Hochschulen sind Orte freier Wissenschaft und damit auch Orte gelebter Demokratie. Anlässlich des heutigen Internationalen Tages der Demokratie verweist die Landesrektor*innenkonferenz der Hochschulen für Angewandte Wissenschaften (HAW) in Nordrhein-Westfalen auf die Grundsätze ihres im Mai 2026 verabschiedeten Positionspapiers. Es bildet eine wichtige Grundlage für das gemeinsame Handeln der Mitgliedshochschulen.
Darin bekräftigen die HAW in Nordrhein-Westfalen ihren entschiedenen Einsatz für Wissenschaftsfreiheit und Hochschulautonomie. Sie treten politischer Einflussnahme und allen Eingriffen gemeinsam und entschieden entgegen, die freie wissenschaftliche Arbeit, die Unabhängigkeit der Hochschulen oder ihre gesellschaftliche Verantwortung gefährden.
„Der Internationale Tag der Demokratie erinnert uns daran, dass Demokratie von Freiheit, Offenheit und dem freien Austausch unterschiedlicher Perspektiven lebt. Wissenschaftsfreiheit ist dafür unverzichtbar. Demokratie braucht unabhängige Wissenschaft: Sie erarbeitet überprüfbares Wissen, stellt Gewissheiten infrage und ermöglicht es, unterschiedliche Positionen auf der Grundlage von Fakten und Argumenten auszuhandeln. Damit stärkt sie die Fähigkeit einer Gesellschaft, informiert und selbstbestimmt über ihre Zukunft zu entscheiden.
Gerade in Zeiten zunehmender Polarisierung und antidemokratischer Entwicklungen, gezielter Desinformation sowie wachsender Versuche, wissenschaftliche Erkenntnisse und unabhängige Institutionen zu delegitimieren, steht diese Freiheit zunehmend unter Druck. Daraus erwächst für uns Hochschulen eine besondere Verantwortung. Wir müssen Position beziehen, wenn Wissenschaftsfreiheit, Menschenwürde, Rechtsstaatlichkeit und die Grundlagen des offenen demokratischen Diskurses infrage gestellt werden. Wir müssen Haltung zeigen und unsere Hochschulen als Orte des kritischen Denkens, der offenen Debatte und der freien Wissenschaft verteidigen.
Wenn wir die Freiheit der Wissenschaft schützen, schützen wir eine wesentliche Grundlage unserer Demokratie.“
Prof. Dr. Andreas Wytzisk, Präsident der Hochschule Bochum
