Viele Persönlichkeiten. Zwei Standorte. Eine BO.

Stephan Sandfuchs

Stephan Sandfuchs erklärt im Video genauer, wie seine Forschungsarbeit am CVH aussieht.


Bildung als Passion und fachliche Herausforderung

Lernen macht Stephan Sandfuchs Spaß. Es ist seine Leidenschaft und zwar in doppelter Hinsicht: Als Doktorand am CVH bildet er sich nicht nur selbst gerne fort, er bringt vor allem Robotern gerne das Lernen bei. Künstliche Intelligenz und Maschinelles Lernen sind die Forschungsfelder, mit denen er sich am Campus Velbert/Heiligenhaus beschäftigt. Ganz konkret erforscht er das SLAM-Verfahren, um Roboter lernen zu lassen, wie sie sich zuverlässig in einer unbekannten Umgebung lokalisieren und bewegen können.

Wie kann ein Roboter seine Umgebung über verschiedene Sensoren wahrnehmen? Wie kann ein Computerprogramm diese Daten automatisch zu einer Umgebungskarte zusammenfügen? Woher weiß der Roboter, an welchem Ort er sich genau befindet? Dies sind Fragen, die Stephan Sandfuchs umtreiben. Seit 11 Monaten untersucht er das SLAM-Verfahren und wie man es in der Robotik besser nutzen kann. Seine Leidenschaft für die Forschung ist dabei ungebrochen.

Stephan Sandfuchs mit seinen mobilen Robotern. Sie sollen lernen, sich selbst im Raum verorten zu können.

Freier Forschergeist
„Ich weiß eigentlich seit dem Masterstudium, dass mir Forschungs- und Entwicklungsarbeiten sehr liegen“, erklärt der 24-jährige. „Dort konnte ich in kleineren Projekten im Bereich KI schon erfahren, wie es ist, eigene Methoden zu entwickeln und Technologien dadurch zu verbessern. Dabei hat mich vor allem die Freiheit im Denken ohne wirtschaftliche Zwänge immer motiviert: Es geht bei der Forschung an der Hochschule um die Sache an sich und um keine ökonomischen Ziele, die erreicht werden müssen!“ In seinem dualen Bachelorstudium am Campus hatte Stephan Sandfuchs die Rahmenbedingungen für Entwicklungen in der Industrie schon kennengelernt und konnte sie dadurch gut mit der Forschung an einer Hochschule vergleichen.
„Ausschlaggebend für meine Promotion war dann der Schwerpunkt in den Bereichen Künstliche Intelligenz, Maschinelles Lernen und Robotik am Campus“, so Sandfuchs weiter, „Prof. Frochte und Prof. Schmidt konzentrieren sich auf diese Themengebiete und dies sind auch die beiden

Professoren, die zu Beginn meiner Promotion am CVH Doktoranden betreuen durften.“ In seinem Studium hatte Sandfuchs schon gemerkt, dass die Künstliche Intelligenz genau das Richtige für ihn ist: „Ich interessiere mich vor allem für technische Zusammenhänge und weniger für einzelne Themenbereiche wie zum Beispiel ausschließlich Elektronik, Mechanik oder IT. Ein Roboter funktioniert nur durch die Verbindung dieser Disziplinen und hebt sich dadurch auch etwas von der Entwicklungsarbeit anderer Technologien ab. Deshalb hatte ich auch vor, mich genau in diesem Bereich nach dem Studium noch weiterzubilden und eventuell zu promovieren.“

Nach der Promotion will Stephan Sandfuchs sein Wissen zunächst in der Wirtschaft anwenden.

Zielstrebig zur Promotion
Allerdings musste vorher noch die Finanzierung für die Doktorandenzeit geklärt werden. Im Sommer 2020 konnte Stephan Sandfuchs sich dann auf ein Promotionsstipendium bewerben. „Prof. Frochte und Prof. Schmidt haben mich bei meinem Vorhaben sehr unterstützt und dann war ich zum Glück auch erfolgreich!“ Durch das Stipendium kann er sich 20 Stunden pro Woche ausschließlich seiner Promotion widmen und in der restlichen Zeit bei Drittmittelprojekten mitwirken. „Auch wenn das Stipendium finanzielle Sicherheit bietet, möchte ich mich trotzdem nicht darauf ausruhen“, betont Stephan Sandfuchs.

„Ich möchte schon gerne in 3 Jahren die Arbeit abgeschlossen haben und dann auch erst einmal mein Wissen in der Wirtschaft anwenden. Gerade in der Robotik ist der Bedarf an Fachkräften enorm hoch und wird in Zukunft auch sicher noch größer werden.“ Eine spätere Rückkehr an eine Hochschule kann er sich jedoch auch vorstellen: „Am liebsten dann natürlich als Professor mit vielen Freiheiten in der Forschung!“, schmunzelt er. „Und mit vielen motivierten Studenten, die ich dann bei ihrem Weg in den Beruf unterstützen kann. So wie es bei mir der Fall war. Das würde mir schon Spaß machen!“