Viele Persönlichkeiten. Zwei Standorte. Eine BO.

Mit einem Modellboot zum Bachelorabschluss

Lernen, arbeiten und Hürden meistern. Ein Studium ist ein langer Weg mit der einen oder anderen großen Aufgabe. Die letzte große Herausforderung ist für viele ihre Bachelorarbeit. Zum ersten Mal können Studierende hier ein Thema in der Tiefe bearbeiten und wollen dabei oft zeigen, wie sie Theorie mit Praxis verbinden können. Dass sowas auch viel Spaß machen kann, beweist Philipp Kauls. Er hat im Rahmen seiner Bachelorarbeit ein eigenes Boot im 3D-Druckverfahren konstruiert. Im Interview verrät er, wie er zum Thema seiner Arbeit gekommen ist und warum er Physik jetzt für wichtiger hält als während des Studiums.

Philipp Kauls hat sich von der Kamera bei seiner Bachelorarbeit begleiten lassen.

Herr Kauls, fahren Sie gerne Boot?
(lacht) Im Sommer auf dem See, gerne. Das war aber nicht der Grund, weshalb ich ein Boot im Rahmen meiner Abschlussarbeit konstruiert habe.

Sondern?
Die Idee stammte eigentlich von Prof. Steinberger. Er hat mich gefragt, ob ich nicht im Rahmen meiner Abschlussarbeit ein eigenes Modell-Boot am Rechner konstruieren und es anschließend mit dem 3D-Drucker fertigen wolle. Ich war sehr froh über die Idee: Ich arbeite gerne an Projekten, bei denen ich am Ende auch ein Produkt in den Händen halten kann. Das war hier der Fall und ich habe zugesagt.

Was war denn die genaue Aufgabe?
Es sollte ein schwimmfähiges Modellboot konstruiert werden, das mit einem 3D-Drucker gedruckt wird. Am Ende musste das Boot dann tatsächlich auf einem See seine Runden drehen können, ohne unterzugehen.

Hört sich jetzt erstmal gar nicht so schwer an….
Das habe ich zuerst auch gedacht und habe naiver Weise geglaubt, dass die Aufgabe ganz überschaubar ist. Zu meinem „Schrecken“ habe ich dann feststellen müssen, wie wichtig Physik bei Konstruktionsfragen ist: Man muss nämlich den Schwerpunkt des Bootes ganz genau bestimmen. Ansonsten gibt es zwei Möglichkeiten: Das Boot kippt um oder geht unter. Beides wäre nicht im Sinne des Erfinders, also von mir, gewesen.

Mit einem 3D-Drucker wurde das Modellboot hergestellt.

Sind sie denn ein paar Mal „abgesoffen“?
Ich hatte tatsächlich einen Fehldruck und einmal habe ich im Laufe des Konstruktionsprozesses festgestellt, dass die Berechnungen nicht ganz stimmen. Wir hatten im Studium keine Nautik und ich musste mich da erst reinarbeiten. Es war aber dann auch schön zu sehen, als es geklappt hat. Da merkt man erst, was man im Studium gelernt hat: Sich selbst in ein Thema reinzulesen und das Wissen anzuwenden. Das fand ich dann sehr schön.

Das heißt, am Ende hat es also geklappt. War Prof. Steinberger denn mit Ihrer Leistung insgesamt zufrieden?
Er hat mir eine 1,3 für die Arbeit gegeben. Deshalb gehe ich mal davon aus, dass er zufrieden war. Mir hat es auf jeden Fall viel Spaß gemacht und ich habe mir jetzt sogar privat einen 3D-Drucker zugelegt.
 

Das heißt, Sie wollen im Bereich Konstruktion bleiben?
Zunächst einmal geht es eher in die Wirtschaftsrichtung. Ich möchte meinen Master im Bereich Wirtschaftsingenieurwesen machen. Für meinen späteren Job kann ich mir aber auch vorstellen, mich mehr mit Konstruktionsfragen zu beschäftigen. Oder ich entdecke bei meiner Masterarbeit noch ein ganz anderes spannendes Arbeitsfeld. Da lasse ich mich überraschen….

Mehr Beispiele von Praxis- und Abschlussarbeiten am CVH gibt es  hier.