Thema
Künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen transformieren die Geoinformatik grundlegend und bereiten den Weg zu neuen Dimensionen in der automatisierten Auswertung komplexer raumbezogener Daten. Von der Entwicklung spezialisierter Algorithmen bis hin zu ihrer konkreten Implementierung bilden GeoAI-Technologien zunehmend das Rückgrat für intelligente räumliche Analysen.
Das Geodätische Kolloquium im diesjährigen Sommersemester beleuchtet diese dynamische Entwicklung und schlägt gezielt eine Brücke zwischen aktueller Forschung und industrieller Praxis.
Im Mittelpunkt stehen dabei methodische Impulsvorträge zur Leistungsfähigkeit moderner GeoAI-Modelle sowie praxisnahe Einblicke in konkrete Anwendungsbereiche auf Unternehmensseite. Ergänzt durch aktuelle Forschungsperspektiven zur effizienten algorithmischen Verarbeitung, automatisierten Analyse und nutzergerechten Visualisierung raumbezogener Informationen verdeutlicht die Veranstaltung exemplarisch, wie datengetriebene KI-Verfahren die Geoinformatik aktuell revolutionieren und welche Potenziale sich daraus für die Zukunft ergeben.
Programm
- 16:00 Uhr: Begrüßung
Prof. i.V. Dr. Nicolai Moos (Hochschule Bochum) - 16:10 Uhr: Fachvorträge (Dauer: ca. 90 Minuten):
- Generative GeoAI: Von Sprache zu Karten
Prof. Dr.-Ing. Yu Feng (Hochschule Mainz) - Unüberwachte Lernverfahren für Geoinformation: Neues aus der KI-Forschungsgruppe Algorithmic Data Analytics for Geodesy
Prof. Dr.-Ing. Jan-Henrik Haunert (Universität Bonn) - GeoAI in der Praxis – von Hagel, Käfern und Meta-Daten
Dr. Christopher Britsch (con terra GmbH) - Vom Modell zum Agent: Wie AI räumliche Daten operativ nutzbar macht
Mika Dinnus (Esri Germany)
- Generative GeoAI: Von Sprache zu Karten
Vortragende
Yu Feng ist seit 2025 Professor für Angewandte Geoinformatik an der Hochschule Mainz und forscht am dortigen Institut i3mainz. Nach wissenschaftlichen Stationen an der Leibniz Universität Hannover und der TU München widmet er sich heute schwerpunktmäßig der Geospatial Artificial Intelligence (GeoAI). Zudem fördert er als Leiter der Kommission für Kartographie und Künstliche Intelligenz der Deutschen Gesellschaft für Kartographie (DGfK) aktiv den Austausch zwischen akademischer Forschung und industrieller Praxis.
Jan-Henrik Haunert ist seit 2016 Professor für Geoinformation an der Universität Bonn und leitet dort die AG Geoinformation. Nach seinem Studium in Hannover und Helsinki sowie wissenschaftlichen Stationen an den Universitäten Würzburg und Osnabrück liegt sein Forschungsschwerpunkt auf der Entwicklung effizienter Algorithmen und mathematischer Modelle zur automatisierten Analyse sowie Visualisierung raumbezogener Informationen. Unter Einsatz von Methoden der kombinatorischen Optimierung, Computergeometrie und Graphentheorie schafft er Grundlagen für künftige Generationen von GIS- und Navigationssystemen.
Christopher Britsch leitet seit 2021 die GeoAI AG der con terra GmbH, für die er bereits seit 2019 tätig ist. Nach seiner Promotion in Ur- und Frühgeschichte an der Universität Wien sowie wissenschaftlichen Stationen an der Universität Tübingen widmet er sich heute schwerpunktmäßig der Identifikation von KI-Anwendungsfällen. Als Experte für GeoAI fokussiert er sich auf die strategische Portfolio- und Projektentwicklung sowie die Durchführung von GeoAI Discovery Workshops an der Schnittstelle von Geoinformatik und moderner Datenanalyse.
Mika Dinnus absolviert derzeit den Masterstudiengang Geoinformatics and Spatial Data Science an der Universität Münster, wo er bereits seinen Bachelor abschloss. Praktische Expertise erwarb er in der Projektentwicklung für Onshore-Windenergie bei Energiequelle Germany sowie aktuell im Sales Engineering bei Esri Deutschland. Sein Fokus liegt auf der operativen Anwendung von AI Agents und LLMs zur Analyse räumlicher Daten. Er spezialisiert sich auf die Entwicklung eigenständig arbeitender Systeme, die Geodaten von der Datenexploration bis zur automatisierten Entscheidungsunterstützung nutzbar machen.
Nicolai Moos ist seit 2024 Vertretungsprofessor für Geoinformation am Fachbereich Geodäsie an der Hochschule Bochum. Nach Studium und Promotion an der Ruhr-Universität Bochum spezialisierte er sich fachlich auf die synergetische Verknüpfung von Erdbeobachtungsdaten mit sozioökonomischen Parametern zur Evaluation sozialer Gerechtigkeit im urbanen Raum. Seine Lehre deckt die Kernbereiche Geoinformatik, Fernerkundung und Kartographie ab und setzt dabei innovative Schwerpunkte auf Spatial Data Science, Geovisualisierung sowie die Analyse und Modellierung räumlicher Prozesse.
Bitte melden Sie sich zur Teilnahme an.
Die Veranstaltung ist als Fortbildungsveranstaltung der IK Bau anerkannt.
