Erfolgreiche Abschlussarbeit über die Planung von Energiesystemen im Quartier

Am 13. Mai 2026 präsentierte Lion Rudi seine Masterarbeit im Rahmen des Kolloquiums im Labor für Nachhaltigkeit in der Technik. Die Betreuung der Masterarbeit erfolgte durch Prof. Dr. Semih Severengiz (Laborleiter) und Dr. Erik Alexander Recklies (wissenschaftlicher Mitarbeiter). Lion Rudi absolvierte den Masterstudiengang Nachhaltige Entwicklung an der Hochschule Bochum und war während seines Studiums bereits als wissenschaftliche Hilfskraft im Labor tätig.
In seiner Masterarbeit mit dem Titel „Multikriterielle Entscheidungsanalysen unter Berücksichtigung der Sichtweisen von Stakeholdern am Beispiel der Energiesystemoptimierung in urbanen Quartieren“ wurde untersuchte, wie subjektive Perspektiven verschiedener Stakeholder (NGOs, Unternehmen und Forschungseinrichtungen) die Gewichtung von Kriterien und die Ergebnisse von Entscheidungsanalysen beeinflussen. Die Arbeit knüpft an das abgeschlossene Forschungsprojekt „adjust“ des Labors für Nachhaltigkeit in der Technik an.
Die Ergebnisse zeigen sowohl Gemeinsamkeiten als auch Konfliktlinien zwischen den befragten Stakeholdergruppen. Die Arbeit zeigt, dass einerseits Bewusstsein für die Relevanz technischer und ökonomischer Bewertungskriterien existiert, während andererseits ökologische und soziale Kriterien unterschiedlich stark von Stakeholdern priorisiert werden. Multikriterielle Entscheidungsanalysen können dabei genutzt werden, um eine Vielzahl an möglichen Versorgungslösungen hinsichtlich dieser Prioritäten zu bewerten. Energiesystemsimulationen und Life-Cycle-Assessments ermöglichen dazu die Aggregation notwendiger Daten. Auf dieser Basis kann die nachhaltigste Lösung ausgewählt werden. Diese Versorgungslösung kann als Zielbild für weitere Schritte bei der Energiewende im Quartier dienen.
Dabei lassen sich einige Schlussfolgerungen für die Planung von Energiesystemen ziehen: Obwohl die Stakeholdergruppen klare Unterschiede hinsichtlich der bevorzugten Versorgunglösung zeigen, sind die einzelnen technologischen Komponenten kontrovers. So zeigen alle Gruppen eine Präferenz für oberflächennahe Geothermie und eine Ablehnung gegenüber Wasserstoff in der Gebäudeversorgung. Kraft-Wärme-Kopplung durch Biogas ist hingegen deutlich kontroverser und wird von jeder Stakeholdergruppe unterschiedlich gut bewertet.
Insgesamt zeigt die Arbeit Werkzeuge auf, um Planungsprozesse der Energiewende zu unterstützen. Die konkrete Einbindung in partizipative Formate bietet dabei Raum für weitere Forschungsarbeiten.