HAFEN – Digitale Hilfen und Angebote bei Fehlgeburten

Rund 15 % aller Schwangerschaften sind von Frühen Schwangerschaftsverlusten (FSV) betroffen. Obwohl sie medizinisch häufig unkompliziert verlaufen, sind sie für viele Frauen und Familien psychisch belastend. Betroffene fühlen sich oft allein gelassen, erhalten zu wenige verständliche Informationen und werden nicht ausreichend in Entscheidungen über ihre Behandlung einbezogen.

Hintergrund des Projektes

Das Projekt HAFEN knüpft daran an und möchte Frauen in dieser belastenden Situation besser begleiten und ihre Versorgung verbessern. Zu diesem Zweck wird eine digitale Unterstützung für Frauen nach einem FSV entwickelt. Die Forschenden stellen verständliche Informationen bereit, helfen bei medizinischen Entscheidungen und bieten psychosoziale Begleitung an. Dazu gehören ein digitales Entscheidungstool, telemedizinische Beratungen durch Hebammen, digitale Trauergruppen sowie Angebote zur frühzeitigen Erkennung psychischer Belastungen. So sollen Betroffene mehr Orientierung, Sicherheit und Selbstbestimmung erhalten.

In einer Machbarkeitsstudie mit 250 Frauen prüft das Forschungsteam die neue Unterstützung. Dabei wird die digitale Intervention mit einer spezialisierten Ambulanzversorgung und der üblichen Standardversorgung verglichen. Mithilfe von Fragebögen, Interviews und anonym ausgewerteten Nutzungsdaten wird untersucht, wie gut die Angebote angenommen werden und welche Wirkung sie entfalten. Selbsthilfeorganisationen bringen die Perspektive der Betroffenen direkt in die Entwicklung und Bewertung ein.

Das Projekt wird für zweieinhalb Jahre mit insgesamt ca. 890.000 Euro gefördert.

Die Ergebnisse bilden eine wissenschaftliche Grundlage für die Weiterentwicklung der Versorgung nach FSV. Wenn sich die Angebote bewähren, könnten einzelne Bausteine in die Beratungs- und Versorgungsstrukturen übernommen werden. Langfristig könnte HAFEN durch sein digitales Angebot regionale Unterschiede in der Versorgung verringern und Frauen flächendeckend eine professionelle, einfühlsame und bedarfsgerechte Unterstützung bieten.

Das Projekt im Überblick

ProjektleitungProf.in Dr.in Mirjam Peters
Ansprechpartner*innen 
ProjektlaufzeitStart 01.03.2027
Fördermittelca. 890.000 Euro
FördermittelgeberG-BA Innovationsfonds

Kontakt

Mirjam Peters
Konsortialführung
Prof.in Dr.in Mirjam Peters
Fachbereich Pflege-, Hebammen- und Therapiewissenschaften