Viele Persönlichkeiten. Zwei Standorte. Eine BO.

Nützliches - nicht nur zum Studienstart

Der Übergang von der Schulzeit ins Studium ist nicht immer einfach. Vieles ist neu und anders und oft weiß man gar nicht, wie man sich verhalten soll. Und auch während des Studiums kommt sicher die eine oder andere Frage auf.

Hier finden Sie einige nützliche Tipps und Hilfen für einen gelungenen Studienstart und wichtige Infos für Ihr gesamtes Studium.

Vor allem ist wichtig: Wenn Sie etwas auf dem Herzen haben, sprechen Sie uns an. Gemeinsam können wir Lösungen finden!

Informatik im Studium: Vorkenntnisse und Anforderungen

Prof. Schmidt lehrt am Campus Velbert/Heiligenhaus u.a. das Fach Informatik. Viele Studienanfänger/-innen wissen nicht, ob sie hier ausreichende Vorkenntnisse für ein Studium mitbringen. Das nachfolgende Interview soll Ihnen eine Hilfestellung geben, dies besser einschätzen zu können:

 

Wer sich heutzutage über technische Studiengänge informiert, findet dort Fächer wie „Einstieg in die Programmierung“, „Grundlagen der Informatik“, „Hardwarenahe Programmierung“ usw. Für Schüler /-innen ist es nicht gerade einfach, hier die Unterschiede zu erkennen.
Das ist richtig. Um Unterschiede ausmachen zu können, muss man ungefähr wissen, worin es in diesen Fächern geht und das lernt man ja erst im Studium. Um es mal ganz einfach zu formulieren: Es gibt einen grundsätzlichen Unterschied zwischen „Programmierer/-innen“ und „Informatiker/-innen“. Als Programmierer/-in schreibe ich einen Code, damit eine Maschine oder ein Computer irgendeine Aufgabe ausführt. Als Informatiker/-in lerne ich darüber hinaus, was ich tun muss, damit eine Maschine/ein Computer eine Aufgabe sinnvoll angeht. Man könnte sagen, dass sich Informatiker/-innen sich oft mit übergeordneten Problemstellungen beschäftigen. Ihre Lösungsansätze beeinflussen dann die Arbeit von Programmierer/-innen, die den Lösungsansatz konkret umsetzen. Das ist in etwa vergleichbar mit einem Entwurf einer Brücke von einem Bauingenieur, die aber von Handwerkern gebaut wird.

Welche Rolle spielen denn dann Informatik und Programmierkenntnisse im Studium?
Eine ganz Wesentliche. Das gilt für alle technischen Studiengänge, egal ob Maschinenbau, Mechatronik oder Technische Informatik. Natürlich gibt es Fächer, wie die Technische Informatik, die hier besondere Schwerpunkte setzt. Im Zeitalter der Digitalisierung muss sich aber jeder Student zumindest mit Informatik- und Programmiergrundlagen beschäftigen. Wer dazu gar keinen Zugang hat, der wird in diesen Studienfächern nicht glücklich werden.

Muss ich denn schon Kenntnisse in Informatik mitbringen oder konkrete Programmiersprachen vor dem Studium beherrschen?
Nein, wir starten im ersten Semester bei null. Wer noch keine Vorkenntnisse mitbringt, kann trotzdem den Stoff gut schaffen. Ich empfehle natürlich, dass man dann über das Semester auch fleißig mitarbeitet und alle Übungen mitmacht. Wer einfach nur in der Vorlesung zuhört aber nie selbst einmal etwas programmiert, tut sich im Verständnis oft schwer. Das zeigt sich am Ende dann in den Klausuren.

Und wenn ich mich jetzt besonders gut auf die Informatik im Studium vorbereiten möchte, was kann ich tun?
Wer in der Schulzeit schon einmal vorab einen Einblick in die Informatik im Studium bekommen möchte, kann gerne einen unserer Schülerlabor-Kurse besuchen. Hier werden zum Beispiel Einführungskurse in die Java-Programmierung und in C++ angeboten. Das sind Programmiersprachen mit denen unsere Studierenden auch arbeiten. Später im Studium lernt man dann noch Python, Matlab oder z.B. Assembler kennen…

Gibt es sonst irgendwelche Schulfächer, die im Informatik-Studium eine Rolle spielen?
Ganz klar die Mathematik. Computer rechnen im Binärsystem und führen Aufgaben aus, indem sie mit den Zahlen 0 und 1 operieren. Damit hieraus auch komplexe Dinge, wie Texte, Videos und Computerspiele entstehen, müssen Formeln hinterlegt werden auf deren Grundlage der Computer dann rechnet. Diese Formeln werden von den Informatikern geschrieben. Wir vermitteln im Studium hierfür die spezifischen mathematischen Kenntnisse, müssen aber auf Vorwissen aufbauen. Ein Mathematik-Leistungskurs in der Schule oder sehr gute Noten im Grundkurs erleichtern das Studium erheblich.

