Ideen für das Tempelhofer Feld

Studierende aus Bochum, Bukarest und San Diego entwickeln bei der internationalen Summer School „Contested Ground: Ecotone THF“ gemeinsam Ideen für die Übergänge zwischen Stadt und Landschaft

Wie können die Ränder des Tempelhofer Feldes weiterentwickelt werden, ohne die besonderen räumlichen und ökologischen Qualitäten des Berliner Freiraums zu beeinträchtigen? 

Mit dieser Frage beschäftigten sich Architekturstudierende der Hochschule Bochum gemeinsam mit Studierenden aus Rumänien und den USA in Berlin.

Vom 6. bis 17. Juli 2026 arbeiteten Studierende und Lehrende der Hochschule Bochum, der Ion Mincu University of Architecture and Urbanism in Bukarest und der New School of Architecture and Design in San Diego am Aedes Network Campus Berlin zusammen. Seitens der Hochschule Bochum wurde die Summer School von Prof. Erhard An-He Kinzelbach aus dem Fachbereich Architektur begleitet.

Im Mittelpunkt stand das rund 300 Hektar große Tempelhofer Feld. Die Teilnehmenden konzentrierten sich dabei auf den etwa 100 Hektar umfassenden äußeren Wiesenring und die Übergänge zu den angrenzenden Stadtquartieren. Die zentrale Fragestellung: Ist eine räumliche Weiterentwicklung am Rand des Tempelhofer Feldes möglich, ohne dessen Charakter und besondere Qualitäten zu verlieren?

Übergangsraum zwischen Stadt und Landschaft

Konzeptioneller Ausgangspunkt der Summer School war der Begriff des „Ökotons“. In der Ökologie bezeichnet er Übergangszonen, in denen unterschiedliche Ökosysteme aufeinandertreffen und sich überlagern. Diesen Ansatz übertrugen die Studierenden auf den Stadtraum: Der Rand des Tempelhofer Feldes wurde als Schnittstelle zwischen gebauter Stadt und offener Landschaft untersucht.

Dabei ging es unter anderem darum, bestehende räumliche und funktionale Verbindungen zu den umliegenden Quartieren zu analysieren und neue Möglichkeiten für diese Übergangsräume zu entwickeln. Auch die Frage, welche Flächen grundsätzlich für neue Nutzungen geeignet sein könnten und wie sich der Bedarf an Wohnraum im Umfeld des Feldes berücksichtigen lässt, war Teil der Aufgabenstellung.

Internationale Zusammenarbeit und intensive Arbeit vor Ort

Die Studierenden analysierten zunächst den gesamten Rand des Tempelhofer Feldes und entwickelten anschließend in internationalen Teams eigene räumliche Strategien und Entwürfe. Ergänzt wurde die Arbeit durch Vorträge und Exkursionen.

Auf dem Programm standen unter anderem der ehemalige Flughafen Tempelhof, die Floating University, das Haus der Statistik sowie das Berliner Hansaviertel und Le Corbusiers Unité d’habitation. Zu den eingeladenen Referenten gehörten Christian Junge von der Berliner Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen, Urs Krumberger von teleinternetcafe architektur und urbanismus sowie Prof. Markus Bader von raumlaborberlin.

Zum Abschluss präsentierten und diskutierten die internationalen Teams ihre Entwürfe. Entstanden sind unterschiedliche Ansätze für den Übergangsbereich zwischen Stadt und Freiraum – von landschaftlichen und infrastrukturellen Interventionen bis zu neuen räumlichen und programmatischen Konzepten.

Die zweiwöchige Summer School verband damit internationale Hochschulkooperation mit einer konkreten städtebaulichen Fragestellung. Für die Studierenden bot sie die Möglichkeit, Entwurfsarbeit, Stadtanalyse und aktuelle Debatten über gemeinwohlorientierte Stadtentwicklung unmittelbar miteinander zu verbinden.

Exkursionen

Campusimpressionen