Kann Beton schwimmen? Ja – wenn man es richtig anstellt. 10 Studierende des Fachbereichs Bau- und Umweltingenieurwesen der Hochschule Bochum werden am 19. und 20. Juni 2026 in Brandenburg an der Havel den Beweis antreten. Bei der 20. Deutschen Betonkanu-Regatta, ausgerichtet von der Zement- und Betonindustrie, messen sie sich mit rund 1.000 Studierenden aus dem In- und Ausland – an Bord eines selbst gebauten Kanus aus Beton.
Ein Semester lang planen und bauen
Was zunächst paradox klingt, hat an der Hochschule Bochum eine lange Tradition: Bereits 1988 stach mit der „Weißen Wanne" das erste Betonkanu der damaligen Fachhochschule Bochum in See. Seitdem ist das Projekt fester Bestandteil des Studiums – heute als Projektseminar im fünften Semester des Studiengangs Bau- und Umweltingenieurwesen, verankert bei Prof. Dr.-Ing. Andreas Dridiger im Fachgebiet Baustoffkunde und konstruktiver Ingenieurbau.
Gemeinsam hat das Team das diesjährige Boot „BOhana“ getauft. „Der stammt aus dem hawaiianischen Wort Ohana, was Familie und Zusammenhalt bedeutet. Genau dies sind die Werte, die bei uns großgeschrieben werden, denn bei uns wird niemand zurückgelassen. Unser Team meistert alle Herausforderungen zusammen, von Anfang bis zum Ende, bis unser selbstgebautes Betonkanu auf dem Wasser einwandfrei schwimmen kann“, so beschreibt es das Team.
Die Arbeit an den Booten findet im Labor für Baustoffe und konstruktiven Ingenieurbau statt. Dort setzen sich die Studierenden schrittweise mit Prüfmethoden und Prüfgeräten auseinander, bevor das Boot schließlich Form annimmt. Das Kanu muss dabei stabil und leicht sein, ohne zusätzliche Beschichtung oder Abdichtung wasserdicht – und auf der Havel auch noch schnell.
„Die größte Herausforderung dieses Jahr war eine Mörtelmischung zu entwickeln, die mit unserem neuen Schalungskonzept umsetzbar ist, eine ausreichende Festigkeit besitzt und gleichzeitig sollte das Gewicht unseres Betonkanus die Grenze von 100 kg nicht überschreiten. Alle drei Aspekte konnten dieses Jahr erfolgreich von den Studierenden umgesetzt werden“, so Timm Merker, Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Fachbereich Bau- und Umweltingenieurwesen der Hochschule Bochum und Teil des Kanu-Teams.
Wettkampf, Kreativität und Austausch
Die Regatta ist mehr als ein Rennen. Neben dem sportlichen Wettkampf auf dem Wasser präsentieren die Teams ihre Boote bei der Bootsparade der Offenen Klasse – dort zählen Gestaltung und Ideenreichtum ebenso wie technisches Können. Für die Bochumer Studierenden ist die Veranstaltung zudem eine gute Gelegenheit, sich mit Kommiliton*innen anderer Hochschulen auszutauschen, die vor denselben konstruktiven Fragen stehen.
Unterstützt von:
Eiffage Infra-Nordwest und Eiffage Infra-Rail
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