochum statt. Dieses Jahr ging das Stipendium an die Bochumer Studentin Judith Hruschka. Ihr Entwurf für ein fiktives Museum in Helsinki überzeugte die Jury unter anderem durch die städtebauliche Einbindung, die eine Verbindung von Stadt und Hafen schafft.
Bereits zum fünften Mal verlieh der Bund Deutscher Architektinnen und Architekten (BDA) Bochum das BDA Stipendium Ruhr – in diesem Jahr lautete das Entwurfsthema „Museum of Architecture and Design Helsinki“. Bis zum 9. April hatten Architekturstudierende die Möglichkeit, an dem Architekturwettbewerb teilzunehmen und ihre Konzepte einzureichen.
Insgesamt beteiligten sich 14 Studierende, acht kamen in die Vorauswahl. Im Rahmen der Preisverleihung, die am 07. Mai an der Hochschule Bochum stattfand, hatten die Studierenden nun die Gelegenheit, ihre Konzepte der 6-köpfigen Jury zu präsentieren. Besonders überzeugen konnte der Entwurf von Judith Hruschka. Die Bachelor-Studentin darf sich über das Stipendium im Wert von 1.000 Euro freuen. Eine Anerkennung ging an den Bachelor-Studenten Raphael Orkas. Laura Landauer, Alexander Volkmer, Iris Deselaers, Alexander Schorzmann, Remo Heufken und Sabrina Widy erhielten je eine Shortlist-Urkunde.
Betreut wurden die zukünftigen Architekturschaffenden in der Entwurfs- und Abschlussklasse von Professor Erhard An-He Kinzelbach, der verantwortlich für die diesjährige Aufgabenstellung war, die darin bestand, ein Museum der Zukunft zu gestalten – ein Gebäude, das einlädt zum Beobachten, Experimentieren und Mitgestalten. Dabei richtet sich der Blick nach Finnland. In der Hauptstadt Helsinki fungierten zwei Institutionen lange als Vermittler für „Finnisches Design“: das Architektur- und das Designmuseum. Anfang 2024 schlossen sich diese beiden Einrichtungen zum Museum für Architektur und Design zusammen.
„Von den Studierenden sollte ein neuer, gemeinsamer Museumsbau geplant werden, der nicht nur repräsentativ und ausstellungsorientiert ist, sondern der auch neugierig macht und zur kreativen Mitwirkung anregt“, erläutert Boris E. Biskamp, Initiator des Stipendiums. Das Raumprogramm umfasst Ausstellungsgalerien, eine Bibliothek, Projekt- und Werkstatträume sowie ein Café-Restaurant. Als Ort erhielten die Studierenden ein prominentes Grundstück im South Harbour, direkt an der maritimen Uferpromenade der historischen Innenstadt.
Offene Geste zum Wasser
Nach eingehender Prüfung der eingereichten Beiträge fiel die Entscheidung auf den Beitrag von Judith Hruschka. Ihr Entwurf überzeugt durch seine klare städtebauliche Haltung und die sensible Einbindung in den Kontext des Hafens, so die Jurymitglieder.
Besonders gelungen sei die offene Geste zum Wasser, die sowohl in der Setzung des Baukörpers unter Fortführung der Wege zum Hafen als auch in den gezielt inszenierten Blickbeziehungen spürbar wird. Die räumliche Dramaturgie verbinde Stadt und Hafen auf selbstverständliche Weise und schaffe ein öffentliches Haus im Sinne eines Dritten Ortes mit hoher Aufenthaltsqualität. Hervorgehoben wurde auch die innere, räumliche Organisation, die sich aus der geschossweise rotierten Anordnung der Ausstellungsgalerien um ein zentrales Atrium herum entwickelt. Dabei entstehe eine spannende Abfolge von Ausstellungs-, Aufenthalts- und Bewegungsräumen.
Text: Malina Drees, Lindner Lohse Architekten BDA



