Viele Persönlichkeiten. Zwei Standorte. Eine BO.

Nachhaltigkeitswissenschaft

Dieser Schwerpunkt widmet sich der Nachhaltigkeit systemisch, d.h. die technischen, sozialen und ökonomischen Aspekte der Nachhaltigkeit werden wissenschaftlich und in ihrer ganzen Breite erforscht. Das Land NRW fördert diese Entwicklung mit dem Projekt „Kompetenzplattform Nachhaltigkeitswissenschaft: Erlebnisraum Nachhaltige Entwicklung“. Weitere Förderungen und Kooperationen werden aufgebaut mit der Metropole Ruhr, dem Wuppertal Institut, der TU Dortmund, der Ruhr-Universität Bochum und weiteren starken Partnern in der Region und darüber hinaus.

Aktuelle Forschungsprojekte

Fortschrittskolleg Energieeffizienz im Quartier

Das Integrative Institut Nachhaltige Entwicklung (IINE) beteiligt sich zusammen mit 5 Partnerinstitutionen am Fortschrittskolleg "Energieeffizienz im Quartier - clever versorgen.umbauen.aktivieren" des Ministeriums für Innovation, Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen, das mit einem Finanzvolumen von insgesamt 2,32 Mio. € ausgestattet ist.

Das Fortschrittskolleg ist Teil des Strukturprogramms "Fortschritt NRW", einer Forschungs- und Innovationsstrategie des Landes NRW, die auf die Bewältigung der großen gesellschaftlichen Herausforderungen, wie Klimawandel, sichere und saubere Energieversorgung sowie umweltfreundliche Mobilität mit besonderem Blick auf die Spezifika NRWs ausgerichtet ist. Hierbei wird sehr viel Wert auf die wissenschaftliche Nachwuchsförderung gelegt. Ein wichtiges Instrument dazu ist die Einrichtung strukturierter Graduiertenprogramme, in denen Doktorandinnen und Doktoranden jeweils in transdisziplinären Forschungsumfeldern zu komplementären Fragestellungen auf dem Gebiet der Nachhaltigen Entwicklung arbeiten.

Ab Juli 2014 werden im Graduiertenkolleg "Energieeffizienz im Quartier" bis zu 14 Kanditatinnen und Kanditaten zu Fragestellungen promovieren, die sich auf die Steigerung der Energieeffizienz in Stadtquartieren beziehen. Am IINE der Hochschule Bochum unter der Leitung von Frau. Prof. Schweizer-Ries wird der Schwerpunkt dabei auf der Entwicklung nachhaltigkeitswissenschaftlicher Ansätze in Bezug auf die nachhaltige Nutzung von Energie im Bereich Lebensstile und Konsum liegen. Hierzu wird ganz im Sinne einer University of Applied Sciences gezielt mit Quartieren im Ruhrgebiet zusammengearbeitet, um die oft angesprochene, aber bislang wenig umgesetzte Energiewende in NRW wissenschaftlich zu begleiten und konstruktiv voranzubringen. Unsere handlungstheoretisch-sozialwissenschaftliche Forschung wird von den Partnerinstitutionen ergänzt durch ingenieurwissenschaftliche, baulich-räumliche, ökonomische und juristische Forschungsarbeiten mit ähnlicher Thematik.

Die fünf Partnerinstitutionen sind die TU Dortmund, die Universität Duisburg-Essen, die Ruhr-Universität Bochum, das Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie sowie die Wirtschaftsförderung metropoleruhr. In der Verknüpfung ihrer Disziplinen sehen die Beteiligten die Chance, neue Lösungsansätze für die komplexen Herausforderungen der Energienachhaltigkeit beizusteuern. Das strukturierte Graduiertenprogramm mit den nordrhein-westfälischen Universitäten ergänzt dabei in idealer Weise die angewandte Forschung, die an der Hochschule Bochum im Bachelorstudiengang Nachhaltige Entwicklung gelehrt und im Rahmen von Lehrforschungsprojekten angewandt wird. Für die Hochschule Bochum ist die Beteiligung eine konsequente Weiterführung des in 2013 entwickelten Stufenkonzepts der Nachhaltigkeitslehre an der Hochschule, welches auf der sechten Stufe die Qualifizierung zur Promotion vorsieht.


FH-Strukturprojekt Forschungsschwerpunkt Nachhaltige Entwicklung

Die Idee

Die Hochschule Bochum ist seit 2008 auf dem Weg zur Nachhaltigen Entwicklung. 2011 wurden zwei Professuren im Bereich Nachhaltigkeit besetzt, 2012 eine Dritte. In 2012 fand auch eine Open Space Veranstaltung zur Einbindung aller Hochschulmitglieder (von Studierenden und Lehrenden über Werkstätten und Verwaltung bis hin zum Präsidium) in diesen Nachhaltigkeitsprozess statt, der noch 2012 mit dem Bochumer Nachhaltigkeitspreis ausgezeichnet wurde. 2013 wurde das Integrative Institut Nachhaltige Entwicklung gegründet und die Hochschule Bochum richtete den Bochumer Nachhaltigkeitstag aus.

