Viele Persönlichkeiten. Zwei Standorte. Eine BO.

Claudia Frohn-Schauf setzt auf die Menschen der Hochschule

Vizepräsidentin für Studium, Lehre & Weiterbildung sieht Veränderungen für Lehrende und Lernende als Chance

„Wir müssen die stärkere Integration digitaler und weiterer zukünftig relevanter Kompetenzen in Lehrveranstaltungen fördern und Nachhaltigkeitsaspekte in Lehrveranstaltungen und den gesamten Hochschulbetrieb integrieren.“

Prof.‘in Dr. rer. nat. Claudia Frohn-Schauf (Vizepräsidentin für Studium, Lehre & Weiterbildung)

Kein anderes Ressort unter den Vizepräsident*innen hat so herausfordernde Rahmenbedingungen wie Studium, Lehre & Weiterbildung. „Dazu“, zählt die neue Amtsinhaberin Prof. Dr. Claudia Frohn-Schauf auf, „gehört die Teilnahme an verschiedenen Kommissionen: Zum Beispiel der QV-Kommission, die Einfluss auf die Vergabe der Qualitätsverbesserungsmittel hat. Dazu gehören Themen wie Rahmenprüfungsordnung, Studierendenzahlen, Evaluationen, Stipendien, Lehrpreis und Digitalisierung der Lehre.“

Sie weiß wovon sie spricht. Schließlich hat sie sich in ihrem Fachbereich Mechatronik und Maschinenbau als Studienfachberaterin und Studiendekanin (ab 2016) verantwortlich um alles Wichtige rund um Studium und Lehre gekümmert. Und bei aller Sachlichkeit, die sie dem Thema Lehre widmen mag: Als Lehrpreisträgerin (2014) hat die Mathematikerin schon deutlich bewiesen, dass ihr die Studierenden am Herzen liegen und gute Lehre ihr ein zentrales Anliegen ist.

Eine der Herausforderungen, die anzugehen sich die neue Vizepräsidentin vorgenommen hat, ist eine demografische: Die Bevölkerungsstatistiken lassen zukünftig schon rein zahlenmäßig einen Rückgang der Studienanfänger*innen erwarten. Um diesem Trend entgegenzuwirken setzt das Präsidium unter anderem auf eine innovative gute Lehre. „Man muss die Studiengänge modern gestalten, modernere Themen integrieren, die die Studierenden interessieren“, erläutert Professorin Frohn-Schauf. „Da geht es zum Beispiel im Maschinenbau um Industrie 4.0, Digitalisierung auf der einen Seite, und auf der anderen Seite um das Thema Umwelt, Klimawandel, Nachhaltigkeit.“ Und zur gesteigerten Attraktivität der Studiengänge können sicherlich auch Praxisprojekte beitragen, die zum Teil schon verhältnismäßig früh im Studium problem- bzw. projektbasiert selbständiges praxisnahes Lernen und Handeln fördern.

„Die Hochschule ist ein großer Tanker. Da kann man nicht mal eben schnell die Richtung wenden."

Als erfahrene Studiendekanin weiß Prof. Frohn-Schauf aber auch, dass Veränderungen gut durchdacht sein sollten. „Die Hochschule ist ein großer Tanker. Da kann man nicht mal eben schnell die Richtung wenden. Und auf der anderen Seite ist für Studienangebote auch Kontinuität sehr wichtig. Zudem muss man auch immer alle mitnehmen. Das geht alles nur mit Menschen.“

Und auf die setzt sie auch, wenn sie Lehrverflechtungen innerhalb der Fachbereiche und über Fachbereichsgrenzen hinweg anregt. Sie könnten, so die Vizepräsidentin, gutes Lernen und Lehren befördern. Als Beispiel nennt sie etwa das Zusammenwirken von Mathematiker*innen und Mechanikexpert*innen bei der Vektorrechnung.

