Von Rüdiger Kurtz
Ein Semester unter Palmen studieren, internationale Wirtschaft hautnah erleben und gleichzeitig in eine völlig neue Kultur eintauchen – für viele Studierende klingt das nach einem Traum. Für Mohamed Jamaleddine von der Hochschule Bochum ist dieser Traum Wirklichkeit geworden. Der Student des Studiengangs International Business Management verbrachte ein Auslandssemester an der Universitas Diponegoro in Semarang auf der indonesischen Insel Java – und blickt nun mit Begeisterung auf die intensive Zeit zurück.
Dass Mohamed Jamaleddine überhaupt nach Indonesien gekommen ist, war zunächst eher ein Zufall. „Ich hatte von Herrn Edward Sodmann, dem Ansprechpartner für Auslandsstudienaufenthalte am Fachbereich Wirtschaft, eine E-Mail erhalten, dass kurzfristig noch ein Platz für ein Stipendium frei geworden ist. Daraufhin habe ich mich direkt beworben“, erinnert sich der Bochumer Student. Der Bewerbungsprozess sei überraschend unkompliziert verlaufen: „Kurze Zeit später hatte ich bereits die Zusage für ein Vollstipendium und wenige Wochen danach saß ich schon im Flugzeug nach Indonesien.“
Die Universitas Diponegoro liegt in Semarang, einer Großstadt an der Nordküste Javas, in der rund 1,7 Millionen Menschen leben. Die Stadt ist ein bedeutender Wirtschaftsstandort Indonesiens und Sitz zahlreicher internationaler Banken und Unternehmen. Für Studierende im Bereich International Business bietet die Region ideale Voraussetzungen, wirtschaftliche Entwicklungen und globale Märkte aus nächster Nähe kennenzulernen.
Der Einstieg in das Leben vor Ort sei ihm leicht gemacht worden, erzählt Jamaleddine rückblickend: „Jeder internationale Studierende bekommt einen sogenannten ‚Buddy‘ als Ansprechpartner*in. Außerdem sind die Professorinnen und Professoren jederzeit erreichbar und unterstützen einen bei allen Fragen.“ Gerade die Offenheit und Hilfsbereitschaft der Menschen habe ihn von Beginn an beeindruckt.
Überrascht war er zudem davon, wie viel Wert auf kulturellen Austausch gelegt wird. „Die Universität organisiert regelmäßig Veranstaltungen und gemeinsame Aktivitäten, bei denen die Studierenden die indonesische Kultur kennenlernen können – vom traditionellen Tanz über Kochkurse bis hin zu Einblicken in die berühmte indonesische Kaffeekultur“, berichtet der in Moers geborene 23-Jährige.
Besonders gefallen habe ihm auch der moderne Campus mit seinen großzügigen Grünflächen und der lebendigen internationalen Studierendengemeinschaft. Auch das Studium selbst habe sich deutlich von seinen bisherigen Erfahrungen in Deutschland unterschieden: „Die Vorlesungen sind sehr interaktiv gestaltet. Statt nur zuzuhören, gibt es viele Gruppenarbeiten, Diskussionen und einen aktiven Austausch zwischen den Studierenden.“
Der gesamte Studienalltag fand auf Englisch statt – eine wertvolle Erfahrung für angehende Absolventinnen und Absolventen mit internationaler Ausrichtung. „Man verbessert seine Sprachkenntnisse automatisch und gewinnt gleichzeitig viel mehr Selbstvertrauen im internationalen Umfeld“, so Jamaleddine. Als besonders bereichernd habe er zudem den Austausch mit Menschen aus unterschiedlichsten Ländern empfunden: „Ich habe Freundschaften mit Studierenden aus Russland, Vietnam, Malaysia, Nigeria, Sansibar oder den Niederlanden geschlossen. Dieser internationale Austausch hat meinen Horizont enorm erweitert.“
Neben dem Studium blieb auch Zeit, Indonesien intensiv kennenzulernen. „Mir war vorher gar nicht bewusst, wie unglaublich schön und vielseitig die Region ist“, erinnert sich Jamaleddine. Während seines Aufenthalts bereiste er unter anderem Jakarta, Yogyakarta, Bali, Lombok sowie mehrere kleinere Inseln. Nachhaltig beeindruckt haben ihn die Vulkanlandschaften rund um den Mount Bromo und den Mount Ijen.
„Gerade diese Verbindung aus Studium, Reisen und interkulturellem Austausch bringt unseren Studierenden sehr viel“, betont Auslandskoordinator Edward Sodmann: „Sie kommen mit Menschen aus verschiedenen Kulturen zusammen und lernen nicht nur Inhalte, sondern auch, sich international sicher zu bewegen.“
Dem kann Mohamed Jamaleddine nur zustimmen. Für seine berufliche Zukunft sieht er den Aufenthalt als großen Gewinn. Inzwischen wieder zurück an der Hochschule Bochum, arbeitet er weiter an seinem Bachelorabschluss und denkt schon über die nächsten Schritte nach: „Nach meinem Bachelor möchte ich einen Master im Bereich International Business absolvieren und später in einem internationalen Unternehmen arbeiten – möglicherweise auch dauerhaft im Ausland. Mein Auslandsaufenthalt auf Java hat dieses Interesse definitiv verstärkt“, sagt der Student mit einem entspannten Lächeln.