Auch forschungsseitig will sich die Hochschule nun in diese Richtung bewegen und startete im Juli 2014 - gefördert vom Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen - auf Initiative zahlreicher Professorinnen und Professoren aus verschiedenen Fachbereichen unter der Federführung der Nachhaltigsprofessorin Frau Prof. Dr. Schweizer-Ries an der Hochschule Bochum das FH-Strukturprojekt Forschungsschwerpunkt Nachhaltige Entwicklung. Die Nachhaltigkeitswissenschaft soll damit noch stärker zu einem zentalen Profilelement der Hochschule ausgebaut werden.

Wir wollen das Thema Nachhaltige Entwicklung in zweifacher Weise aufgreifen:

  1. durch die Unterstützung einer Nachhaltigen Entwicklung der Hochschule unter Integration aller Fachbereiche
  2. durch die Entwicklung und Verstetigung eines Erlebnisraums, der sich durch technische, architektonische und didaktische Interaktionselemente auszeichnet und helfen soll, unterschiedliche Facetten von Nachhaltigkeit zu vermitteln.

Der Erlebnisraum

Als Startthema möchte sich das wissenschaftliche Team den Fragen der Nachhaltigen Energienutzung widmen und so einen Beitrag zur deutschen Energiewende leisten. Folgende Kernelemente zeichnen das Vorhaben aus:

Der Erlebnisraum mit den Menschen, die hinein gehen und der Gemeinschaft, die daraus entsteht...

... bildet einen technisch, architektonisch und didaktisch gestalteten Raum, der ein Umdenken und Umlenken in Richtung Nachhaltige Entwicklung anregt.

... entsteht durch wissenschaftliche Expertise und technische Entwicklung gemischt mit künstlerisch ansprechender Darstellung.

... orientiert sich in Stilistik und didaktischem Konzept am Vorbild der geodätischen Kuppeln und Dymaxion-Weltkarten von Buckminster Fuller.

Das Forschungsvorhaben unterteilt sich in vier zentrale Entwicklungsstränge:

  • Nachhaltigkeitskommunikation und Nachhaltigkeitsbewusstseinsbildung
  • Architektonisch-künstlerische Darstellung
  • Technische Ausgestaltung
  • Didaktische Vermittlung

Urbanisierung: Energiewende in NRW im Spannungsfeld von Stadt und Land – „EnerUrb“

Urbanisierung ist einer der Megatrends unserer Zeit: Er umfasst alle politischen, gesellschaftlichen, technischen und ökonomischen Ebenen grundlegend und verändert sie langfristig.

Der Begriff Urbanisierung beschreibt längst nicht mehr bloß einen räumlichen Verdichtungsprozess durch zunehmende Verstädterung, er umfasst auch sozioökonomische und soziokulturelle Entwicklungen, die sowohl in städtischen Ballungsräumen als auch in ländlichen Gebieten stattfinden. Angesichts der Koexistenz von dicht und dünn besiedelten Räumen in NRW (z. B. Ruhrgebiet und Sauerland) sind hier diverse Facetten von Urbanisierungstypen und -trends erfahrbar.

Eine der aktuellen zentralen Herausforderungen lautet: Die Energiewende erfolgreich umsetzen.

Das Forschungsprojekt „EnerUrb“ zielt darauf ab, die nicht-technischen Aspekte der Energiewende in Verbindung mit der Urbanisierung zu erfassen und einen Beitrag zu einer nachhaltigeren Entwicklung in diesen Bereichen zu leisten. Die beteiligten Forschungsinstitutionen (die Bergische Universität Wuppertal, die Hochschule Bochum, das Forschungszentrum Jülich und das Wuppertal Institut) befassen sich dabei mit den Wechselwirkungen von politischen, sozialen und kulturellen Implikationen der urbanen und ländlichen Energiewende im Nexus von Wasser, Energie, Landwirtschaft und Ernährung. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie eine ganzheitliche Energiewende aus bürgerschaftlicher und zivilgesellschaftlicher Sicht in Stadt und Land gestaltet werden sollte. Ziel des Projekts ist es, durch die Forschungsaktivitäten zu einer nachhaltigeren Gestaltung der Energiewende beizutragen und die Lebensqualität in Stadt und Land zu verbessern.

Ermöglicht werden soll dieses insbesondere durch die Partizipation von Bürger*innen sowie anderen Stakeholdergruppen in den beteiligten Gemeinden und Städten. Das Integrative Institut Nachhaltige Entwicklung an der Hochschule Bochum führt in diesem Kontext verschiedene Partizipationsformate durch und kooperiert dabei unter anderem mit der Stadt Bochum.

