Am 14. Juli 2026 stand der Münsteraner Hafenplatz ganz im Zeichen der Geodäsie. Wo sonst zahlreiche Fahrräder kreuzen, eroberten Tachymeter, Laserscanner, Copter und Roboterhunde das Gelände, um einen faszinierenden Einblick in die Bandbreite dieses Berufsfeldes zu geben. Der diesjährige Erlebnistag, organisiert von der Nachwuchsinitiative geodäsie.nrw, unterstrich eindrucksvoll die Relevanz der Geodäsie in unserer Gesellschaft. Rund 680 Schülerinnen und Schüler aus Münster und der Region nutzten die Gelegenheit, an zahlreichen Mitmach-Stationen die Praxisnähe und Vielfalt dieses Fachbereichs selbst zu erkunden.
Bereits in der Eröffnungsveranstaltung wurde deutlich, dass Geodäsie weit mehr ist als eine rein technische Disziplin. Oberbürgermeister Tilman Fuchs hob hervor, dass geodätische Daten die unverzichtbare Grundlage für zukunftsweisende Entscheidungen bilden. Regierungspräsident Andreas Bothe vertiefte diesen Gedanken: Geodäsie gehe weit über das klassische Vermessen hinaus. Sie schaffe das Fundament, um unsere Welt nicht nur zu verstehen, sondern sie aktiv, verantwortungsvoll und vorausschauend zu gestalten. Sein Fazit: „Geodäsie macht aus Daten Orientierung und aus Orientierung Fortschritt“ – denn wer die Zukunft aktiv mitgestalten will, muss zunächst wissen, wo er aktuell steht.
Nach dem offiziellen Auftakt erkundeten die Schülerinnen und Schüler in zwei Zeitblöcken den Parcours, begleitet von erfahrenen Gruppenguides. Dabei war Mitmachen ausdrücklich gewünscht. Unser Fachbereich war als Partner der Initiative auch in diesem Jahr wieder präsent: Neben der Moderation der Eröffnungsfeier gestalteten wir zwei Stationen auf dem Parcours, was einen direkten Austausch mit dem potenziellen Nachwuchs ermöglichte.
Bei der „Mess-Olympiade“ stand die Präzision im Fokus: Ob beim Sandsack-Wurf auf eine Zielmarke oder beim strategischen Turmbau – hier war sowohl ein gutes Augenmaß als auch geschicktes Schätzen gefragt. Die Schülerinnen und Schüler erhielten so einen spielerischen Zugang zur klassischen Vermessung und bewiesen bei den Wettbewerben ihren Ehrgeiz.
Ein weiteres Highlight war der „MapTable“, an dem die digitale Dimension der Geodäsie greifbar wurde. Über eine haptische und intuitiv bedienbare Touch-Oberfläche konnten die Teilnehmenden Points of Interest erstellen und beispielsweise markieren, an welchen Orten sie sich auf ihrem eigenen Schulgelände besonders wohlfühlen. So wurden komplexe Geodaten zu einer interaktiven Erfahrung zum Anfassen.
Zusammenfassend war es ein sehr gelungener Tag: Dank der guten Organisation des Vermessungs- und Katasteramts Münster verlief der Tag nahezu reibungslos und die Lehrkräfte gaben viel positives Feedback. Besonders wertvoll war die Möglichkeit, durch den direkten Kontakt an den Stationen bei vielen der rund 680 Schülerinnen und Schüler eine anfängliche Begeisterung für die Geodäsie zu entfachen.
Im kommenden Jahr findet der Erlebnistag in Dortmund statt. Wir werden den Heimvorteil nutzen und natürlich wieder vertreten sein!









