Viele Persönlichkeiten. Zwei Standorte. Eine BO.

Gender & Diverse Robotics

Sophie Charlotte Keunecke, Absolventin der Mechatronik, holt Bronze bei der Weltmeisterschaft der Berufe, Empfang bei Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel (https://www.presseportal.de/pm/76560/4457230 )

Durch die Gestaltung der Mensch-Maschine-Interaktion ergeben sich nicht nur neue Möglichkeiten und Anwendungen von technischen Systemen, sondern diese kann auch die Entwicklung komplexer Technologien durch neue Anforderungen hervorbringen. Um die Gestaltungsprinzipien der Mensch-Maschine-Interaktion zu veranschaulichen, ist der Bezug auf reale Systeme und die praktische Erfahrung unabdingbar. Sozial interagierende humanoide Roboter als Assistenzsystem eignen sich für die Integration in den Lebensalltag. Hierdurch stellen sich nicht nur (programm-)technische Fragestellungen, sondern auch kritische gesellschaftliche Fragen, die bei der technischen Gestaltung unter Berücksichtigung von Gender- und Diversity-Aspekten zu integrieren sind.

Umfangreiche Recherchen zu Roboterprojekten zeigen, dass insbesondere in Deutschland die Robotertechnik überwiegend von Männern entwickelt, gestaltet und somit dominiert wird. Die amerika­nische Wissenschaftlerin Cynthia Breazeal zeigt hierzu eine andere „weiblichere Sichtweise“ der Robo­tik, indem sie Robotersysteme in ihrer Forschungs­gruppe entwickelt, die sozial interagieren können und von der rein funktionellen Umsetzungsstrategie der männerorientierten Sichtweise abweicht[1].

Im Gendered Innovations Ansatz (http://genderedinnovations.stanford.edu/index.html) wird in einer Vielzahl an Fallbeispielen aufgezeigt, wie mit Hilfe einer geschlechtergerechten Analyse neue Sichtweisen generiert und damit Innovationen initiiert werden können. Neben der Sichtbarmachung der Gender-Unterschiede, die zur Folge hat, Gemeinsamkeiten innerhalb der Geschlechtergruppen aufzuzeigen und gegeneinander abzugrenzen, wird vor einer Überbewertung der Geschlechtsunterschiede gewarnt, die zu einer nicht hinterfragten Gruppenzugehörigkeit führt und Unterschiede innerhalb der Geschlechtergruppe außer Acht lässt. Des Weiteren sind weitere Faktoren, wie z.B. Alter, Nationalität, Sprache, Umwelt, Religion, Bildungshintergrund, sozioökonomischer Status etc., einzubeziehen. Wichtig ist es, die relevanten Faktoren zu identifizieren und die Wechselwirkungen mit Gender-Unterschieden zu analysieren. Die Einbeziehung dieser Faktoren in ingenieurtechnische Innovationen kann zu neuen Produkten, einer neuen Infrastruktur bzw. neuen Technologien führen, die den Bedürfnissen einer komplexen, vielfältigen Nutzergruppe genügen.

[1] Breazeal, C. L. (2000), Designing Sociable Robots, A Bradford Book, MIT Press, Cambridge, Massachusetts, London, England

Ziele von Gender & Diverse Robotics
  • Einsatz von Robotern als innovatives Lernmedium in der Technik
  • Auf der Robotik basierende Integration von vielfältigen Lehr- und Lernmethoden
  • Integration von Gender- und Diversitäts-Aspekten in der Gestaltung von komplexen Mensch-Maschine-Interaktionsapplikationen
  • Talententdeckung und Potenzialentwicklung in der Technik entlang der Bildungskette auf der Grundlage fachlicher Kriterien, unabhängig von Geschlecht oder Herkunft
  • Inter- und transdisziplinäre Robotik-Schulungen und Lehre
  • Mehrsprachige Entwicklung von Lehrmaterialien für die Zusammenarbeit im Rahmen von Technikprojekten und -kursen

Kooperationen

Forschung und Entwicklung
  • Dederichs-Koch, A., Zwiers, U., Dreher, R., Kurskonzept „Technik der Mensch-Maschine-Interaktion“ am Beispiel humanoider Roboter, 12. Ingenieurpädagogische Regionaltagung, 2017
  • Zwiers,U., Dederichs-Koch, A., Kompetenzorientierte Lehre im CAE-Umfeld, 12. Ingenieurpädagogische Regionaltagung, 2017
  • Dederichs-Koch, A., Zwiers, U., Analyse funktionaler Zusammenhänge und Entwicklung komplexer Programmsysteme am Beispiel der humanoiden Robotik, 11. Ingenieurpädagogische Regionaltagung, 2016
  • Dederichs-Koch, A., Zwiers, U., Project-based Learning Unit: Kinematics and Object Grasping in Humanoid RoboticsREM 16th International Workshop on Research and Education in Mechatronics, Bochum, November, 2015
  • Dederichs-Koch, A., Zwiers, U., Teaching Mechanical Engineering and Humanoid Robotics with respect to Gender and Diversity Aspects,43rd Annual SEFI Conference 2015, Orleans, France
  • Dederichs-Koch, A., Zwiers, U., Der NAO-Roboter als motivierendes Medium zur Unterstützung des gendergerechten Lernens komplexer mathematisch-technischer Sachverhalte, 9. Ingenieurpädagogische Regionaltagung, 2014
  • Zwiers, U., Dederichs-Koch., A., Beispiele zur Identifikation von Fehlvorstellungen in der Technischen Mechanik, 9. Ingenieurpädagogische Regionaltagung, 2014
  • Dederichs-Koch, A., Zwiers, U., Niehues, C., Nachhaltige Technikkompetenzentwicklung unter Gender- und Diversity-Aspekten, 8. Ingenieurpädagogische Regionaltagung, 2013
  • Zwiers, U., Dederichs-Koch., A., A simple tool for offline stability analysis of the NAO robot, REM 14th International Workshop on Research and Education in Mechatronics, Vienna, Austria, June 6-7, 2013
  • Zwiers, U., Dederichs-Koch, A., Robots in mechanics teaching: a student-centered learning unit on kinematics, Physics Teaching in Engineering Education PTEE, Mannheim, Sept. 21-23, 2011

Ansprechperson

Dr.-Ing. Andrea Dederichs-Koch
Fachbereich Mechatronik und Maschinenbau
Hochschule Bochum
Lennershofstr. 140
44801 Bochum
Raum: C 2-24
Tel.: +49 234 32 10481
Fax: +49 234 32 14275

Sprechstunde:
nach Vereinbarung (per Email)

Ingenieurpädagogischen Wissenschaftsgesellschaft IPW e.V.