Sollten Studierende darüber hinaus noch irgendetwas gut können?
Informatiker/-innen müssen abstrakt und logisch denken können. In den ersten Semestern wird dies in den Vorlesungen der Mathematik und Informatik trainiert. Außerdem sollte ich Aufgaben strukturiert und vorausschauend angehen können: Wenn es zum Beispiel darum geht, einen Roboter durch einen Raum laufen zu lassen, reicht es nicht einfach nur zu sagen „Der Roboter muss fünf Schritte laufen“. Mit dem Befehl käme man nicht weit. Damit so eine „einfache“ Aufgabe ausgeführt werden kann, müssen zahlreiche Dinge bedacht werden: Wo fängt der Roboter an zu laufen, wo stoppt er? Wie ist der Raum beschaffen? Gibt es Hindernisse? Wie sieht der Untergrund aus? usw… Man sollte also eine Affinität dazu haben, Dinge und Situationen genau zu betrachten, zu analysieren und das Wesentliche vom Unwesentlichen zu unterscheiden.


Knigge im Studium

Prof. Schmidt besetzt am Campus Velbert/Heiligenhaus die Professur für Physik und Werkstoffkunde. Er gibt im Interview ein paar Tipps, wie man sich im Studium gegenüber Hochschulmitarbeiter/-innen und Kommiliton/-innen am besten verhalten sollte. Dieser "Campus-Knigge" soll Ihnen helfen, nicht unwissend in Fettnäpfen zu treten und damit Ärger zu provozieren.

Campus-Knigge, klingt ja komisch! Wofür brauche ich das überhaupt?
Ja, das klingt in der Tat komisch. Und eigentlich braucht man es meist auch überhaupt nicht. Wie man eine verlässliche Versicherung oder einen guten Vertrag meist zwar aus gutem Grund hat, aber nicht braucht. So lange nichts schief geht, sind sie unnötig. Den Knigge kann man verstehen als eine Art Vertrag, wie wir miteinander umgehen möchten in unserer Gesellschaft. Und da der Campus eine kleine Mikro-Gesellschaft ist, ist es auch sinnvoll, hierfür ein paar Dinge extra zu vereinbaren.

Dann fangen wir gleich mal an. Was muss ich tun, um mich sofort ins Aus zu schießen?
Am sichersten funktioniert das, indem ich nicht reflektiere wo ich bin, und warum ich hier bin. Für mich als Studenten ist die Hochschule ein Ort, an dem ich umgeben bin von Menschen, die sehr viel mehr wissen als ich (bezogen auf ein bestimmtes Fach, für das ich mich interessiere), und von deren Wissen ich mir etwas aneignen möchte. Die Hochschule, wie jeder Ort, an dem gelehrt und gelernt wird, ist daher grundsätzlich asymmetrisch. Ich bin als Student hier, weil ich Wissen und Können für etwas Gutes halte, und das für mich selbst erarbeiten möchte. Wenn mein Verhalten dieser grundsätzlichen Denkweise widerspricht, wird es mir schwer fallen, an einer Hochschule erfolgreich zu sein.

Klingt logisch. Werden wir nun etwas konkreter: An Hochschulen haben viele Personen Titel und Abschlüsse. Muss ich die alle kennen und spielen Sie im Umgang miteinander eine Rolle?
Die knappe Antwort lautet: ja. Als Student bin ich an der Hochschule, um Wissen zu erlangen. Häufig steht jedoch scheinbar etwas ganz anderes im Vordergrund: nämlich Klausuren, die ich bestehen möchte, und Abschlüsse und akademische Grade, die ich erlangen möchte. Als Anfänger strebe ich vielleicht einen Bachelor-Abschluss an. Dieser Abschluss ist mir wichtig genug, um mehrere Jahre meines Lebens zu investieren. Das ist gut und richtig so. Die genannten akademischen Titel und Grade von Mitarbeitern der Hochschule sind ebenfalls alle nicht willkürlich verschenkt worden, sondern gehen zurück auf jeweils entsprechende Leistungen. Was sagt es über mich, wenn mir mein Abschluss wichtig ist, ich die Leistung anderer aber missachte? Die Verwendung dieser Titel spiegelt den Respekt vor den erbrachten Leistungen der Mitarbeiter, ebenso wie ich als Student gerade selbst eine Leistung erbringe, von der ich mir in Zukunft zu Recht wünsche, dass sie respektiert wird.

