2. Internationale SEED-Konferenz zur Bildung im Bereich nachhaltige Energie

Das Labor für Nachhaltigkeit in der Technik ist Teil des Forschungsprojekts SEED (Sustainable Energy Education). Im Rahmen des Projekts fand vom 24. bis 25. März 2026 die „Second International Conference on Sustainable Energy Education” (SEED 2026) in Utrecht statt. Das Labor wurde vertreten durch Prof. Dr.-Ing. Semih Severengiz, Dr. Erik A. Recklies, Loredana Tiedke, Aizhan Ilyassova, Mansi Mehta, Noman Hanifa, Lasse F. Maddey sowie die Studierenden Laura Semrau, Eric Faulhammer, Rieke Huesmann, Anita Thaqi und Stella Vucemilovic.
SEED ist fest davon überzeugt, dass Bildung für die Bewältigung des Klimawandels und die nachhaltige Energiewende von entscheidender Bedeutung ist. Das Projekt ermutigt Hochschulen und andere Berufsbildungseinrichtungen, gemeinsam mit ihren regionalen Partnern hochwertige Bildungsprogramme im Energiesektor zu entwickeln. Ziel ist es, die Zahl qualifizierter Fachkräfte zu erhöhen, Studiengänge mit den Anforderungen des Arbeitsmarktes zu verknüpfen und die Entwicklung neuer Energiesysteme, -produkte und -technologien zu unterstützen.
Die Second International Conference on Sustainable Energy Education knüpft an den Erfolg der ersten Konferenz an. Ziel ist es, eine globale Lerngemeinschaft weiter auszubauen, die Wissen austauscht, Möglichkeiten schafft und eine gemeinsame Vision für nachhaltige Bildung entwickelt. Die Konferenz richtet sich an alle Akteure des Energiesektors, darunter Einrichtungen der Berufsbildung, Unternehmen, Behörden, öffentliche Einrichtungen, Nichtregierungsorganisationen und Stiftungen.
Das Labor für Nachhaltigkeit in der Technik leistete folgenden Beitrag zur Konferenz: 5 wissenschaftliche Beiträge, 2 Fachartikel, 2 studentische Poster sowie 7 Poster zum Fortschritt des SEED-Projekts.






Unsere Sessions und Präsentationen
Prof. Dr.-Ing. Semih Severengiz leitete eine Sitzung zum Thema „Innovative energy education: Empowering educators & engineers“ (Abb. 2). In dieser Sitzung stellte Lasse F. Maddey den Beitrag „Overcoming Challenges in Green Hydrogen Education: Lessons Learned from a Training of Trainers in Ghana“ vor, der gemeinsam mit Sima Wagner und Semih Severengiz verfasst wurde (Abb. 3). Diese Studie untersucht eine Trainerausbildung (Training of Trainers, ToT) im Rahmen des Projekts „Grüner Wasserstoff für dezentrale Energiesysteme in Subsahara-Afrika“ (GH2GH), die zum ersten grünen Wasserstoffsystem in Ghana durchgeführt wurde. Der Beitrag liefert Einblicke in die Herausforderungen bei der Durchführung von ToTs im Bereich GH₂ in der Region und schlägt Lösungen für die Etablierung von ToTs vor.
Aizhan Ilyassova und Mansi Mehta leiteten gemeinsam die Sitzung „Innovative energy education: Advancing engineering education.“ Noman Hanifa und Aizhan Ilyassova leiteten gemeinsam die Sitzung zum Thema „Innovative energy education: Reimagining energy education“.
