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BDA Stipendium Ruhr 2021 für Architekturstudent Julian Merle

Zukunftsschmiede „New European Bauhaus“: konsequent nachhaltig

Mit Stolz präsentierte Architektur-Student Julian Merle (rechts) seine ausgezeichneten Entzwürfe zum „New European Bauhaus“. Mit ihm freuten sich (v.l.) Prof. Erhard An-He Kinzelbach und Prof. Andreas Schüring von der Hochschule Bochum, sowie Boris E. Biskamp, Vorsitzender des Bund Deutscher Architektinnen und Architekten (BDA), Bochum. Sie waren auch Mitglieder Jury, die Merles Arbeit als Sieger für das diesjährige BDA-Stipendium Ruhr ausgewählt hatte. Foto: Simon Niebel

„Das New European Bauhaus soll nicht nur gelehrt und gelernt, sondern auch gelebt werden“, wünscht sich Architekturstudent Julian Merle. Mit seinem Entwurf hat er die Idee eines Zentrums, „in dem Architekten, Ingenieure, Künstler, Designer und weitere Personen die Zukunft neu erdenken“, am besten auf den architektonischen Punkt gebracht. Das jedenfalls ist das Urteil der Jury, die in diesem Jahr aus 19 Entwürfen diese Arbeit ausgewählt hat, die mit dem BDA Stipendium Ruhr 2021 ausgezeichnet wird.

Das Stipendium des Bundes Deutscher Architektinnen und Architekten (BDA) Bochum, das mit 1.000 Euro dotiert ist, wird seit 2020 an Studierende ab dem dritten Semester vergeben und soll helfen unter den Architektur-Studierenden Baukultur und Entwurfsqualität zu fördern. „Mit unserem Stipendium möchten wir Bachelor-Studierende unterstützen und dazu motivieren, ein Architektur-Masterstudium anzuschließen“, fügt der Vorsitzende des BDA Bochum, Boris E. Biskamp hinzu.

Die Idee eines „New European Bauhaus“, die die Professoren Erhard An-He Kinzelbach und Andreas Schüring für ihre Studierenden zur Aufgabe für den Stipendienwettbewerb gemacht hatten, hat ihre Grundlage in der programmatischen Rede von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, die den Titel „Die Welt von morgen schaffen: Eine vitale Union in einer fragilen Welt“ trägt. Mit Blick auf den „European Green Deal“, der Europa bis 2050 zum ersten klimaneutralen Kontinent der Erde machen soll, stellt dies für das New European Bauhaus die Themen Nachhaltigkeit, Wirtschaftlichkeit und Kultur in den Mittelpunkt. Und es soll so eine eigenständige Ästhetik des 21. Jahrhunderts entstehen lassen.

Entsprechend hat Julian Merle „sein Bauhaus“ aus Materialien wie Mycelium (Pilz-Wurzelgeflecht) Recylingbeton und Holz gebaut, hat sein Gebäude, für das sich seine Professoren ein Gelände beim ehemaligen Regierungsviertel am Bonner Rheinufer überlegt hatten, organisch in den Baumbestand des parkähnlichen Geländes neben dem früheren Kanzleramt eingeschmiegt. Er hat dabei bereits vorhandene Bauten mit in sein Haus integriert und es mit einer transparenten Hülle versehen. Und dass die auf dem mehrfach gekrümmten Tragwerk-Dach installierte Photovoltaikanlage mehr Energie erzeugt als im Jahr verbraucht wird, gehört sich wie selbstverständlich für eine Zukunftsschmiede: Denn Julian Merles Siegerentwurf ist eine 12.000 Quadratmeter große Lehr- und Forschungsstätte für etwa 500 Studierende mit Arbeitssälen, Laboren und Werkstätten, Bibliothek, Mensa und vielem mehr, in der interdisziplinär unterrichtet und geforscht werden kann.

Etwa ein halbes Jahr lang hat der 22-jährige Merle sich mit diesem Entwurfsprojekt beschäftigt, der Weg zum Stipendiengewinn ging dann in zwei Schritten: aus den 19 eingereichten Arbeiten waren neun ausgewählt worden. Anhand von Plänen, Perspektiven, Modellen und animierten Filmsequenzen hatten die ausgewählten Studierenden am 10. Mai, dem Tag der Preisverleihung, ihre Entwürfe der 5-köpfigen Jury vorgestellt. Deren Urteil sprach nahezu einstimmig für Julian Merle. Denn seine Vision vom Neuen Bauhaus ist konsequent nachhaltig gedacht.