Das heißt in E-Mails schreibe ich zum Beispiel Herr Prof. Dr. Schmidt?
Fast richtig. Die Anrede in der Email (bzw. im Textteil eines Briefes) entspricht der höflichen, gesprochenen Anrede. Das heißt, jede Person wird mit ihrem höchsten bzw. wichtigsten Titel angesprochen (und nur mit dem), und der Titel wird ausgeschrieben. Die richtige Form lautet im in der Frage genannten Fall also „Sehr geehrter Herr Professor Schmidt“. Falls es sich um einen Brief handelt, gibt es außerdem ein Adressfeld. Hier werden die vollständigen Doktor- und Professoren-Titel in abgekürzter Form genannt, nicht aber Qualifikationen, die nicht mit einem solchen Titel einhergehen (bspw. Diplome, Master, Bachelor, etc.). Es ist legitim, üblich und sinnvoll, letztere bspw. auf Visitenkarten zu führen, jedoch gehören sie nicht zur förmlichen Anrede. Im Adressfeld stünde also bspw. „Prof. Dr. Herbert Schmidt“. Zur Emailform kann man noch ergänzen, dass jede E-Mail im Betreff-Feld eine kurze Beschreibung des Anliegens benötigt (wenige Worte), sowie mit einer einfachen Grußformel wie „Mit freundlichen Grüßen“ endet. Vertrautheiten wie „Ganz liebe Grüße“ oder gar Abkürzungen wie „MfG“ sind fehl am Platze in formaler Korrespondenz (unter Freunden oder gut bekannten Kollegen gelten sicherlich andere Regeln).

An der Hochschule erhält jeder Studierende ein E-Mail-Konto. Dieses Konto ist exklusiv zu nutzen. E-Mails von phantasievollen Absendern wie schnucki2009@web.de landen gegebenenfalls sofort im Spam-Ordner. Durch die Benutzung Ihres Studenten-Kontos identifizieren Sie sich sofort als legitimer Teil der Hochschule.

Wie kann ich erreichen, dass schnell geantwortet wird?
Am ehesten durch eine transparente Darstellung der Notwendigkeit für eine schnelle Antwort, und durch eine klar formulierte Frage. In vielen Fällen ist auffällig, dass Hektik erzeugt wird, wo zuvor lange nichts getan wurde (durch einen Studierenden). In so einem Fall ist es weniger wahrscheinlich, dass ein Mitarbeiter der Hochschule eine Veranlassung sieht, Ihre Langsamkeit durch entsprechend höheres Tempo auszugleichen. Viele Dinge an einer Hochschule laufen in sehr klar definierten Bahnen. Abläufe sind lange im Voraus absehbar. Bemühen Sie sich, Ihren Teil beizutragen, indem Sie entsprechend vorausschauend handeln.

Nicht zu empfehlen ist es, Ihr Gegenüber unter Druck setzen zu wollen, wo die Ursache für die missliche Lage in Ihrem eigenen Verschulden liegt. In so einem Fall erreichen Sie vermutlich mehr mit Freundlichkeit und mit dem Appell an Nachsicht. Fristen zu setzen, Lesebestätigungen anzufordern, etc., erzeugt im Zweifelsfall den Eindruck, dass Sie sich falsch in einer entsprechend berechtigten Position sehen. Das führt zu Verstimmung, und das wird Ihrem Anliegen nicht hilfreich sein.

Wie nimmt man denn generell Kontakt zu einem Professor oder wissenschaftlichen Mitarbeiter auf? Es gibt doch sicher auch Sprechstunden...
Das hängt vom Anliegen ab. Soweit es fachlich ist und bspw. eine gerade besuchte Veranstaltung betrifft, ist der einfachste und natürliche Weg, solche Fragen in der betreffenden Übung, im Seminar, oder auch in der Vorlesung selbst zu stellen. Soweit es persönlich ist und bspw. Ihren Studienverlauf betrifft, sollten Sie das entsprechende Anliegen kurz formulieren und entsprechend um einen persönlichen Termin bitten. Hierzu können Sie den Professor oder wissenschaftlichen Mitarbeiter direkt ansprechen, oder eine kurze Email schreiben.

Manche Professoren schreiben explizite Sprechstunden aus, mit festen Terminen, andere tun das nicht. Gern werden sich aber auch letztere Zeit für Sie nehmen. Bitte erwarten Sie aber nicht, dass man ohne Ankündigung und sofort für Sie Zeit hat. Alle Mitarbeiter einer Hochschule nehmen eine Anzahl unterschiedlicher Aufgaben wahr, und müssen diese für sich selbst zeitlich organisieren und priorisieren. Indem Sie Ihr Anliegen kurz schildern, erlauben Sie es dem Kollegen oder der Kollegin, ein angemessenes Zeitfenster für Sie zu reservieren. Das hilft beiden Seiten.

