Viele Persönlichkeiten. Zwei Standorte. Eine BO.
MoNal - Mobilität nachhaltig über den Lebenszyklus gedacht

Ausgangslage in Ghana

Die Bevölkerung und der Wohlstand der Republik Ghana wächst. Mit der wirtschaftlichen Entwicklung steigt die Nachfrage nach Mobilitäts-Angeboten, welche vor Ort vor allem für Autos und Mopeds besteht. Da diese Fahrzeuge gleichzeitig für eine hohe Umweltbelastung sorgen und diese zusätzlich verstärken, bieten sich Möglichkeiten für umweltfreundlichere Alternativen durch e-Mobilität. Um die Umweltwirkung zu verbessern, ist es allerdings wichtig, dass die benötigte Energie für die Versorgung aus einer erneuerbaren Quelle bezogen wird.

In Ghana hat aktuell 20 % der Bevölkerung keinen Zugang zu Strom. Da Solar-Home-Systeme keine ausreichende Leistung zum Laden von e-Fahrzeugen bieten, stellt dies das Land vor eine Herausforderung. Weitere Faktoren wie örtlichen Gegebenheiten, geeignete Straßen, e-Schrott und fehlendes Know-How im Betrieb und der Wartung von Fahrzeugen erschweren die Situation weiter.

Mobilität für Subsahara-Afrika - Nachhaltig über den Lebenszyklus gedacht

Das Projekt MoNaL verfolgt das Ziel, nachhaltige Mobilitätsangebote für die Länder Subsahara-Afrikas zu schaffen. Die Wirkung des Angebots wird ganzheitlich über den gesamten Lebenszyklus – von der Produktion und dem Design der Fahrzeuge, über die Energieversorgung bis zum Recycling der Fahrzeuge und der Energieversorgungsinfrastruktur – berücksichtigt, verbessert und durch Lebenszyklusanalysen überprüft. Im Rahmen einer Pilotumsetzung in Ghana am Standort des lokalen Partners Don Bosco wird ein Ausleihsystem für E-Mopeds und -Lastenrädern technisch und wirtschaftlich erprobt und unter Berücksichtigung lokaler Bedingungen und Nutzeranforderungen angepasst. Nachhaltige Mobilität muss im Zusammenhang mit erneuerbarer Energieversorgung gedacht werden. Deshalb wird im Vorhaben ein smartes Mini-Grid aus autarken Solaranlagen und Ladestationen entwickelt, das anders als einzelne Anlagen über eine ausreichende Leistung zur Versorgung der E-Fahrzeuge verfügt. Teil des Mini-Grids ist eine automatische Abrechnung, die Stromverbräuche der Fahrzeuge und smartes Lastenmanagement durch eine Echtzeit-Anpassung des Strompreises an Angebot, Nachfrage, Wetter und Batteriestand ermöglicht.

Ziel ist es, die Nutzung von nachhaltigen Mobilitätsalternativen zu intensivieren und gleichzeitig den notwendigen Zugang zu verlässlicher und nachhaltiger Energie mitzudenken. Da im Zielland ein erhebliches Problem mit Elektroschrott besteht, wird im Sinne einer ganzheitlichen Betrachtung die Endphase des Lebenszyklus des entwickelten Produktsystems berücksichtig. Dazu werden vorhandene Recyclingstrukturen in Ghana analysiert, Optionen für Second-Life Anwendungen von Solarmodulen und Batterien geprüft, Workshops zur Erarbeitung von Umweltstandards mit Stakeholdern vor Ort veranstaltet sowie Qualifizierungsmaßnahmen im Bereich Recycling bzw. Upcycling durchgeführt. Ferner wird durch Qualifizierungsmaßnahmen in den Bereichen E-Mobilität, Solartechnik und Recycling die nachhaltige Nutzung des Produkts gesichert.

Kontakt

Frederick Adjei, M.Sc.
Fachbereich Elektrotechnik und Informatik
Hochschule Bochum
Am Hochschulcampus 1
44801 Bochum
Tel.: +49 234 32 10384
  • Laufzeit: 01.08.2020 bis 31.07.2022
  • Themengebiet: Kreislaufwirtschaft, Umweltfreundliche Mobilität
  • Förderprogramm: Exportinitiative Umwelttechnologien
  • Förderschwerpunkt: Pilot- und Modellvorhaben im Ausland
  • Förderkennzeichen: FKZ 16EXI4011A
  • Fördermittelgeber: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU)
  • Projektträger: VDI/VDE-IT Berlin
  • Zielland: Ghana
  • Fördersumme: 397.382,00 €

Pressemitteilung "Nachhaltige Elektromobilität in Ghana" der Hochschule vom 2.6.2021