Nicht zuletzt die Erfahrungen mit Lehre und Studium in der Zeit der Corona-Pandemie haben gezeigt, wie wichtig auch zukünftig Inhalte, Vermittlungsformen, Nutzungsbedingungen und –möglichkeiten etc. digitaler Lehrangebote sind. Diesen Fokus sieht auch Prof. Frohn-Schauf. Dabei hat sie Studierende und Lehrende gleichermaßen im Blick. Innovative Lernumgebungen (Labs, Maker Spaces, Lernfabrik etc.) erschließen dabei sicherlich Chancen. Dazu gehört aber auch, relevante Kompetenzen in den Lehrveranstaltungen zu vermitteln, seien es digitale wie etwa Wissen zu Data Literacy oder Big Data, aber auch unternehmerisches Denken.

Dass es Angebote zum Erwerb solchen Wissens und Könnens auch für die Lehrenden braucht, davon ist die Vizepräsidentin überzeugt. Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten sind ihr darum besonders wichtig. Das gilt natürlich auch für die zunehmend in das Fachstudium einfließenden Nachhaltigkeitsthemen. „Jemandem, der schon 20 Jahre an dieser Hochschule unterrichtet, muss man auch ermöglichen, sich in diese Themen hineinzufinden“, plädiert sie. 

Das Ressortthema Weiterbildung ist für die Vizepräsidentin natürlich mehr als eine interne Angelegenheit. Als Aspekt der Third Mission der Hochschule kann Weiterbildung sich zum Beispiel in Zertifikatsangeboten zu Kompetenzen wie Research Data Management oder Nachhaltigkeitsmanagement wiederfinden, kann ein Potenzial für die Zusammenarbeit mit Unternehmen sein, aber auch Synergien mit der „grundständigen“ Lehre schaffen, etwa durch Weiterentwicklung der Angebote der Ruhr Master School mit den Partnerhochschulen der Hochschulallianz Ruhr.

Überzeugt ist Vizepräsidentin Dr. Frohn-Schauf übrigens, dass zur Konsolidierung der Studierendenzahlen eine Intensivierung und Verbesserung des Studiengangs-Marketings beitragen könnte. Neue Werbemöglichkeiten und die Vermittlung der Besonderheiten der Hochschule und einzelner Studiengänge, aber auch das Angebot von Vorbereitungssemestern für internationale Studierende sieht sie als effektive Mittel dafür an. Als Wissenschaftlerin und Mutter dreier erwachsener Söhne weiß sie schließlich, wie ausschlaggebend gut aufbereitete Informationen sein können.

Wenn sie sich gerade nicht für die Hochschule und ihre Studierenden engagiert, hat Claudia Frohn-Schauf übrigens Spaß am Backen, fährt gerne Rad und Mountain-Bike und joggt regelmäßig.

Beruflicher Werdegang
  • 2016: Studiendekanin im FB Mechatronik und Maschinenbau der Hochschule Bochum
  • 2015: Fachkoordinatorin des mexikanisch-deutschen Hochschulkonsortiums (mdhk)
  • 2014: Lehrpreis der Hochschule Bochum
  • 2011: Schriftführerin der Gesellschaft der Förderer der Hochschule Bochum
  • 2010: Beauftragte des FB Mechatronik und Maschinenbau für die Kooperation mit Indien (IGCHE)
  • 2009: Professorin für Ingenieurmathematik und Numerik im FB Mechatronik und Maschinenbau der Hochschule Bochum
  • 2005: Wiss. Mitarbeiterin, Lehrstuhl für Angewandte Mathematik, HHU Düsseldorf (DFG Projekt)
  • 2003: Gastforscherin, Institut für Medizin, Forschungszentrum Jülich
  • 2001: Wiss. Mitarbeiterin, Lehrstuhl für Angewandte Mathematik, HHU Düsseldorf
  • 2000: Wiss. Mitarbeiterin, Institut für Algorithmen und wissenschaftliches Rechnen, GMD Forschungszentrum Informationstechnik GmbH, St. Augustin
  • 1992: Promotion zum Dr. rer. nat. an der  HHU Düsseldorf
  • 1989: Nachwuchswissenschaftlerin, Institut für Methodische Grundlagen, GMD Forschungszentrum Informationstechnik GmbH, St. Augustin
  • 1988: Diplom in Mathematik an der HHU Düsseldorf