Ich könnte aber doch auch über Facebook eine Freundschaftsanfrage stellen oder eine gemeinsame Whats-App-Gruppe gründen, z.B. „Physik1-Wintersemester 2018“. Man erhält hier sofort alle wichtigen Neuigkeiten…
Das können Sie natürlich unter Kommilitonen gerne tun. Seien Sie aber nicht enttäuscht, wenn Mitarbeiter der Hochschule daran vielleicht nicht teilnehmen. Wir sind nicht Ihre „Freunde“, sondern eher „Vorgesetzte“ in der Hochschule. Das ist auch gar nicht böse gemeint, sondern einfach eine Feststellung. Sie werden vielleicht untereinander Informationen austauschen wollen, die die Hochschule nicht zu kennen braucht. Dafür kann so eine Gruppe eine gute Idee sein. Als Hochschule werden wir Ihnen andere Kanäle der Kommunikation mitteilen. Meist wird darauf zu Anfang einer Veranstaltung hingewiesen. Vielleicht gibt es eine offizielle E-Mail-Gruppe, oder ein elektronisches Schwarzes Brett mit Neuigkeiten, oder einfach das klassische Schwarze Brett am Campus. Da gibt es unterschiedliche Lösungen.

Und im Unterricht? Darf man da einfach Fragen stellen?
Grundsätzlich sehr gern. Natürlich variiert das je nach Lehrform und abhängig vom Dozenten. Übungen leben davon, dass Sie sich mit Fragen beteiligen. Aber auch in Vorlesungen können kurze Zwischenfragen sinnvoll sein, soweit sie Ihr Verständnis des aktuellen Stoffes fördern. Bezogen auf eine konkrete Veranstaltung werden Ihnen die verschiedenen Dozenten dazu gern Auskunft geben.

Gibt es ein Smartphone-Verbot am Campus Velbert/Heiligenhaus?
Nein, das gibt es nicht. In Klausuren oder in anderen Prüfungen kann es aus offensichtlichen Gründen Ausnahmen geben, aber für den normalen Lehrbetrieb gibt es kein solches Verbot. Gleichzeitig ist aber ein Smartphone sehr gut geeignet, Ihre Aufmerksamkeit von den Lehrveranstaltungen abzulenken. Dadurch kann es indirekt Ihren Studienerfolg maßgeblich gefährden. Ich kann nur sehr dringend empfehlen, es in keiner Veranstaltung zu verwenden (außer es ist explizit Teil der Veranstaltung), sondern Ihre Aufmerksamkeit uneingeschränkt dem aktuellen Stoff zu widmen. Jedem Dozenten bleibt es zusätzlich frei, für seine Veranstaltungen abweichende Regeln aufzustellen, die dann auch verbindlich gelten (solange Sie an diesen Veranstaltungen teilnehmen möchten).

Das ist ja super, dann können Inhalte der Vorlesungen doch sicher auch einfach gefilmt und mitgeschnitten werden…?
Nein, das dürfen Sie nicht. Das ist aber keine spezielle Regel an einer Hochschule, sondern gilt auch in Ihrem Alltag. Jegliche Aufnahme einer Person betrifft deren Persönlichkeitsrechte, und ist grundsätzlich erst einmal nicht zulässig ohne deren explizite Einwilligung. Gehen Sie davon aus, dass diese Einwilligung Ihnen nicht erteilt ist, bis explizit eine konkrete Person etwas anderes über ihre eigenen Rechte sagt.

Wie sieht es mit Essen und Trinken in Veranstaltungen aus? So ein Hochschultag kann ja lang sein…
In der Tat können Hochschultage lang sein, und daher gibt es auch entsprechende Angebote am Campus, wie bspw. die Mensa. Gleichzeitig sind die Veranstaltungen in vielen Fällen so geschnitten, dass Sie nur relativ kurze Zeiten „am Stück“ gefordert sind, oft bspw. 90 min. Für diese kurzen Zeitintervalle gibt es im Normalfall keine Notwendigkeit, Lebensmittel zu sich zu nehmen.

Unabhängig davon gilt kein Verzehrverbot auf dem Campusgelände. Gleichzeitig hat für jede Veranstaltung der jeweilige Dozent das Hausrecht für diesen betreffenden Raum, und kann Ihnen in diesem Zuge das Essen und Trinken untersagen. Solange ein Raum nicht pauschal entsprechend gekennzeichnet ist, oder der Dozent eine entsprechende Regel kommuniziert, bleiben Sie frei darin, zu Essen und Trinken, wie Sie es für angemessen halten.

