Making Sustainability 2026: Das Labor für Nachhaltigkeit in der Technik auf der International Conference on Craft, Design and Innovation

Lisa Trautmann, Santiago Eduardo, Daniel Tellez Nitzling und Erik Alexander Recklies (von links nach rechts) auf der Making Sustainability 2026 an der De Montfort University, Leicester.

Wie können Produkte so gestaltet werden, dass sie länger genutzt, leichter repariert und möglichst gut in Kreisläufe zurückgeführt werden können? Und wie lässt sich messen, welche End-of-Life-Strategien tatsächlich einen ökologischen Vorteil bringen? Mit Beiträgen zu diesen und weiteren Fragen war das Labor für Nachhaltigkeit in der Technik der Hochschule Bochum am 7. und 8. September 2026 bei der internationalen Konferenz Making Sustainability 2026 an der De Montfort University in Leicester vertreten.

Die Konferenz brachte Forschende und weitere Akteurinnen und Akteure aus Wissenschaft, Produktdesign und Hochschulbetrieb zusammen. Im Zentrum standen dabei Fragen zu nachhaltigem Design, neuen Technologien, Materialien, Reparatur sowie Kreislaufwirtschaft. Dabei ging es immer wieder um die zentrale Herausforderung, wie aus guten, zum Teil noch theoretischen, Ideen konkrete Lösungen für eine nachhaltigere Gestaltung von Produkten und Systemen werden können.

Mit insgesamt vier Konferenzbeiträgen aus den Projekten KREISRAD und CIRCLE war das Labor für Nachhaltigkeit in der Technik dabei besonders breit vertreten. Lisa Trautmann zeigte am Beispiel von E-Cargo-Bikes, wie Ergebnisse einer Lebenszyklusanalyse dazu beitragen können, Produkte gezielt für die Kreislaufwirtschaft weiterzuentwickeln. Daniel Tellez Nitzling untersuchte, welchen positiven Einfluss reparaturorientierte Designstrategien und die Austauschbarkeit der Batterie auf die Umweltbilanz von In-Ear-Kopfhörern haben können. Santiago Eduardo beschäftigte sich in einer konzeptionellen Arbeit mit der Frage, wie sich regulatorische Anforderungen auf konkrete Produkteigenschaften übertragen und in einem erweiterbaren Datenmodell abbilden lassen. Ziel ist es, Circular Product Design im Einklang mit regulatorischen Anforderungen zu unterstützen. Erik Alexander Recklies präsentierte schließlich einen systematischen Literaturüberblick zu vergleichenden Lebenszyklusanalysen, die die Umweltwirkungen verschiedener R-Strategien bilanzieren.

So unterschiedlich die vier Beiträge auch in Methodologie und inhaltlicher Fokussierung sind, sie verbindet eine gemeinsame Perspektive: Nachhaltigkeit beginnt bereits bei der Gestaltung eines Produkts. Ob E-Cargo-Bike, In-Ear-Kopfhörer oder andere technische Produkte – Entscheidungen über Materialien, Konstruktion, Reparierbarkeit und Nutzung haben entscheidenden Einfluss auf die spätere Umweltwirkung. 

Neben der Präsentation der eigenen Forschung stand auf der Konferenz insbesondere der internationale und interdisziplinäre Austausch im Mittelpunkt. Die Gespräche mit Forschenden aus unterschiedlichen Disziplinen zeigten dabei einmal mehr, wie wichtig es ist, technische, gestalterische und gesellschaftliche Perspektiven zusammenzubringen, wenn zukunftsträchtige nachhaltige Lösungen entstehen sollen.