Viele Persönlichkeiten. Zwei Standorte. Eine BO.

Professorin Inka Mueller: Die 4. Frau im Fachbereich M

von Sabine Neumann

Mit 32 Jahren dürfte sie eine der jüngsten Professorinnen im Fachbereich Mechatronik und Maschinenbau an der Hochschule Bochum sein: Dr.-Ing. Inka Mueller lehrt seit Oktober 2019 technische Mechanik und ist die Nachfolgerin von Professor Peter Kraemer, der sich nur für eine kurze Zeit in Bochum aufhielt und zur Uni Siegen „abwanderte“.

Schon während ihrer Schulzeit entschied sie sich für die Leistungskurse in Mathematik und Physik: „Mich interessieren einfach Zahlen und ich liebe das logische Denken.“ Damit stand für sie ein Studium an der Uni Siegen (von 2006 bis 2009) fest: „Und zwar sollte es ein dualer Studiengang im Maschinenbau sein, denn ich fand es für mich sinnvoll, das Gelernte auch gleich in einem Betrieb umsetzen zu können.“ Ihr Arbeitseinsatzort wurde dann - während des Bachelorstudiums - die Firma SMS Siemag AG (heute SMS group GmbH). Hier untersuchte sie u.a. die Anpassung der Walzwerksprozesse auf Besonderheiten des zu bearbeitenden Materials.

Nach der Bachelorprüfung folgte auch wenig später ihr Masterabschluss (2009 bis 2011). Daran schloss sich nahtlos ihre Promotion (2012 bis 2016) an.

Während dieser Zeit war Professorin Mueller als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Mechanik und Regelungstechnik - Mechatronik der Uni Siegen tätig und erhielt schon während ihres Studiums und auch während ihrer Promotionszeit ein Stipendium der Studienstiftung des deutschen Volkes. Am Lehrstuhl für Technische Mechanik und dort wiederum im Labor für experimentelle Mechanik (Leitung Professor Dr.-Ing. Claus-Peter Fritzen)  bearbeitete sie im Team mit weiteren Doktoranden einen Teil des EU-geförderten Projektes „SARISTU - Smart Intelligent Aircraft Structures.“ Unter der Leitung von Airbus ging es um die Möglichkeiten der automatisierten Überwachung von verschiedenen Bauteilen in Flugzeugen: „Bei diesem Forschungsvorhaben konnte ich viel über die Luftfahrtindustrie lernen.“ Im Dezember 2016 war ihre Doktorarbeit fertig; ihr Doktorvater war Professor Dr.-Ing. Claus-Peter Fritzen. Das Thema der Dissertation lautete: “Inspection of Piezoelectric Transducers used for Structural Health Monitoring Systems”. Hierbei ging es um die Überprüfung piezoelektrischer Wandler für den Einsatz in Structural Health Monitoring Systemen.

„Mich interessieren einfach Zahlen und ich liebe das logische Denken.“

Nach Jahren an der Uni war Professorin Mueller im Anschluss als Fachreferentin der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) im Bereich Materialwissenschaft und Werkstofftechnik tätig. „Die dortigen Aufgaben haben mir sehr viel Freude gemacht und einfach auch meinen Horizont erweitert,“ erklärt sie rückblickend lächelnd, „hier habe ich Beraterfunktionen für Anträge im Bereich Materialwissenschaft und Werkstofftechnik übernommen.“

Zeitgleich zog es Professorin Mueller als Lehrbeauftragte der FH Südwestfalen für zwei Semester zurück in die Lehre. Hier vermittelte sie („stets mit viel Freude“) den Studierenden der TÜV Rheinland Akademie die technische Schwingungslehre.

Durch Zufall hörte die gebürtige Hannoveranerin von einer Juniorprofessur für „Structural Health Monitoring“ an der Uni Bochum, bewarb sich und bekam die Position. Von Januar 2018 bis Oktober 2019 lehrte sie an der Fakultät für Bau- und Umweltingenieurwissenschaften im Institut für Konstruktiven Ingenieurbau sowie forschte auch an ihrem Lieblingsthema „Structural Health Monitoring“. Der Schwerpunkt war hier die automatisierte Überwachung von Infrastruktur wie Brücken, Tunnel, Pipelines und Windkraftanlagen. „Diese Zeit möchte ich nicht missen, denn sie war sehr lehrreich für mich.“

Nur einen Katzensprung von der Ruhr Uni Bochum entfernt steht jetzt seit Oktober 2019 ihr Schreibtisch: Die neue Professorin für technische Mechanik im Fachbereich Mechatronik und Maschinenbau am Institut für Mechanik an der Hochschule Bochum lehrt dort die Grundlagen der Mechanik sowie Vertiefungsfächer für die Studiengänge Maschinenbau und Mechatronik, forscht nach wie vor gerne auf ihrem Spezialgebiet „Structural Health Monitoring“ mit dem methodischen Fokus auf Zuverlässigkeit, geführte Wellen und piezoelektrische Wandler, kooperiert und berät im Bereich Sensorik für mechanische und mechatronische Systeme.

Dies ist mehr als ein „Full-Time Job“ für sie, aber Professorin Mueller behält stets „ihre“ Forschungsthemen und “ihre“ Studis im Auge: „Ich möchte den jungen Leuten so gerne etwas mit auf den Weg geben, sie motivieren und mit einem kleinen Beitrag vermitteln, wie spannend Lehre, Forschung sowie der Ingenieurberuf sein kann.“ Und sie hat auch gleich ein Angebot parat: „Für ein DFG-Forschungsprojekt suche ich eine studentische Hilfskraft zur Unterstützung.“