Das Communityprojekt der ExperimentierRäume im Rahmen der InnovationsCommunity UrbanHealth (ICUH)
Das Communityprojekt „ExperimentierRäume“ ist Teil der InnovationsCommunity Urban Health und untersucht Möglichkeiten, Umsetzungshemmnisse in den Bereichen „aktive Mobilität“ und „Anpassung an Klimawandelfolgen“ zu überwinden. In insgesamt vier ausgewählten ExperimentierRäumen im Ruhrgebiet und Bremen/Bremerhaven entstehen in Anknüpfung an bereits laufende Prozesse neue Lösungsansätze, die zu mehr umweltbezogener Gerechtigkeit beitragen. Die Entwicklung der Lösungsansätze in den beiden Handlungsfeldern erfolgt zusammen mit verschiedenen Akteur*innen und Communities vor Ort.
| Projektleitung: | Prof. Dr. Heike Köckler |
|---|---|
| Fördermittelgeber: | Förderprogramm „DATIpilot“ des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) als eine von 20 Innovations-Communities |
| Laufzeit: | 02/2025-01/2028 |
Das Communityprojekt „ExperimentierRäume“ (ICUH) untersucht Möglichkeiten, Umsetzungshemmnisse in den Bereichen „aktive Mobilität“ und „Anpassung an Klimawandelfolgen“ zu überwinden. Für beide Themenfelder liegen zahlreiche wissenschaftliche Erkenntnisse vor, z.B. zur Umnutzung bestehender Straßen und Plätze für aktive Mobilität oder zum Hitzeschutz durch Begrünung und Entsiegelung. Dennoch finden diese Ansätze in der kommunalen Praxis häufig keine Anwendung.
Vorgehen & Ziele des Projekts
Mithilfe von Mehrfachbelastungsanalysen (SUHEI-Modell) erfolgte zunächst die Identifikation innerstädtischer Quartiere, die besonders von umweltbezogener und gesundheitlicher Ungerechtigkeit betroffen sind, z.B. durch Lärm, Luftbelastung oder eine geringe Grünflächenversorgung. In den identifizierten Quartieren wurden anschließend laufende und für das Projekt anschlussfähige Prozesse ausgewählt.
Insgesamt umfasst das Projekt vier ExperimentierRäume im Ruhrgebiet und in Bremen/Bremerhaven. Gemeinsam mit verschiedenen Akteur*innen und Communities entstehen innovative Lösungsansätze, die direkt vor Ort erprobt und weiterentwickelt werden. Ziel ist es, aus den Erfahrungen zu lernen, bestehende Hemmnisse zu überwinden und konkrete Handlungsempfehlungen abzuleiten, z.B. zu Fördermöglichkeiten, rechtlichen Rahmenbedingungen sowie kommunalen Strukturen und Arbeitsprozessen.
Kontakt
Die vier ExperimentierRäume
In der Wittener Innenstadt liegt der Fokus auf der Umgestaltung und Öffnung des Schulhofs des Ruhr-Gymnasiums für die Nachbarschaft. Gemeinsam mit lokalen Communities und Akteur*innen entstehen vor Ort Konzepte für die zukünftige Nutzung und Gestaltung. Im Mittelpunkt steht die Schaffung von Aufenthalts- und Freiräumen für Kinder und Familien, ältere Menschen sowie Menschen ohne eigenen Garten. Damit leistet das Projekt einen Beitrag zu mehr umweltbezogener Gerechtigkeit in einem Quartier mit wenig vorhandenen öffentlichen Grünflächen.
In Gelsenkirchen dient das Konzept der „Bespielbaren Stadt“ als verbindendes Element für verschiedene laufende Prozesse in der Neustadt. Im Mittelpunkt steht die Begleitung von Aneignungs- und Nutzungsprozessen bei der geplanten Umgestaltung der Fußgängerzone Bochumer Straße, beispielsweise durch die Weiterentwicklung bestehender Bildungsangebote für Kinder und Jugendliche. Ergänzend sollen Ansätze des schulischen Mobilitätsmanagements sowie die Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen in der Hitzeaktionsplanung einbezogen werden.
Im Bremer Ortsteil Kattenturm soll die im Rahmen des Integrierten Entwicklungskonzepts entwickelte „Bewegungsroute“ am Kattenescher Fleet adressiert werden. Diese verbindet Grünflächen und wichtige Quartiersorte wie Spielplätze, Nahverkehrsstationen und soziale Einrichtungen. Ziel ist die Förderung von Aktiver Mobilität und die Schaffung von Zugängen zu und Qualifizierung von Grün- und Blauräumen in Kattenturm. Im Rahmen der ExerperimentierRäume werden verschiedene Perspektiven der Bewohner*innen durch innovative Formate erhoben, um spezifische Bedarfe in die Planung der Route einfließen zu lassen.
Gemeinsam mit Akteur*innen bestehend aus Quartiersmeisterei, Stadtentwicklung & Klimaanpassungsmanagement und dem Team der ExperimentierRäume wird im Stadtteil Bremerhaven Lehe an bestehenden Umsetzungshemmnissen gearbeitet. Fokussiert werden öffentliche Plätze und Wegeverbindungen, die großes Potenzial aufweisen, Aktive Mobilität und Soziale Teilhabe durch Maßnahmen zu fördern.
Hintergrundinformationen
Das Projekt „ExperimentierRäume“ ist Teil der InnovationsCommunity Urban Health (ICUH). ICUH befasst sich mit der Schaffung gesunder und gerechter Lebensverhältnisse in Städten und nimmt dabei soziale und umweltbezogene Ungleichheiten in den Blick. Ein zentrales Anliegen von ICUH ist die Überwindung sogenannter „Implementation Gaps“ (Umsetzungshemmnisse). Dabei wird der Frage nachgegangen, warum wissenschaftliche Erkenntnisse und akzeptierte Leitbilder zum Thema Stadtgesundheit in der Praxis oftmals keine Anwendungen finden. Im Fokus stehen die altindustriellen Regionen Ruhrgebiet und Bremen/Bremerhaven.
Projektpartner*innen:
- ILS–Institut für Landes- und Stadtentwicklungsforschung Dortmund
- Institut für Public Health und Pflegeforschung Universität Bremen
- Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie
- Landesamt für Gesundheit und Arbeitsschutz NRW
- Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen Bremen e. V.