In der letztgenannten Sitzung stellte Mansi Mehta den Beitrag „Enhancing Sustainable Energy Education: Use of Scenario Studies“ vor, der gemeinsam mit Loredana Tiedke und Semih Severengiz verfasst wurde (Abb. 4). Dieser Beitrag stellt eine Szenariostudie vor, die auf der Ruhrregion in Deutschland basiert und untersucht, wie der Ausbau erneuerbarer Energien und der Strukturwandel die regionale Bildungslandschaft bis 2040 beeinflussen könnten. Die Studie liefert empirische Erkenntnisse und verdeutlicht den Wert der Szenariomethodik als didaktisches Instrument in der Nachhaltigkeits- und Energiebildung. Durch die Einbindung der Lernenden in Systemdenken, Vorausschau und kollaborative Entscheidungsfindung befähigt szenariobasiertes Lernen zukünftige Fachkräfte, auf Veränderungen im Energiesektor zu reagieren und diese aktiv mitzugestalten.
Dr. Erik A. Recklies stellte den Beitrag „Investigating the Contribution of a Circularity-Focused Problem-Based Learning Environment to Sustainable Energy Education“ vor, den er gemeinsam mit Santiago Eduardo und Semih Severengiz verfasst hat (Abb. 5). Dieser Beitrag geht auf das CIRCLE-Projekt Studie zurück, das eine neuartige, problemorientierte Lernumgebung für die analytische und praktische Anwendung von Prinzipien des Kreislaufdesigns in Nachhaltigkeitskursen im Hochschulbereich bietet. Dieser Beitrag veranschaulicht, wie CIRCLE darüber hinaus erfolgreich zur Bildung im Bereich nachhaltige Energie beitragen kann. Am Beispiel einer Protonenaustauschmembran-Brennstoffzelle wird detailliert gezeigt, inwieweit die teilnehmenden Studierenden die Produktkreislaufwirtschaft bewerten und verbessern sowie sich mit energiebezogenen Produkten auseinandersetzen und dabei gleichzeitig theoretisches Wissen über wichtige Fakten, zentrale Konzepte und relevante energiebezogene Technologien sowie praktische Kompetenzen erwerben.
Die Konferenzteilnehmer hatten zudem die Gelegenheit, sich mit den Ergebnissen des oben genannten studentischen Projekts zu Protonenaustauschmembran-Brennstoffzellen vertraut zu machen, indem sie sich das Poster mit dem Titel „LCA of the Membrane-Electrolyte Interactions of a Redox-Flow Battery“ ansahen, das von den CIRCLE-Studierenden Rieke Huesmann, Anita Thaqi und Stella Vucemilovic präsentiert wurde (Abb. 6).
Loredana Tiedke stellte den Beitrag „Chatbottutor for Higher Education – Experimental Design for Optimizing Technical Accuracy“ vor, den sie gemeinsam mit Linda Becker, Michele Martin und Semih Severengiz verfasst hat. In dieser Studie stellen die Autoren einen lokal installierten, datenschutzkonformen Chatbot-Tutor vor, der auf großen Sprachmodellen (LLMs) basiert und für einen Universitätskurs entwickelt wurde, der sich auf Aufgaben im Bereich Energie und Nachhaltigkeit konzentriert und personalisiertes, kontinuierliches Feedback geben kann. Loredana Tiedke präsentierte zudem einen Fachartikel mit dem Titel „Sustainable Energy Impact – An Example of the Importance of Project-Based Learning in Energy Education“, der gemeinsam mit Semih Severengiz verfasst wurde (Abb. 7). Diese Studie untersucht, wie forschungsintegrierte Projektkurse die Ausbildung im Bereich nachhaltige Energie verändern können, indem sie Studierende direkt in laufende wissenschaftliche Forschung einbinden. Am Beispiel des Projektseminars „Sustainable Energy Impact“ (SEI) wird gezeigt, wie interdisziplinäre Teams reale Herausforderungen in den Bereichen Wasserstoff- und Solartechnologie angehen und dabei sowohl technisches Fachwissen als auch Fähigkeiten zur Zusammenarbeit entwickeln.