Das Forschungsprojekt „EnerUrb“ ist ein Teilprojekt des Virtuellen Instituts „Transformation – Energiewende NRW“. Es handelt sich dabei um einen Verbund aus zehn nordrhein-westfälischen Forschungsinstituten, der sich im Jahr 2013 auf Initiative der Landesregierung zusammengefunden hat. Das Institut wird neben der Landesregierung auch von der Stiftung Mercator unterstützt und durch das Kulturwissenschaftliche Institut Essen (KWI) und das Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie (WI) koordiniert. Im Rahmen des Virtuellen Instituts „Transformation – Energiewende NRW“ sollen Orientierungswissen, konkrete Handlungsansätze und Konzepte zur Umsetzung der Energiewende im Spiegel von Megatrends ausgearbeitet werden. Dies geschieht in unterschiedlichen Clustern, die Digitalisierung, soziale Spaltung und Urbanisierung im Kontext der Energiewende betrachten.

Das Projekt „EnerUrb“ wird gefördert vom Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes NRW. 



Hochschule Bochum in Nachhaltiger Entwicklung

Die Hochschule Bochum hat es sich nicht nur zur Aufgabe gemacht, sich zu einer der führenden Institutionen der Nachhaltigkeitswissenschaft weiterzuentwicklen, sondern auch, die Idee der Nachhaltigen Entwicklung im Hochschulalltag stetig vorzuleben und im Denken und Handeln von Studierenden, Lehrenden, in den Werkstätten, im Präsidium und in der Verwaltung immer wieder aufleuchten zu lassen. Diesen Prozess möchten wir mit dem Projekt Hochschule Bochum in Nachhaltiger Entwicklung transformativ forschend begleiten und wissenschaftlich unterstützen. Die Hochschule Bochum soll so einem Vorbild für andere Hochschulen werden, die sich ebenfalls auf den Weg zur Nachhaltigen Entwicklung gemacht haben oder noch machen werden.

Das Forschungskonzept besteht aus fünf Elementen

  • Historische Aufarbeitung
  • Systemanalyse
  • Erarbeitung von Zielwissen
  • Transformation durch transformative Forschung
  • Evaluation

die in mehreren Zyklen immer wieder durchlaufen werden.


Virtuelles Institut Transformation Energiewende NRW

Die Energiewende stellt Gesellschaft, Politik und Wirtschaft in Nordrhein-Westfalen vor große technologische, ökonomische, soziale und kulturelle Herausforderungen. Technologisch ist vor allem die Systemintegration erneuerbarer Energien bei zeitgleicher Gewährleistung hoher Versorgungssicherheit und Versorgungsqualität eine der zentralen Aufgaben. Weitere Anforderungen der angestrebten Transformation des Energiesystems umfassen die Kompatibilität regenerativer Energieträger, Fragen der Investitionssicherheit und Wirtschaftlichkeit (inkl. Wettbewerbsfähigkeit und Sozialverträglichkeit), die Notwendigkeit zur Überwindung der natürlichen Beharrungskräfte lang etablierter Systeme, die Schaffung von gesellschaftlicher Akzeptanz für die Umsetzung des Veränderungsprozesses, die Gestaltung eines integrativen Politikansatzes im Mehrebenensystem, Fragen der Partizipation und Teilhabe sowie eine Erweiterung des Innovationsverständnisses hin zu Systeminnovationen.

Gerade für NRW als größtem und wichtigstem Energie- und Industriestandort Deutschlands offenbaren sich diese Herausforderungen in besonderer Stärke. NRW zeichnet sich durch eine deutlich industriell geprägte Geschichte und eine hohe Konzentration von Betrieben der energieintensiven Branchen aus. Gleichzeitig deckt es durch seine innere räumliche Differenzierung aber auch die gesamte Wertschöpfungskette für eine Vielzahl von Produkten ab. Soziodemographisch findet sich in NRW europaweit die größte Bevölkerungsagglomeration, eine hohe Bevölkerungsdichte und eine umfassende Heterogenität der Gesellschaft. Zugleich ist NRW ein exzellentes Forschungsland mit einer sehr hohen Dichte an Universitäten, Fachhochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen.

Der nachhaltige Umbau der Energiesystems in NRW soll zukünftig - gefördert vom Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung - durch ein Virtuelles Institut Transformation Energiewende NRW wissenschaftlich unterstützt werden. Dabei liegt der Schwerpunkt der Forschungsarbeiten, komplementär zu den umfangreichen nationalen und internationalen Forschungsbemühungen in technologischer Hinsicht, auf den sozio-ökonomischen Implikationen der Energiewende unter Berücksichtigung der spezifischen nordrhein-westfälischen Rahmenbedingungen.