Viele Persönlichkeiten. Zwei Standorte. Eine BO.

Voll-beladen lässt sich besser fahren

Um die E-Mobilität voran zu treiben, braucht es eine ausgebaute Ladeinfrastruktur. Tankstellen für Diesel und Benzin sind an jeder nächsten Straßenecke zu finden, doch Strom zu tanken ist eine Herausforderung. Diese fehlende Infrastruktur ist eine Ursache, die den Ausbau der E-Mobilität in Deutschland bremst.

Auch die Energieversorgung von E-Scootern ist eine Herausforderung. In Sharingdiensten werden entladene Akkus oftmals von Service-Mitarbeitern mit Diesel-Fahrzeugen eingesammelt und gegen geladene Akkus ausgetauscht. Dabei bieten die handlichen, austauschbaren Akkus der E-Scooter das Potenzial effizientere Energieversorgungskonzepte zu nutzen.

Mit einem Akkuladeschrank des Unternehmens Swobbee testen wir eine neue Möglichkeit der Energieversorgung von LEVs (Light Electric Vehicles). Die Station ist an der Westseite des D3-Gebäudes positioniert. Sie verfügt über sechs Fächer für Akkus des Kumpan- Rollers sowie zwei Fächer für Greenpack– Akkus. Die Station bietet Nutzern von Sharingdiensten eine schnelle und bequeme Möglichkeit die Fahrt bei leeren Akkus fortzusetzen.

Aktuell identifiziert sich der Nutzer über eine Kundenkarte an dem Schrank, wählt den benötigten Akkutyp und kann seinen leeren Akku anschließend in einem freien Fach hinterlegen. Ist das erfolgt kann ein voller Akku entnommen werden. In Zukunft sollen Lösungen entwickelt werden, um mithilfe einer App auf die Wechselstation zuzugreifen und um mit einer Blockchain-Lösung eine bedarfsgerechte Abrechnung der Energieverbräuche zu realisieren.

Gefördert durch das Programm FH-Basis des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen

Unser Swobbe ist mit sechs Fächer für die Akkus unseres Kumpan-Rollers ausgestattet und mit weiteren zwei Fächern für Greenpack-Akkus. Auf diese Weise können wir garantieren, dass unser Roller immer aufgeladen zur Fahrt bereitsteht. Im bisherigen Sharing-Service sind noch nicht viele Akkuladeschränke im Einsatz, da die Stromversorgung der Elektroroller meistens über ein Akkubelieferungsprinzip funktioniert. Wie der Milchmann früher Milch zu jedem Haus transportiert und die leeren Flaschen eingesammelt hat, werden auch die Akkus der in den Städten verteilten Elektromotorrollern getauscht. Dieser Milk-run soll jedoch durch unser Konzept, das aus free-float und stationsbasierten Sharingmöglichkeiten besteht, vermieden werden. Auf diese Weise vermeiden wir zusätzliche Fahrwege und nutzen den Lebenszyklus der Akkus komplett aus. Die Fahrer können den Akkuladeschrank anfahren und nach einem Zwischenstopp von weniger als 10 min den E-Roller weiterfahren. Zusätzlich zum Akkuladeschrank können wir das mitgelieferte Lastenfahrrad nutzen, um Akkus bequem zu transportieren. Zum Beispiel können Elektromotorroller angefahren werden, die zu weit vom Akkuladeschrank entfernt sind. Das Lastenfahrrad unterstützt die Tretleistung des Fahrers und wird mit einem Greenpack-Akku betrieben, welcher auch in unserem Akkuladeschrank geladen werden kann. Wir möchten auf diese Weise das Konzept „Battery-as-a-service“ mehr etablieren und testen welche Möglichkeiten uns dabei zur Verfügung stehen. Der Akkuladeschrank dient als Grundlage des Konzeptes und bietet die Beladung der Akkus als Serviceleistung an.

Unser nächster Schritt ist der Start von internen Feldversuchen mit drei Rollern. Dabei sollen vor allem die verschieden Sharing Möglichkeiten und ein skalierbares Geschäftsmodell getestet werden. Zudem werden Indikatoren festgelegt auf deren Grundlage die Nachhaltigkeit der Elektromotorroller und des Sharingmodells zu überprüfen ist. Dieses Pilotprojekt wird zunächst von dem Projektteam durchgeführt und wissenschaftlich begleitet. In absehbarer Zukunft ist auch eine externe Testphase geplant.