Bedenken Sie jedoch bitte auch, dass Sie gegebenenfalls aktiv entscheiden, gerade ein Brötchen interessanter zu finden als den Dozenten. Unabhängig von einem Verbot ist das eine Botschaft, die ich niemals einer Person senden würde, von der ich etwas lernen möchte.

Sie können Sie sich frei am Campus bewegen. Wenn Sie eine Veranstaltung verlassen möchten, um ein Brötchen zu essen, eine Zigarette zu rauchen, oder um nach Hause zu gehen, dann ist das Ihre freie Entscheidung. Falls Sie dann dem Stoff nicht mehr folgen können, war das ebenfalls Ihre freie Entscheidung.

Abschließend ist zu bemerken, dass man sicherlich Verständnis zeigen wird, falls bspw. aus medizinischen Gründen die Notwendigkeit besteht, häufiger als alle 90 min Nahrungsmittel zu sich zu nehmen.

Die Vorlesungen und Seminare sind ja freiwillig. Ich kann also kommen, wann ich will?
Die Antwort auf diese Frage klang gerade schon einmal an. Grundsätzlich lautet sie ja. Sie sind ein freier Mensch. Sie müssen nicht lernen. Und wir müssen Ihnen keinen Abschluss geben. Begreifen Sie bitte all diese freiwilligen Lehrangebote als genau das: Angebote. Sie müssen sie nicht wahrnehmen. Aber Sie wollen doch etwas lernen, darum sind Sie hier. Wenn Sie den ehrlichen Eindruck haben, eine bestimmte Lehrform hilft Ihnen nicht beim Lernen, während Sie sich aber bspw. sehr gut aus Lehrbüchern Wissen selbst aneignen können, dann kann es eine richtige Entscheidung sein, genau das auch zu tun. In sehr vielen Fällen zeigt jedoch die Erfahrung, dass Studierende, die sich gegen die regelmäßige Teilnahme an freiwilligen Lehrveranstaltungen entscheiden, entsprechend kaum Lernfortschritte machen. Grundsätzlich ist also die Teilnahme dringend auch dann zu empfehlen, wenn sie nicht formal erzwungen wird.

Gibt es sonst irgendwelche Termine und Fristen, die wichtig sind?
Ja, die gibt es natürlich, und die werden in verschiedenen Zusammenhängen auf unterschiedliche Weise bekannt gegeben. Termine, die generell für das Studium wichtig sind, werden über das Studienbüro zentral kommuniziert. Teilweise gibt es aber auch Fristen, die im Semester innerhalb einer bestimmten Veranstaltung wichtig sind. Das können bspw. Praktikumstermin oder Abgabefristen sein. Die werden meist zu Beginn der Veranstaltung bekannt gegeben. Zumindest wird zu Beginn der Veranstaltung darauf hingewiesen, wann mit bestimmten Informationen gerechnet werden kann. Seitens der Hochschule wird es dadurch ermöglicht, informiert zu sein („Bringschuld“). Es bleibt jedoch die Pflicht des Studierenden, sich diese Information tatsächlich zu beschaffen („Holschuld“). Das heißt, falls der Dozent bspw. ankündigt, Praktikumstermine später im Detail zu planen und diese Planung ans Schwarze Brett zu hängen, dann bleibt es die Pflicht des Studierenden, die Information am Schwarzen Brett regelmäßig durchzusehen, bis der gesuchte Aushang erscheint.

Gibt es einen Dresscode für Studierende?
Nein, den gibt es nicht. Es gibt eine lange Tradition von Studenten, die im Stadtbild sofort als solche auffallen, weil sie sich nicht an entsprechende Codes halten. In einem weitgehend normalen Umfang von weitgehend sauberen Textilien bedeckt zu sein halte ich persönlich jedoch für empfehlenswert.

Kann ich mich auch bei Kommilitonen unbeliebt machen?
Das ist sicherlich möglich, und hat viel mit „normaler“ Höflichkeit zu tun. Wer gedankenlos andere behindert, indem er bspw. einen Gang oder Sitz unnötig blockiert; wer rücksichtslos andere stört, indem er bspw. laut ist während andere zu arbeiten versuchen; wer unzuverlässig ist, indem er bspw. Absprachen oder Verabredungen für eine Lerngruppe nicht einhält - der wird sich sicherlich unbeliebt machen. Das unterscheidet sich aber nicht von dem, was aus der Schule bereits bekannt ist.