Die Studierenden des oben genannten SEI-Projektseminars, Laura Semrau und Eric Faulhammer, stellten ihr Poster zum Thema „Ökobilanz eines dezentralen Wasserstoffsystems“ (Abb. 8) vor, in dem sie den Hintergrund, die Methodik und die Ergebnisse der Ökobilanz eines Wasserstoff-Energiespeichersystems in einem dezentralen Mininetz in Subsahara-Afrika darlegten.
Noman Hanifa stellte den Beitrag „Environmental Impact of Conceptual Green Hydrogen Storage into a Solar Charging Station for Light Electric Vehicles“ vor, den er gemeinsam mit Naren Matesha, Nora Scheltea und Semih Severengiz verfasst hatte. Diese Studie konzentriert sich auf mögliche Lösungen, indem sie den Anwendungsfall einer netzunabhängigen Solarladestation für ein E-Moped auf der Grundlage empirischer Daten aus einem Living Lab untersucht. Ihre vorläufigen Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Wasserstoffspeicherung eine umweltfreundliche Speicheroption für netzunabhängige Solarladestationen sein kann. Noman Hanifa präsentierte zudem einen Fachartikel mit dem Titel „The Solar Charging Station as A Model Example for Effective Teaching and Scientific Knowledge Transfer“, der gemeinsam mit Lisa Wendzich und Semih Severengiz verfasst wurde (Abb. 9). In diesem Artikel stellen die Autoren den Werdegang einer Solarladestation vor, die von Studierenden entworfen wurde und sich zu einem Vorzeigebeispiel für erfolgreiche wissenschaftliche Projektakquise, regionale Nachahmung und praxisorientierten Wissenstransfer entwickelt hat.
Die Tagungsberichte der 2nd International Conference on Sustainable Energy Education können unter https://seedconference2026.eu/proceedings/ eingesehen werden.


SEED-Projekt: Neue Good Practices nach Regionen
Das Labor für Nachhaltigkeit in der Technik leitet das Arbeitspaket 4 (AP4) des SEED-Projekts: Regionale bewährte Praktiken in den Bereichen Lehre und Lernen, Zusammenarbeit und Partnerschaft sowie Governance. Eine der abschließenden Aufgaben des AP4 für alle Projektregionen (Griechenland, Niederlande, Finnland, Spanien, Deutschland) bestand darin, eine bewährte Good Practice (GP) einer anderen Region auszuwählen und diese an den eigenen regionalen Kontext und die eigenen Bedürfnisse anzupassen. Das Labor erstellte 7 Poster zu den replizierten oder verbesserten bewährten Praktiken aus allen SEED-Regionen (Abb. 10–12):
- International Spring School: Training on Solar Off-Grids, Deutschland
- BObby Energy Hub, Niederlande
- Flexible Pathways between VET and Universities, Griechenland
- PV Summer School in Turku, Finnland
- Celcuis House, Niederlande
- Public-Private Partnerships and Sustainable Energy Impact, Spanien
- Vocational Training Digitalization Plan, Griechenland.
Die Mitglieder des Labors nutzten die Gelegenheit, sich mit einer internationalen Gemeinschaft aus Forschern und Fachleuten auszutauschen und wertvolle Kontakte zu knüpfen. Neben den Vorträgen hatten sie die Möglichkeit, an Posterpräsentationen, Workshops und einem Konferenzdinner teilzunehmen. Das Konferenzprogramm bot eine Plattform, um aktuelle Forschungsergebnisse vorzustellen, innovative Lehrmethoden zu diskutieren und gemeinsam an Lösungen für die Herausforderungen einer nachhaltigen Energieausbildung zu arbeiten.
Das Labor für Nachhaltigkeit in der Technik freut sich, an der zweiten internationalen Konferenz für nachhaltige Energiebildung teilgenommen zu haben, um nachhaltige Bildung zu fördern und einen Schritt in Richtung einer Zukunft ohne fossile Brennstoffe zu machen. Nun freuen wir uns schon auf die dritte internationale SEED-Konferenz, die 2028 in Bochum stattfinden wird!


