Exkursion: Umsetzung vor Ort

Gemeinschaftliche Arbeit in Gambia

Im Oktober 2026 war es endlich so weit: Nach monatelanger Planung, Vorbereitung und Organisation reiste unser Projektteam nach Gambia, um die geplante Photovoltaikanlange für den Kindergarten vor Ort aufzubauen. 

Der erste Arbeitsschritt bestand darin, die Montagekonstruktion für die Photovoltaikmodule vorzubereiten und zu errichten. Grundlage dafür war eine technische Zeichnung, die wir bereits in Deutschland entwickelt hatten.

Anschließend wurde gemessen, gebohrt, geflext und geschweißt. Bei hohen Temperaturen arbeiteten wir gemeinsam mit gambischen Schweißern an der Umsetzung. Trotz anfänglichen Kommunikationsschwierigkeiten haben wir uns schnell in die Arbeit auf der Baustelle eingefunden. 


Modul für Modul entsteht eine PV-Anlange

Mit vereinten Kräften transportierten wir die Module zum Kindergarten, hoben sie auf das Metallgerüst und befestigten sie sorgfältig. Mit jedem weiteren Modul wurde sichtbar, wie aus unserer monatelangen Planung Schritt für Schritt eine reale Photovoltaikanlange entstand. 

Im Anschluss begannen die elektronischen Arbeiten. Die Kabel wurden vorbereitet, mit passenden Steckverbindern versehen und die Module entsprechend der Planung miteinander verschaltet. 

Wir führten verschiedene Messungen und Funktionstests durch, die eine einwandfreie Funktionsfähigkeit aller Module bestätigte. 

Damit konnten wir einen wesentlichen Teil der geplanten Arbeiten erfolgreich abschließen. Die endgültige Inbetriebnahme der Gesamtanlage steht noch aus, da wichtige Komponenten zum Zeitpunkt unserer Exkursion noch nicht vor Ort waren. Sobald die fehlenden Bauteile eingetroffen sind, soll die Anlage durch einen lokalen Elektriker fertiggestellt und in Betrieb genommen werden. 


Reparatur der Anlage am Waisenhaus

Parallel zum Aufbau der neuen PV-Anlage reparierten wir die bestehende Photovoltaikanlage am etwa 300 Meter entfernten Waisenhaus. 

Die Anlage mit insgesamt vier PV-Modulen war defekt. Wir überprüften die gesamte Anlage und kamen zu dem Ergebnis die gesamte Anlage neu aufzubauen. Nun verfügt das Waisenhaus wieder über eine zuverlässige Stromversorgung.


Mehr als nur Strom

Unser Photovoltaikprojekt verfolgt nicht nur ökologische und technische Ziele, sondern soll auch einen wichtigen sozialen Beitrag leisten. 

Der Kindergarten des gemeinnützigen Vereins Human.Hope e. V. soll künftig Kindern im Alter von zwei bis sechs Jahren einen geschützten Ort zum Spielen, Lernen und Aufwachsen bieten. Gleichzeitig setzt sich der Verein für die Unterstützung von Waisenkindern, die Stärkung von Frauen und den Schutz vor weiblicher Genitalverstümmelung ein. 

Ein Bestandteil des Kindergartenkonzepts ist die Aufklärungsarbeit mit den Eltern. Durch Informationsveranstaltungen und Workshops sollen Familien für die schwerwiegenden Folgen weiblicher Genitalverstümmelung sensibilisiert werden.

Zudem bietet neben der nachhaltigen Stromversorgung die Modulüberdachung einen schattigen Bereich, in dem ein Sandkasten für die Kinder entstehen soll. 

Der zukünftig erzeugte Solarstrom soll den Betrieb elektrischer Geräte wie Backöfen oder Nähmaschinen ermöglichen. Durch die Herstellung und den Verkauf eigener Produkte sollen die Frauen die Möglichkeit haben, ein selbständiges Einkommen zu erwirtschaften und langfristig für sich und ihre Kinder zu sorgen. 

Während unserer Zeit in Gambia haben wir die Menschen vor Ort als unglaublich herzlich und offen kennengelernt. Die Kinder waren immer neugierig, haben unsere Arbeit beobachtet und wollten am liebsten überall mithelfen. Die Frauen des Waisenhauses haben uns während der gesamten Woche mit frisch gekochtem gambischem Essen versorgt. Eine besondere Überraschung war ein Nachmittag mit traditioneller Musik und Tanz, bei dem wir anschließend auch selbst mittanzen durften.


Austausch vor Ort und neue Projektideen

Während unserer Reise hatten wir die Gelegenheit, mit einem Mitarbeiter der Botschaft, einem Unternehmer sowie Angehörigen der Hochschule und Universität ins Gespräch zu kommen. Auch der Austausch mit den Menschen vor Ort war sehr informativ.

Es war interessant, ihre Sichtweisen kennenzulernen und mehr über die Herausforderungen und die Möglichkeiten vor Ort zu erfahren. Aus den Gesprächen haben wir viele neue Eindrücke und Anregungen mitgenommen. Während der Exkursion sind bereits neue Ideen entstanden, die wir im jetzigen Wintersemester weiterverfolgen und umsetzen werden.